Bitterfeld

DIE GOITZSCHE

Marler Zeitung vom 07.07.2009 (Petra Buch, dpa)
Die Kulturlandschaft „Goitzsche“

Früher ein Auenwald, dann ein Braunkohletagebau und nach der Bergbausanierung mit anschließender Flutung mit 60 Quadratkilometern das größte Landschaftskunstprojekt der Welt.
Vor knapp 100 Jahren begann im Tagebau "Goitzsche" bei Bitterfeld der Abbau von Braunkohle. Hier wurden 850 Millionen Kubikmeter Erde bewegt, 6 Dörfer dem Erdboden gleichgemacht, ein Fluss umgeleitet, um dann letztlich 315 Millionen Tonnen Braunkohle zu fördern.
1992 begann die Sanierung. Bergleute, Künstler, Landschaftsarchitekten, Politiker und Bürger hatten die gemeinsame Vision, den Menschen und der Natur zurückzugeben, was mit Gewalt entrissen wurde - ohne die Identität einer Bergbauregion zu negieren.
Diese Neugestaltung sollte eine wirkliche Brücke zwischen Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft schaffen.
Zwischen 1996 bis Ende 1997 wurden die Grundlagen der Kulturlandschaften Goitzsche in Vorbereitung der EXPO 2000 geschaffen. So entstanden im Laufe der Jahre die "Agora mit den Kunstobjekten" auf der Halbinsel Pouch, der Pegelturm mit Seebrücke an der Bitterfelder Wasserfront und die Wächter der Goitzsche bei Holzweißig. Der Aussichtspunkt "Bitterfelder Bogen" konnte 2006 verwirklicht werden.
Doch noch mehr tut sich am Ufer des Goitzschesees. Seit 2005 ist der Uferbereich vom Fritz-Heinrich-Stadion bis zum Pegelturm fertig gestellt worden. Eine weitläufige mediterran anmutende Uferzone mit Badestränden, dem Hafenbecken und der wunderschönen restaurierten "Villa am Bernsteinsee" gehört nun zum Freizeitleben der Bitterfelder und ihrer Gäste.
Seit September 2006 kann der Goitzschesee nun mit einem Fahrgastschiff erkundet werden.

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Der Pegelturm Goitzschesee ist ein Turm inmitten des Goitzschesees nahe dem Ort Bitterfeld.Der Pegelturm schwimmt auf der Wasseroberfläche des Goitzschesees. Den Auf- und Abgang im Pegelturm erlauben zwei gegenläufige Wendeltreppen. Er bietet eine Rundumsicht auf den Goitzschesee sowie auf die Orte Friedersdorf, Bitterfeld, Mühlbeck und Pouch, bei guter Fernsicht sogar bis zum Leipziger Völkerschlachtdenkmal.
Zur Absturzsicherung wurde das Edelstahlseilnetz X-Trend von Carl Stahl, welches einem überdimensionalen Strumpf gleicht, über den gesamten Turm gezogen.
Die Pontonbrücke, über den man den Turm ursprünglich erreichen konnte, wurde durch den Orkan Kyrill im Jahr 2007 zerstört. Im April 2009 wurde mit den Arbeiten für die neue Seebrücke begonnen. Es wurden 18 Pfeiler in den Boden gerammt; die Brücke besteht aus elf Brückenteilen. Seit dem 11. Juni 2009 ist die Seebrücke für die Besucher wieder geöffnet.