Presse

 

Marler Zeitung 20.11. 2009
Deutsch-deutsche Beziehung hält schon 20 Jahre
MARL. Wer in Marls Partnerstadt Bitterfeld-Wolfen neue Bürgermeisterin wird, darüber muss noch in einer Stichwahl entschieden werden. Der Partnerschaftsverein möchte aber im Anschluss an die Wahl ein Treffen der beiden Stadtspitzen organisieren, von dem sich die Mitglieder auch neue Impulse für die Städtepartnerschaft erhoffen. 
Im kommenden Jahr besteht die Städetpartnerschaft zwischen Marl und Bitterfeld bereits seit 20 Jahren. Der runde Geburtstag wird im Herbst in Bitterfeld-Wolfen gefeiert, natürlich mit starker Marler Beteiligung. Das kündigte Manfred Degen, Vorsitzender des Partnerschaftsvereins, auf der Mitgliederversammlung an.
Wenig Überraschendes brachten die Vorstandswahlen. Lediglich Peter Walisczewski und Jürgen Marks wurden als neue Beisitzer gewählt. Vorsitzender bleibt Manfred Degen, seine Stellvertreter sind Karl-Heinz Dargel und Hans-Günter Sorger.


Marler Zeitung 08.11.2009
Bitterfeld ist immer eine Reise wert
MARL/BITTERFELD/MZ. Manfred Degen ist seit 2003 Vorsitzender des Partnerschaftsvereins Marl-Bitterfeld. Zusammen mit dem damaligen Hauptamtsleiter Willi Wagner, dem stellvertretenden Bürgermeister Hans Eilers und dem damaligen Marler Bürgermeister Lothar Hentschel hat er die Städtepartnerschaft von den ersten Überlegungen an begleitet. Manfred Degen hat den Wandel in Bitterfeld vom dreckigen Chemie- und Braunkohlestandort zur Industriestadt am See verfolgt. Die Marler Zeitung befragte ihn nach seinen Gefühlen und Erinnerungen angesichts des 20. Jahrestags des Mauerfalls.
Herr Degen, was bedeutet Ihnen persönlich die Deutsche Einheit?
Degen:
Die Rückkehr zur Normalität in Deutschland und Europa und das Ende der Horrorszenarien des "Kalten Krieges".

Als Sie das erste Mal nach Bitterfeld reisten, gab es die DDR noch. Was war Ihr erster Eindruck von Marls Partnerstadt?
Degen:
Bitterfeld erinnerte mich an Marl, als noch in Hüls die AV-Kokerei in Betrieb war. Der ständige Geruch nach verbrannter Braunkohle war allerdings neu für mich.

Wie ist die Idee der deutsch-deutschen Städtepartnerschaft entstanden und wie wurden die Marler in Bitterfeld aufgenommen?
Degen: Marl hatte sich bereits vor der Wende um Kontakte zu einer Stadt in der DDR bemüht, die wie Marl von und mit Kohle und Chemie lebt. Als es dann mit Bitterfeld klappte, stimmte zwischen den handelnden Personen auch die "Chemie".

Was hat sich Ihrer Meinung nach in den vergangenen 20 Jahren am deutlichsten im deutsch-deutschen Verhältnis verändert?
Degen:
Verändert hat sich alles, weil es vorher zwischen den Menschen beider Teile Deutschlands kein Verhältnis geben durfte. Mit der Wiedervereinigung ist Deutschland größer, schöner und friedlicher geworden.

Wenn Sie Bitterfeld damals und heute beschreiben würden, was würde Ihnen spontan einfallen?
Degen: Bitterfeld war weltweit das Beispiel für die Umweltzerstörung durch die Industrie in der DDR. Heute ist Bitterfeld mit der umfassend sanierten und mit der erhaltenen Umwelt am Rande der "Dübener Heide" immer eine Reise wert.

Ist Normalität eingekehrt oder warum ist die Städtepartnerschaft so wenig im Bewusstsein der Marler verankert?
Degen: Ich glaube, dass die Partnerschaft, die mit der Hilfe bei der Jahrhundertflut 2002 zu einer echten Freundschaft geworden ist, den Marlern sehr wohl bewusst ist. Die Kontakte und Besuche vieler Vereine und Einzelpersonen sind zur Normalität geworden.

Wenn Sie drei Wünsche frei hätten - was würden Sie sich für Deutschland wünschen?
Degen:
Ich wünsche mir, dass die Lebens- und Einkommensverhältnisse möglichst schnell einheitlich werden. Der Solidaritätsbeitrag, der eher zur Entsolidarisierung beiträgt, muss abgeschafft werden. Allerdings muss die Finanzierung der Städte und Gemeinden in Ost und West verändert und verbessert werden.

 


Marler Zeitung 29.09.2009
Bitterfelder Zeitzeugen im Gespräch
Marl. Am Vorabend des Tages der Deutschen Einheit lädt der Städtepartnerschaftsverein Marl-Bitterfeld am Freitag, 2. Oktober, um 18 Uhr ins Rathaus ein. -

Vor 20 Jahren erkämpften sich die Völker des ehemaligen Ostblocks in einer friedlichen Revolution schrittweise Freiheit und Demokratie. Angefangen beim erfolgreichen Kampf der Gewerkschaft "Solidarnosc" in Polen über die Grenzöffnung in Ungarn bis zum Fall der Berliner Mauer. In dieser Zeit wurden auch erste Kontakte zwischen Marl und Bitterfeld geknüpft. Am Freitag führt Manfred Degen mit den Zeitzeugen Horst Tischer und Ingo Gondro aus Bitterfeld daher durch eine Gesprächsrunde "Die friedliche Revolution und der Beginn der Wende". Das "Hot Swing Duo" macht Musik.

 


Marler Zeitung 07.07.2009 (Petra Buch, dpa)
Der Himmel über Bitterfeld wird mit der Wende blau
Stinkender „Silbersee“ der DDR
Jone Fonda kam inkognito
Dreckschleudern verschwunden
Altlast noch immer in der Erde
Als dreckigste Region galt Bitterfeld-Wolfen zur Wende. Schwarze Fassaden, rauchende Schloten, heruntergewirtschaftete Chemieanlagen und ein riesiger Braunkohletagebau prägten das Bild. Mit dem Fall der Mauer kam das von den DDR-Oberen unter dem Deckel gehaltene Ausmaß der Umweltkatastrophe in dem geschundenen Landstrich im heutigen Sachen-Anhalt ans Licht. So soll die US-Schauspielerin und Umweltaktivistin, Jane Fonda, die 1990 in Leipzig weilte, bei ihrem Besuch inkognito in Wolfen geweint haben, als sie am Ufer der Grube „Johannes“ stand. „Silbersee“ nannte der Volksmund das penetrant stinkende Wasser mit den silbern glänzenden Abfällen der einstigen Filmfabrik. 20 Jahre später hat sich das Bild gewandelt: Bitterfeld-Wolfen wirbt als grüne Stadt mit moderner Industrie.“ Heute gibt es keinen Unterschied mehr, zwischen Industrieregionen in Ost und West, zwischen der Luft etwa im Ruhrgebiet oder Bitterfeld“, sagt die Umweltexpertin beim Umwelt-Bundesamt (UBA/Dessau-Roßlau), Ute Dauert. Mit der Wende startete in Bitterfeld-Wolfen eines der weltweit größten ökologischen Sanierungsprojekte. Anschaulich ist dies in Karten zur Luftbelastung mit Schadstoffen zu sehen. So war bis 1989 Bitterfeld-Wolfen ein großer schwarzer Fleck – heute ist der Landstrich ebenso farblich positiv gelb wie andere in Deutschland. Eine Altlast liegt aber heute noch tief unter Bitterfeld. Eine verunreinigte Grundwasserblase deren Sanierung nach Meinung von Experten noch viele Jahre dauern wird. Die Luft ist besser, die Dreckschleudern sind verschwunden: „Es wurden viele Anlagen stillgelegt, andere nach den neuesten Standards ausgerüstet, so z. B. mit Filteranlagen oder ganz neu und modern gebaut“, sagt Dauert. Auf dem sanierten Areal des einstigen maroden Chemiekombinats Bitterfeld (CKB) entstand der Chemiepark Bitterfeld-Wolfen, der als einer der Leuchttürme der ostdeutschen Chemie gilt. Einen großen Aderlass gab es aber bei der Beschäftigung – etliche Menschen verließen die Region. Waren zu DDR-Zeiten Zehntausende in den Kombinaten der Chemie und des Bergbaus sowie in der damaligen „ORWO“ Filmfabrik tätig, mussten viele mit den Stilllegungen auf Jobsuche gehen. Trotz neuer Ansiedlungen in Industrie, Mittelstand, Handwerk und im Dienstleistungsgewerbe, ist die Arbeitslosigkeit weiter hoch – denn die moderne Chemie mit Computersteuerung braucht relativ wenige Arbeiter. Die Arbeitslosenquote von Bitterfeld-Wolfen lag nach Angaben der Regionaldirektion Sachsen-Anhalt-Thüringen der Bundesagentur für Arbeit im März bei 14,4 % - in Sachen-Anhalt bei 14,8 %. Rund 46.300 Menschen leben in der seit 1. Juli 2007 fusionierten Stadt. 7.300 Arbeitslose gab es im März. Für Investoren aus dem In- und Ausland ist die Region nach Meinung von Experten wegen der Lage in der Mitte Europas, der Nähe zu Universitäten, Hochschulen und Wissenschaftsinstituten sowie wegen der Fachkräfte attraktiv.
Rund 360 Firmen haben sich seit der Wende im Chemiepark Bitterfeld-Wolfen angesiedelt, wo rund 11.000 Menschen beschäftigt sind. Die Infrastruktur wurde erneuert, die Kreislaufwirtschaft mit den für die Chemie so wichtigen Voraussetzungen, wie dem Chlorverbund unterscheidet den Standort von anderen in der Branche in Deutschland. Der Leverkusener BAYER-Konzern produziert in seiner Bitterfelder Tochterfirma frei verkäufliche Tabletten und in Wolfen-Thalheim gibt es mit der Solarindustrie rund um das börsennotierte Unternehmen Q-Cells eine neue Branche.
„In den Landkreis Anhalt-Bitterfeld flossen von 1991 bis Ende 2008 in 711 industrielle Projekte rund vier Milliarden Euro. Davon kamen 783 Millionen Euro vom Bund, dem Land und der EU, rund 13 000 neue Arbeitsplätze entstanden“, sagt der Sprecher von Sachsen-Anhalts Wirtschaftsministeriums, Rainer Lampe. Dazu flossen 541 Millionen Euro für 84 Infrastrukturprojekte – 362 Millionen Euro gaben Bund, Land und EU.
Nicht anders ist es im Bergbau: Wo bis zur Wende mit gigantischen Geräten 60 Jahre lang pro Tag 32 000 Tonnen Braunkohle aus dem Boden geholt wurden, lockt heute der Goitzsche-See zum Freizeitvergnügen.
Und der zu DDR-Zeiten ironische Spruch: „Sehen wir uns nicht in dieser Welt, dann sehen wir uns in Bitterfeld“ wird Gästen nun als Aufforderung zum Wiederkommen ans Herz gelegt.


Marler Zeitung 06.07.2009
Marler feiern mit beim Hafenfest
Marl. Mit 50 Teilnehmern besuchte der Städtepartnerschaftsverein Marl/Bitterfeld die Partnerstadt in Sachsen-Anhalt. Anlass war das "4. Bitterfelder Hafenfest", das am Ufer des Goitzsche-Sees drei Tage lang mit über 20000 Besuchern gefeiert wurde. -
Auch Gäste aus Dzerzhinsk in Russland und aus der polnischen Stadt Kammienna Gora mit ihren Bürgermeistern waren zum Hafenfest gekommen. Die Stadt Marl wurde von der stellvertretenden Bürgermeisterin Ingrid Heinen vertreten. "Wer vor 20 Jahren, als der Braunkohlentagebau in Bitterfeld noch in vollem Gange war, gesagt hätte, dass man sich später zum  Hafenfest treffen würde, den hätte man damals für verrückt erklärt" stellte der Vorsitzende des Marler Partnerschaftsvereins, Manfred Degen, im Hinblick auf die rasante Entwicklung Bitterfelds von der dreckigsten Stadt Europas zum geschätzten Naherholungsgebiet fest.
Die Marler Gäste bildeten die Fan-Kulisse für das Fußball-Turnier zwischen je zwei Jugendmannschaften aus Bitterfeld-Wolfen und Marl.
Mit ihrem Besuch bei den Marler Gästen im Hotel unterstrich die Oberbürgermeisterin Petra Wust, dass die Städtepartnerschaft mit Marl auch in der neuen Stadt Bitterfeld-Wolfen einen besonderen Stellenwert hat.
Das Rahmenprogramm hatte dieses Mal neben dem Abstecher bei der Rückfahrt zur wunderschönen Fachwerkstadt Quedlinburg vor allem politische Schwerpunkte. So wurde in der Landeshauptstadt Magdeburg der Landtag, in dem der Mitbegründer der Partnerschaft, Wolfgang Schäfer, Finanzminister und Landtagspräsident war, besucht. In Leipzig stand die Visite der ehemaligen Stasi-Zentrale "Runde Ecke" auf dem Programm.


Amtsblatt Bitterfeld-Wolfen vom 07.08.2009
Herzliche Glückwünsche aus Bitterfeld-Wolfen zum
80. Geburtstag von Hans Eilers
Am 4. Juli 2009 reiste eine Delegation der Stadt Bitterfeld-Wolfen und des Förderkreises für Städtepartnerschaften der Stadt Bitterfeld e. V. zur Geburtstagsfeier von Hans Eilers nach Marl. Für die Bitterfeld-Wolfener ist Hans Eilers nicht nur Mitbegründer und Wegbereiter der Städtepartnerschaft, sondern auch ein lieber Freund. Die Verleihung der Bitterfelder Stadtplakette erhielt er am 30.01.2007 gemeinsam mit Willi Wagner. Viele Gäste kamen, um Hans Eilers zu gratulieren und für sein Engagement zum Wohle der Städte Marl und Bitterfeld-Wolfen zu danken. Erinnerungen an die Zeit als stellvertretender Bürgermeister der Stadt Marl und die vielen schönen städtepartnerschaftlichen Austausche, die er in seiner Funktion als Vorsitzender des Marler Städtepartnerschaftsvereins organisiert hatte, wurden ausgetauscht. Immer wieder wurde betont, dass es auch fast zwanzig Jahre nach dem Mauerfall solcher Persönlichkeiten wie Hans Eilers bedarf, die dazu beitragen, die Mauer in den Köpfen niederzureißen. Hans Eilers freute sich sehr über die Ehrungen aus Bitterfeld-Wolfen, das Glückwunsch-Schreiben, die Blumen und Geschenke. Der Aufenthalt in Marl währte nur drei Stunden. „Aber für Freunde nimmt man jeden Weg auf sich“, meinte die Geschäftsführerin des Förderkreises für Städtepartnerschaften, Annelie Hesse.