Bitterfeld

 
Informationen
Mit seinen rund 45.000 Einwohnern ist Bitterfeld-Wolfen gesellschaftliches, wirtschaftliches und soziales Zentrum des Landkreises Anhalt-Bitterfeld.Verkehrsgeografisch ist Bitterfeld-Wolfen optimal angebunden: Die Stadt liegt direkt an der Autobahn A 9. Auch mit der Bahn ist Bitterfeld-Wolfen leicht zu erreichen (ICE-Haltepunkt). Für kurze Wege sorgt zudem der gut ausgebaute öffentliche Nahverkehr. So sind Leipzig oder Halle in kurzer Zeit bequem mit Bahn oder Auto zu erreichen. Auch das Dessauer-Wörlitzer Gartenreich ist nur einen Katzensprung entfernt. Und wenn es auf Geschäftsreise oder in den Urlaub geht, ist der Flughafen Leipzig-Halle nicht weit.
Diejenigen, die Bitterfeld-Wolfen nicht kennen, werden erstaunt sein. Bitterfeld-Wolfen präsentiert sich als eine Stadt des Wandels - als eine grüne Industriestadt am See.
Durch die Flutung des Tagebaurestlochs „Goitzsche“ entstand eine 25 qkm große Seenlandschaft. Hier, wo der See die Stadt berührt, befindet sich die „Wasserfront“, ein Natur- und Freizeitparadies mit einer Seepromenade, einem Hafen, dem Pegelturm und mehreren Badestränden.
Einen tollen Blick über die Stadt und ihr Umfeld (bei gutem Wetter bis nach Leipzig), gewinnt man vom Bitterfelder Bogen“. Weitläufige Fuß- und Radwege rund um die Stadt laden zu Spaziergängen oder Radtouren ein. Ein beliebtes Naherholungsgebiet ist die Fuhneaue. Das Landschaftsschutzgebiet ist ein Kleinod vielfältiger Flora und Fauna.
Bitterfeld-Wolfen ist eine lebendige Stadt und bietet ihren Bewohnern ein ausgewogenes Umfeld. Dies reicht vom modernen Wohnraum über ein dichtes Versorgungsnetz bei Gesundheits- und sozialen Dienstleistungen bis hin zu einer vorbildlichen Kinderbetreuung und vielfältigen Bildungsmöglichkeiten.
Das Wohnungsangebot ist erstklassig und bedarfsgerecht (Jugend, Familie, Senioren). Neben dem erst 2002 neu errichteten Krankenhaus findet man eine große Vielfalt an praktizierenden Fachärzten.
Das Bildungsangebot der Stadt umfasst alle bestehenden Schulformen. Außerdem gibt es eine Musikschule sowie eine Außenstelle der Volkshochschule. Für die jüngeren Schüler ist eine Ganztagsbetreuung in 6 Horten möglich. Die Jüngsten können in 18 Kindertagesstätten mit unterschiedlichen Konzepten und konfessionellen Ausrichtungen betreut werden.
In und um Bitterfeld-Wolfen gibt es vielfältige Möglichkeiten der Freizeitgestaltung. Einen außergewöhnlich hohen Zuspruch hat das Vereinsleben Es gibt rund 250 Vereine und Interessengruppen.
Die Stadt Bitterfeld-Wolfen ist von einem abwechslungsreichen kulturellen und sportlichen Leben geprägt. Davon zeugen die vielfältigsten Einrichtungen wie das Städtische Kulturhaus, der Kulturpalast, diverse Museen, Bibliotheken, ein Freizeit- und ein Sportbad, Stadien u.v.m. Tennisspieler und Liebhaber des Pferdesports finden ebenfalls beste Voraussetzungen.
Neben vielen kleinen Festivitäten locken attraktive Großveranstaltungen, wie z.B. der Goitzsche-Marathon, das Hafenfest oder das Vereins- und Familienfest nach Bitterfeld-Wolfen.

P1020416

P1020373        P1020374

P1020372

P1020394 

Partnerstädte von Bitterfeld-Wolfen sind:

Dzershinsk / Russland (www.dzr.nnov.ru)
Kamienna Góra / Polen (www.kamienna-gora.pl)
Marl (www.marl.de)
Vierzon / Frankreich (www.ville-vierzon.fr)
Villefontaine / Frankreich (www.mairie-villefontaine.fr)
Witten (www.witten.de)

 



   

Mitten im Ortskern am Markt in Bitterfeld gibt es ein farbiges Kachel-Relief, bestehend aus fünf bunten Bildenr, dass die Inschrift trägt:

"Sehn wir uns nicht auf dieser Welt, so sehn wir uns in Bitterfeld".
Dieser Spruch ist weit über die Grenzen Bitterfelds hinaus bekannt und hat Kultstatus.

Der Spruch ist dem Märchen "Zauberverblendung" des Dichters Ludwig Bechstein (* 24. November 1801 in Weimar; † 14. Mai 1860 in Meiningen) einem deutschen Schriftsteller, Bibliothekar, Archivar und Apotheker entnommen. Bechstein ist heute vor allem durch die von ihm herausgegebene Sammlung deutscher Volksmärchen bekannt.

P1020376

 

P1020408

P1020409         P1020410    P1020411 

P1020413

Zauberverblendung (Märchen von Ludwig Bechstein)
Ein Zauberer kam gen Magdeburg, schlug auf offnem Markt seine Bude auf und sammelte viel Volkes um sich her, sammelte auch ein ziemliches Geld ein, bevor er anfing mit seinem Hokuspokus und Abrakadabra. Da nun das Spiel im Gange war, zeigte sich unter andern ein allerliebstes wunderkleines Pferdchen, das tanzte im Ring und belustigte die Menge; gegen das Ende aber stellte der Zauberer seine Frau, seine Magd, den Hanswurst und das Pferdchen nebeneinander und hub einen Schwatz an, darin er klagte über das schlechte und schmachvolle Zeitalter, in welchem man jetzt lebe, wo die Leute davonliefen, wenn der Teller käme und sie bezahlen sollten, und wie ein ehrlicher Mann es doch zu gar nichts Rechtem bringen könne. Habe es nunmehr mit den lieben Seinigen satt auf dieser Welt und absonderlich in Magdeburg, wolle daher auswandern und davonziehen, zunächst gen Himmel, und wenn es ihm da nicht glücke, gen Bitterfeld (zwischen Dessau und Halle), allwo es auch gar schön, und darauf warf er ein Seil in die Luft, das erfaßte flugs das Rößlein und fuhr stracks daran in die Höhe, und der Zauberer erwischte das Pferdchen beim Schwanz, rief: hoppdiho! und fuhr auf, und seine Frau hing sich an ihres Mannes Beine und die Magd an der Frau ihre Beine und der Hanswurst an der Magd ihren Rock, und so fuhr die Gesellschaft aufhin, und der Zauberer rief aus der Luft herunter:
Sehen wir uns nicht mehr auf dieser Welt,
So sehen wir uns doch in Bitterfeld! –
und alles Volk lachte und staunte mit weit offnem Munde, bis ihm in der Richtung nach dem Himmel und gen Bitterfeld zu die Gesellschaft aus den Augen kam. Da kam ein Bürger aus der Stadt gegangen, dem sagten seine Bekannten von dem Wunder, es wäre schade, daß er es nicht auch gesehen, so was sehe man nicht alle Tage. Aber der Bürger sprach: Das kann nicht wahr sein, denn alleweile habe ich den Zauberer, sein Rößlein und seine Leute in ihre Herberge eingehen sehen, sind also derohalben weder gen Himmel noch gen Bitterfeld durch die Luft gefahren.

 

Bitterfelder Bogen

Der Bitterfelder Bogen ist ein Aussichtspunkt auf einer ehemaligen Hochkippe über der neu entstandenen Kultur- und Seenlandschaft der Region Bitterfeld. Er symbolisiert den Strukturwandel der Region Bitterfeld-Wolfen und wurde zu ihrem Wahrzeichen.

Die Bogenkonstruktion stützt sich auf zwei diagonal zueinander gestellte, spitzovale Flügelformen und staffelt sich in dreifacher Ausführung in die Tiefe. In die beiden Zwischenräume ist eine 6°-Steigung aufweisende Rampenanlage eingehängt. Deutlich sind die beiden Flügelpaare der Gesamtarchitektur nach Innen geneigt, was dem Bogen sowohl zusätzliche Eleganz als auch statische Festigkeit verleiht. Die erwähnten Rampen führen in langgestrecktem Zick-Zack-Kurs zwei mal fünf Fußwege aus rutschfesten und engmaschigen verzinkten Stahlrosten in die Höhe. Alle Wege sind stufenlos und von metallenen Geländern aus engen rhythmischen Stabgittern gesichert. Jede Biegung des insgesamt 540 Meter langen Wanderweges hat eine kleine Plattform inklusive einer Bank. Die oberste Rampe endet in einem Balkon, der über den Bogen hinausragt und hoch über Bitterfeld zum Verweilen einlädt.
 DSCN4634

DSCN4633                                        DSCN4643 

 


FERROPOLIS

Gräfenhainichen, Tagebau Golpa-Nord: Jahrzehntelang ein Ort entfesselter Industriekräfte und Umweltsünden, aber auch sicherer Arbeitsplätze und großartiger Leistungen der Arbeiter und Ingenieure im Bergbau. Doch dann hatte Braunkohle kaum mehr Zukunft in Sachsen-Anhalt. Was tun? Abreißen, verschrotten, die Spuren verwischen? Oder auf der Vergangenheit aufbauen und den Neuanfang wagen?
1957 begannen die Vorarbeiten für den Tagebau Golpa-Nord. Sieben Jahre später setzte die planmäßige Braunkohleförderung ein. Die hatte in Mitteldeutschland eine lange Tradition, ihre Wurzeln reichen bis ins 17. Jahrhundert zurück. In den 1950er Jahren verschmolzen die zunächst verstreuten Reviere zu einem Ganzen. Der Abbau erreichte gewaltige Ausmaße. Ergebnis: 20 Tagebaue mit einem jährlichen Auswurf von zuletzt rund 100 Millionen Tonnen Kohle, gefördert von fast 60.000 Bergleuten und verwertet von zahlreichen Kraftwerken, Brikettfabriken und Schwelereien. Noch ein Ergebnis: tiefe Löcher in der Erde. Unter diesen gehörte Golpa-Nord eher zu den kleinen. Der Förderaufwand war dennoch enorm: Für einen Eimer Braunkohle mussten sechs Eimer Wasser abgepumpt und 5 Eimer Abraum verkippt werden. 1991 war Schluss – nahezu die gesamte mitteldeutsche Braunkohleindustrie stand damals vor dem Aus.
In Golpa-Nord nahm fortan eine Vision Gestalt an: FERROPOLIS. Die Idee dazu kam aus dem Bauhaus Dessau, ihre Umsetzung verdankt sich zu einem beträchtlichen Teil der Begeisterung und Hartnäckigkeit der Menschen vor Ort. Heute ist FERROPOLIS Museum, Industriedenkmal, Stahlskulptur, Veranstaltungsareal und Themenpark gleichermaßen. Alles beherrschend: die riesigen Baggermaschinen, die aussehen wie Dinosaurier eines Vergangenen Zeitalters.
Doch die Zukunft hat längst begonnen. Das bezeugen erste Ansiedlungen kleiner Unternehmen ebenso wie zahlreiche neue Projekte: Kulturfestivals, mit Strom versorgt vom Solarkraftwerk Ferrosolar. In FERROPOLIS ist die Geschichte der Zukunft sichtbar.Und die Gegenwart wird gefeiert: Internationale Festivals ebenso wie große Konzerte von Herbert Grönemeyer bis Metallica haben FERROPOLIS einen europaweiten Ruf als einmalige Kulisse für Künstler und Publikum verliehen: Cool Tradition!

 

DSCN2950

 

 

DIE GOITZSCHE

Marler Zeitung vom 07.07.2009 (Petra Buch, dpa)
Die Kulturlandschaft „Goitzsche“

Früher ein Auenwald, dann ein Braunkohletagebau und nach der Bergbausanierung mit anschließender Flutung mit 60 Quadratkilometern das größte Landschaftskunstprojekt der Welt.
Vor knapp 100 Jahren begann im Tagebau "Goitzsche" bei Bitterfeld der Abbau von Braunkohle. Hier wurden 850 Millionen Kubikmeter Erde bewegt, 6 Dörfer dem Erdboden gleichgemacht, ein Fluss umgeleitet, um dann letztlich 315 Millionen Tonnen Braunkohle zu fördern.
1992 begann die Sanierung. Bergleute, Künstler, Landschaftsarchitekten, Politiker und Bürger hatten die gemeinsame Vision, den Menschen und der Natur zurückzugeben, was mit Gewalt entrissen wurde - ohne die Identität einer Bergbauregion zu negieren.
Diese Neugestaltung sollte eine wirkliche Brücke zwischen Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft schaffen.
Zwischen 1996 bis Ende 1997 wurden die Grundlagen der Kulturlandschaften Goitzsche in Vorbereitung der EXPO 2000 geschaffen. So entstanden im Laufe der Jahre die "Agora mit den Kunstobjekten" auf der Halbinsel Pouch, der Pegelturm mit Seebrücke an der Bitterfelder Wasserfront und die Wächter der Goitzsche bei Holzweißig. Der Aussichtspunkt "Bitterfelder Bogen" konnte 2006 verwirklicht werden.
Doch noch mehr tut sich am Ufer des Goitzschesees. Seit 2005 ist der Uferbereich vom Fritz-Heinrich-Stadion bis zum Pegelturm fertig gestellt worden. Eine weitläufige mediterran anmutende Uferzone mit Badestränden, dem Hafenbecken und der wunderschönen restaurierten "Villa am Bernsteinsee" gehört nun zum Freizeitleben der Bitterfelder und ihrer Gäste.
Seit September 2006 kann der Goitzschesee nun mit einem Fahrgastschiff erkundet werden.

P1020342
      

P1020357

  

Der Pegelturm Goitzschesee ist ein Turm inmitten des Goitzschesees nahe dem Ort Bitterfeld.Der Pegelturm schwimmt auf der Wasseroberfläche des Goitzschesees. Den Auf- und Abgang im Pegelturm erlauben zwei gegenläufige Wendeltreppen. Er bietet eine Rundumsicht auf den Goitzschesee sowie auf die Orte Friedersdorf, Bitterfeld, Mühlbeck und Pouch, bei guter Fernsicht sogar bis zum Leipziger Völkerschlachtdenkmal.
Zur Absturzsicherung wurde das Edelstahlseilnetz X-Trend von Carl Stahl, welches einem überdimensionalen Strumpf gleicht, über den gesamten Turm gezogen.
Die Pontonbrücke, über den man den Turm ursprünglich erreichen konnte, wurde durch den Orkan Kyrill im Jahr 2007 zerstört. Im April 2009 wurde mit den Arbeiten für die neue Seebrücke begonnen. Es wurden 18 Pfeiler in den Boden gerammt; die Brücke besteht aus elf Brückenteilen. Seit dem 11. Juni 2009 ist die Seebrücke für die Besucher wieder geöffnet.