Presse

 

Mitteldeutsche Zeitung / 02.07.2010
Interesse der Gäste ist breit gefächert
Eine Gruppe von 34 Gästen aus Marl weilte auf Einladung des Förderkreises für Städtepartnerschaften der Stadt Bitterfeld vom 1. bis 4. Juli in Bitterfeld-Wolfen.
Dazu gehörte, dass die Delegation erst einmal recht herzlich von Oberbürgermeisterin Petra Wust im Rathaus begrüßt wurde. In einer entspannten Atmosphäre wurde über alles geplaudert, was die Marler auf dem Herzen hatten. So interessierte die berufliche Laufbahn der Oberbürgermeisterin genauso wie der "Silbersee" und was daraus geworden ist. "Wir beglückwünschen Sie zur Entwicklung der Stadt und auch zum wunderschönen Rathaus. Wir sind beeindruckt und freuen uns, hier zu sein, Freunde zu treffen und die Städtepartnerschaft weiter mit Leben zu erfüllen", brachte es Manfred Degen vom Städtepartnerschaftsverein Marl auf den Punkt. Weiter auf dem Programm standen ein geführter Stadtrundgang im Ortsteil Bitterfeld mit Besichtigung des Bitterfelder Bogens. Danach ging es in die Wolfener Fuhneaue, um am Mieterfest der Neubi teilzunehmen. Es bestand auch die Möglichkeit, das Viertelfinalspiel der Fußball-WM auf der Großleinwand zu verfolgen. Außerdem ist eine Ganztagsfahrt nach Potsdam geplant. Geschäftsführerin Annelie Hesse des Förderkreises für Städtepartnerschaften der Stadt Bitterfeld freut sich sehr über das Interesse der Marler an ihrer Partnerstadt Bitterfeld-Wolfen. "Gerne kommen die Marler zu uns. Das Interesse an Bitterfeld-Wolfen ist ungebrochen und die bereits zwanzig Jahre währende Zusammenarbeit der beiden Städtepartnerschaftsvereine verläuft nach wie vor harmonisch und herzlich." Auch die Teilnahme am Schützenverein des Bitterfelder Vereins "Diana" ist geplant. Und am Sonntag werden die Marler nach einem Besuch des Gartenfestes des Bitterfelder Gartenvereins "Vergißmeinnicht" die Heimfahrt antreten.


dpa 18. Juli 2010 (Sabine Fuchs)
WOLFEN (DPA/SA). Hier spielt das erste Kapitel in der Geschichte des Farbfilms: Nach viel Tüftelei stellte der Physiker und Chemiker John Eggert 1936 im kleinen Wolfen den weltweit ersten Colorfilm her. Er kam als «Farbfotografie für jedermann - ohne Filter und besondere Hilfsmittel» auf den Markt.

 

Das war ein Höhepunkt in der damals noch jungen Historie der Agfa-Filmfabrik. Wenige Jahre später wurde der erste Farbfilm aus Wolfener Material in Deutschland aufgeführt: «Frauen sind doch die bessere Diplomaten» mit Maria Rökk und Willy Fritsch in den Hauptrollen. Weitere folgten, etwa der berühmte Streifen «Münchhausen» mit Hans Albers.
In dieser Woche erinnern in Wolfen in Sachsen-Anhalt zahlreiche Veranstaltungen an den Start der Filmfabrik vor 100 Jahren. Im Filmmuseum gibt es eine Ausstellung zu den Pionierleistungen auf dem Gebiet der Fotochemie und der Herstellung von Magnetbändern. «Außerdem kann natürlich die sogenannte Begießmaschine bewundert werden, mit der 1936 der erste universell einsetzbare Mehrschichtfilm der Welt hergestellt wurde», sagt Museumssprecherin Andrea Mähl. Mit der Maschine seien noch bis zum Jahr 1990 Farbfilme produziert worden.
Die Wolfener Filmgeschichte hat Brüche: Nach dem Zweiten Weltkrieg warben die Amerikaner die Forscher ab, dann wurden 60 Prozent des Werks in die Sowjetunion gebracht. Schließlich ging es doch in Wolfen weiter. Das Unternehmen wurde sowjetisch-deutsche Aktiengesellschaft und sorgte mit einigen Weiterentwicklungen bei der Film-Empfindlichkeit für Aufsehen.
«1964 wurde der Betrieb dann in Orwo unbenannt, Original Wolfen», berichtet Mähl. Zu den ersten auf Orwocolor gedrehten Defa-Filmen gehörte «Geliebte weiße Maus» mit Rolf Herricht. Bis zu 15 000 Menschen waren zu DDR-Zeiten bei Orwo beschäftigt.
Nach der Wende versuchten einige Investoren, das Werk fortzuführen, doch mit wenig Erfolg. 1994 endete die Filmproduktion in Wolfen. Aber mit «Original Wolfen» ist nicht Schluss. Der Fotodienstleister Orwo Net setzt heute die Tradition fort. Das 2005 gestartete Unternehmen expandiert unter anderem mit der Marke «PixelNet» ständig.
«2009 wurden 300 Millionen Bilder produziert. Werden diese aneinandergereiht, ergibt das eine Papierschlange von 45 000 Kilometern», so das Unternehmen. In diesem Jahr soll nach Worten des Geschäftsführers Gerhard Köhler beim Umsatz die 30- Millionen-Grenze überschritten werden. Außerdem seien 2011 und 2012 weitere Investitionen geplant.
Und noch etwas erinnert heute an die reiche Filmtradition in Wolfen. Jahrelang stand das einstige Agfa-Gebäude mit der werksinternen Nummer 041 leer, in dem John Eggert den ersten Farbfilm der Welt entwickelte. Anfang des Jahres ist nach langer Sanierung die Stadtverwaltung von Bitterfeld-Wolfen in das geschichtsträchtige Gebäude eingezogen.


Marler Zeitung 12.10.2010
Marl feiert 20jährige Freundschaft mit Bitterfeld-Wolfen
Bitterfeld-Wolfens Bürgermeisterin Petra Wust  unterzeichnet gemeinsam mit den stellvertretenden Bürgermeistern der Städte Marl und Witten, Rüdiger Schwärtzke und Hans-Ulrich Kieselbach die Jubiläumsurkunde.
Bald nach der Wende reichten sich die Bürgermeisterin von Bitterfeld-Wolfen und der Bürgermeister von Marl die Hände, um gemeinsam mit den Bürgern beider Städte das Zusammenwachsen von Ost und West zu fördern. Am 20. Jahrestag der Wiedervereinigung feierte die Städtepartnerschaft auch ihr 20jähriges Bestehen.
Mit dem Gospel-Chor des Albert-Schweitzer-/Geschwister-Scholl-Gymnasiums haben die Marlerinnen und Marler am 2. und 3. Oktober dieses Jahres in der Partnerstadt Bitterfeld-Wolfen einen hervorragenden Eindruck hinterlassen. Bei einem ökumenischen Gottesdienst und beim Bürgerball im Kulturhaus gab es viel Beifall für die Schülerinnen und Schüler, die eine städtische Delegation zum 20. Jahrestag der Deutschen Einheit und zum 20-jährigen Städtepartnerschaftsjubiläum der Stadt Bitterfeld-Wolfen mit Marl und Witten eingeladen hatte.

Urkundenunterzeichnung
Im "neuen" Rathaus, dem ehemaligen Verwaltungs- und Forschungsgebäude von AGFA, haben Bitterfeld-Wolfens Oberbürgermeisterin Petra Wust, Wittens stellvertretender Bürgermeister Hans-Ulrich Kiesebach und Marls stellvertretender Bürgermeister Rüdiger Schwärtzke die Jubiläumsurkunde zur Fortführung der Städtepartnerschaften unterzeichnet.

"Partnerschaft kein Selbstläufer"
"Wir wissen sehr wohl, dass eine Partnerschaft zwischen zwei Städten kein Selbstläufer ist. Lebendig wird sie erst, wenn viele Menschen sie im Herzen tragen, mit Aktionen füllen und lebendig halten. Menschen, die ein ehrliches Interesse am Austausch haben, die wechselseitige Besuche und andere Kontaktformen pflegen - Menschen aus der Bürgerschaft, den Vereinen, der Kultur, aus Politik und Wirtschaft", so Marls stellvertretender Bürgermeister Rüdiger Schwärtzke in seinem Grußwort am Tag der Wiedervereinigung Deutschlands.

Marler Baum
Wie sehr die Freundschaft zwischen den Städten Bitterfeld-Wolfen und Marl in den Jahren gewachsen ist, symbolisiert der "Marler Baum", den Marls Bürgermeister Lothar Hentschel im Jahr 1992 im Herzen Bitterfelds gepflanzt hatte. Vor der prächtigen Kastanie steht jetzt ein Stein mit einer Gedenktafel, die von Vertretern beider Städte und der Partnerschaftsvereine enthüllt wurde.
Abschied
Zum Abschied am Sonntag (3.10.) hatten alle Beteiligten der Städtepartnerschaft bekräftigt, zum 75. Geburtstag der Stadt Marl ein Treffen der Stadtspitzen und Partnervereine zu organisieren.