Presse


„MZ" vom 14.09.2015 von Julia Heimlich
Zur Silberhochzeit gibt's im Park Bitterfeld-Bier
Seit 25 Jahren besteht die Städtepartnerschaft mit Marl / Mehr Aktivitäten gewünscht
Marl. Seit einem Vierteljahrhundert sind Marl und das sächsische Bitterfeld Partnerstädte. Was als Austausch zwischen zwei Kohle- und Chemiestandorten begann, ist zu einer Freundschaft geworden. Und diese Verbundenheit wurde am Wochenende im Marler Rathaus gefeiert.
Die Marler hatten 25 Mitglieder des Partnerschaftsvereins aus Bitterfeld zu diesen Feierlichkeiten eingeladen. Passend zum Jubiläum wurde eine Erneuerungsurkunde von den Bürgermeistern und Vertretern der Partnerschaftsvereine unterzeichnet.
Die Partnerschaft zwischen Marl und Bitterfeld entstand aufgrund von zwei Gemeinsamkeiten: der Kohlebergbau und die Chemie-Industrie haben sie geprägt. Inzwischen herrsche eine enge Freundschaft und Verbundenheit zwischen Bitterfeld und Marl, erklärte Bürgermeister Werner Arndt.
Die Partnerschaftsvereine in beiden Städten tragen dazu entscheidend bei. „Durch die engagierte Arbeit der Vereine wird der kulturelle und soziale Austausch enorm gefördert", lobte Arndt. Appell des Bürgermeisters: Ob im In- oder Ausland – „die Menschen müssen einander begegnen".
Dr. Joachim Gülland, Ortsbürgermeister in Bitterfeld, freute sich über die gute Zusammenarbeit. Beide Städte seien gleichberechtigte Partner, stellte er fest. Auch für ihn keine Frage: „Beide Städte haben den Vereinen viel zu verdanken. Ihre Unterstützung ist unersetzlich.

 

Manfred Degen ist jetzt Ehrenknappe
Für ihr großes Engagement bekamen Manfred Degen, Vorsitzender des Städtepartnerschaftsvereins Marl-Bitterfeld, und Annelie Hesse, Geschäftsführerin des Freundeskreises Städtepartnerschaft Bitterfeld, eine besondere Anerkennung: Neben Gülland durften auch sie sich in das Goldene Buch der Stadt Marl eintragen. Außerdem wurden acht Mitglieder des Freundeskreises Städtepartnerschaft Bitterfeld für ihr Engagement ausgezeichnet.
Eine besondere Ehre wurde Manfred Degen zuteil. Der Vorsitzende des Marler Bitterfeld-Partnerschaftsvereins wurde zum Ehrenmitglied der Bitterfelder Knappen ernannt. Degen engagiert sich auch in seiner Heimatstadt für bergmännische Tradition und ist Ehrenvorsitzender des Marler Knappenvereins.
Die Bitterfelder Gäste sahen sich bei ihrem Besuch auch in Marl und der Umgebung um. Sie nutzten die Gelegenheit, sich im Rathaus die vielbeachtete, zu Ende gehende Ausstellung chinesischer Kunst anzusehen, feierten in der Erlöserkirche und starteten einen Ausflug zum Weltkulturerbe „Zeche Zollverein". Für die kommenden Jahre wünschen sich alle Beteiligten eine größere Teilnahme der Bürger an den partnerschaftlichen Aktivitäten. Gülland will sein Versprechen aus dem letzten Jahr einlösen: „Zum Volksparkfest am 03. Oktober werden wir 50 Liter Bitterfelder Bernsteinbier mitbringen!"

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Zum 25-jährigen Bestehen der Städtepartnerschaft wurde die Erneuerungsurkunde von den Bürgemeirstern Dr. Joachim Gülland und Werner Arndt sowie Manfred Degen, Dr. Werner Rauball (Mitglied des Partnerschaftsvereins in Bitterfeld) und dem stellvertretenden Ortsbürgermeister Bitterfelds, Joachim Teichmann (hintere Reihe v.l.) unterzeichnet.


 „MZ" vom 11.09.2015 von Heinz-Peter Mohr
Städtefreundschaft wird bekräftigt
Marl und Bitterfeld feiern 25 Jahre Partnerschaft
Wenn der Partnerschaftsverein Marl-Bitterfeld an diesem Wochenende 25 Gäste aus der ostdeutschen Partnerstadt empfängt, zeigt er ihnen die Schönheiten des Ruhrgebiets. Am Samstag unternehmen die Marler mit ihren Bitterfelder Freunden einen Ausflug zur Zeche Zollverein, dem Weltkulturerbe des Reviers. Aber auch in Marl gibt es eine Menge zu sehen.

 

Ein Besuch des Erzschachts, eine Stadtrundfahrt mit moderner Architektur und die China-Ausstellung des Skulpturenmuseums stehen auf dem Programm. Drei Tage lang werden die Bitterfelder Besucher Marl und Umgebung erkunden.
Vor allem aber wollen sie die Städtefreundschaft bekräftigen und deren Jubiläum feiern. Am Samstag empfängt Bürgermeister Werner Arndt die Delegation im Rathaus. Dort wird er mit seinem Amtskollegen, Oberbürgermeister Dr. Joachim Gülland, die Urkunden unterzeichnen und die Partnerschaft erneut besiegeln. Verdiente Männer und Frauen der ersten Stunde werden ausgezeichnet.
Dem Partnerschaftsverein gehören in Marl 90 Mitglieder an, Familien und Firmen mitgerechnet. 44 Marler haben vor drei Monaten in der einstigen Chemiestadt das Jubiläum gefeiert.
Im Gepäck hatten sie den „Marl-Bilderfelder Bilderbogen", der mit vielen Fotos und Texten an die Höhepunkte der Partnerschaft erinnert. Viel Aufbauhilfe leisteten die Marler nach der Wende, unterstützten Altenheime, Kindergärten und Verwaltung mit Geld und Sachspenden. Unvergessen bleibt auch der Marler Dauereinsatz bei der Flutwelle 2002. Feuerwehr und Technisches Hilfswerk halfen bei der Evakuierung und beim Stapeln der Sandsäcke.
Von der Dunstglocke der alten Industrieanlagen und Braunkohleöfen ist in Bitterfeld heute nichts mehr zu sehen: Die Stadt ist grüner, die Lauft sauberer. Der Vorsitzende des Partnerschaftsvereins, Manfred Degen, besucht sie jedes Jahr: „Bitterfeld ist immer eine Reise wert".


 

MZ“ vom 19.06.2015
Besuch in Bitterfeld
Zum 25jährigen Bestehen der Städtepartnerschaft Marl-Bitterfeld machten sich 44 Marler auf die Reise nach Sachsen-Anhalt. In vier Tagen erlebten die Gäste ein attraktives Programm mit einer Feierstunde im Bitterfelder Rathaus als Höhepunkt. Marianne Meister, Gisela Brauckmann, Willi Wagner, Manfred Degen, Hans-Günter Sorger, Dietmar Amrhein und Barbara Wiethoff-Osemann wurden dabei für ihren besonderen Einsatz für die Städtefreundschaft geehrt. Die Marler revanchierten sich mit einer umfangreichen Festschrift über die Partnerschaft Marl-Bitterfeld. Der Gegenbesuch der Bitterfelder ist im September geplant.

25 Jahre Marl und BTF-Wo

 


„Mitteldeutsche Zeitung“ 07.06.2015 Von ulf rostalsky
Vor 25 Jahren wurde die Städtepartnerschaft zwischen Bitterfeld und Marl besiegelt. Kohle und Chemie verbinden beide Kommunen über Ländergrenzen hinweg.
Marl in Nordrhein-Westfalen und Bitterfeld in Sachsen-Anhalt feiern Silberhochzeit.
Vor 25 Jahren haben beide Kommunen zusammengefunden. Die Beziehung hält. Sie wird auf offizieller und privater Ebene gelebt. Dennoch sagt der Bitterfelder Ortsbürgermeister Joachim Gülland (Linke) geradeheraus, dass er sich für die Zukunft noch mehr Teilhabe wünsche.

Reife Jugend gibt den Ton an Die Städtepartnerschaft kann Nachwuchs gebrauchen. Ihre aktiven Mitstreiter wie der Bitterfelder Dietmar Mengel und der Marler Manfred Degen kokettieren schon einmal mit ihrem Alter. Man kennt sich seit Jahrzehnten, ist reifer geworden und überlegt laut, den Vorsitz im Verein niederzulegen. „Da keiner da ist, der es machen will, muss ich mich wohl wieder überzeugen“, sagt der 75-jährige Ex-SPD-Landtagsabgeordnete Degen. Im Verein in Marl und im Bitterfeld-Wolfener Pendant gibt die reife Jugend den Ton vor.
Jugendaustausche zwischen Bitterfeld und Marl Das muss kein Problem sein. Die Akteure haben sich immer wieder vor den Karren gespannt und Gemeinschaft gelebt. Man passt zueinander. Als 1990 über eine Partnerschaft mit einer Ostkommune nachgedacht worden war, gab es in Marl eine deutliche Ansage. „Es musste eine Stadt sein, die die gleichen wirtschaftlichen Grundlagen hat. Kohle und Chemie“, erinnert Manfred Degen. Bitterfeld war von Anfang an erste Wahl. Man redete die gleiche Sprache. Bitterfelder Bergleute und Marler Knappen waren immer im Boot. Die Chemie stimmte. Bitterfelder Kinder erholten sich im Westen. Jugendaustausche sind heute noch aktuell. „Ich war froh, damals in der Verwaltung einen erfahrenen Partner aus Marl zu haben“, blickt Bitterfeld-Wolfens stellvertretender Oberbürgermeister Rolf Hülßner auf die frühen Neunziger zurück. Wie in anderen Orten gab es neben materieller auch konkrete Verwaltungshilfe. Die Bitterfelder Wohnungsgesellschaft Neubi baute auf Erfahrungen der Marler Neuma auf. Austausch zählt. Und Bitterfeld scheint den Marlern mittlerweile zumindest in Sachen Strukturwandel ein gutes Stück voraus. Im Westen schließt nächstes Jahr die letzte Zeche. Bergbau in Bitterfeld ist seit mehr als zwei Jahrzehnten vorbei. „Hätte damals jemand gesagt, dass wir hier regelmäßig beim Hafenfest dabei sind, wäre er ausgelacht worden.“ Für Manfred Degen hat Bitterfeld immer wieder sehr mutige Schritte gesetzt. „Respekt.“ Im Juni 1990 wurde die Partnerschaft besiegelt. Der mittlerweile verstorbene Marler Bürgermeister Lothar Henschel war ein Motor der Beziehungen. Er wurde Ehrenbürger Bitterfelds. Für die Freundschaft stark gemacht haben sich außerdem unter anderen die Bitterfelderin Annelie Hesse oder die Marlerinnen Barbara Osemann und Marianne Meißner - vor allen Dingen auf Vereinsebene.
Beistand in schwierigen Zeiten Wenn es eng wurde, griff man sich unter die Arme. Als Bitterfeld gleich zweimal in den Muldefluten zu versinken drohte, rückten Leute aus Marl an. Es wurde mit Mensch, Technik und Finanzen geholfen. Man steht zusammen und will es nicht bei der Silberhochzeit lassen. Die Jubelfeiern gehen mit dem Gegenbesuch der Bitterfelder im Herbst in Marl zu Ende. „Danach können wir uns auf die nächsten 50 Jahre konzentrieren.“ Schalk sitzt Leuten wie Manfred Degen immer im Nacken. (mz)Städtepartnerschaft: Bitterfeld und Marl feiern silberne Hochzeit | Bitterfeld - Mitteldeutsche Zeitung - Lesen Sie mehr auf:
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Mitteldeutsche Zeitung vom 06.06.2015
Kommentar
Frank Czerwonn glaubt, dass die Städtepartnerschaften wichtig für das Zusammenwachsen in Deutschland sind.
Nur ein Vierteljahrhundert
Kann das sein? Ist es wirklich bereits ein Vierteljahrundert her, dass Marl und Bitterfeld zu Partnerstädten geworden sind? Noch vor der deutschen Wiedervereinigung kam diese deutsch-deutsche Freundschaft zustande – und das gleich mit zwei Städten: Marl und Witten. Und so kann in diesem Jahr gleich ein doppeltes Jubiläum gefeiert werden. Im Herbst ist deshalb in Bitterfeld eine große Festveranstaltung geplant. Doch schon jetzt bekräftigen die Partner ihre Verbundenheit. Wie wichtig das auch den Marlern ist, zeigt die riesige Delegation, mit der sie derzeit Bitterfeld-Wolfen besuchen.
Gerade diese persönlichen Kontakte sind es, die die Menschen aus Ost und West einander näher bringen. Zu erleben, wie die anderen leben, miteinander reden, zusammen etwas unternehmen und Gemeinsamkeiten entdecken, das hilft mehr als alle Politikerreden. Und es bleibt wichtig. Auch noch nach 25 Jahren.


„Mitteldeutsche Zeitung“ 06.06.2015
Jubiläum
Neubi sorgt seit 25 Jahren für stabiles Wohnangebot.
Das feiert sie mit Gästen aus der Partnerstadt und Olaf Berger
von Michael Maul
Die Neue Bitterfelder Wohnungs- und Baugesellschaft (Neubi) hat sich im Altkreis Bitterfeld in den letzten 25 Jahren zu einem wichtigen Vermieter entwickelt. Doch nicht nur die Vermietung steht bei der Gesellschaft oben an, auch Abriss und vor allem Neubau haben einen hohen Stellenwert. Was sich aus dem ehemaligen VEB Gebäudewirtschaft entwickelt hat, kann sich sehen lassen. Aus diesem Grund hat die Neubi gestern zu einem großen Fest an den Bitterfelder Hafen eingeladen. Birgit Wielonek, die seit 2003 Geschäftsführerin der Gesellschaft ist, bezeichnet die Entwicklung als eine Erfolgsgeschichte. Zwar habe man einige Wohnungen abreißen müssen, konnte aber durch Neubau den Verlust wieder kompensieren. Der Bestand betrage z. Z. 3.500 Wohnungen, 1.200 davon befinden sich in Sandersdorf, sagt Wielonek. Besonders stolz sei man darauf, dass 80 Gewerbeobjekte zu dem Bestand der Gesellschaft gehörten, ebenso wie 500 Stellplätze und 80 Garagen sowie 600 Pachtflächen und Pachtgrundstücke in Sandersdorf und Bitterfeld.

Die Teilsanierung einiger Blöcke in Bitterfeld und Sandersdorf habe bei den Bewohnern großen Anklang gefunden, weiß Wielonek. „Das ist unser Beitrag gegen den Wegzug der Leute“, sagt sie. Attraktive Wohnungen in einem gesunden Umfeld würden die Menschen in der Region halten. „Der Start zum Bau der Neubauten am Leineufer im Jahre 2008 war für uns auch ein Neuanfang“, so die Geschäftsführerin. „Wir waren damals mutig, und wir werden es auch weiterhin sein“, gibt sie die Richtung vor.
Hans-Joachim Hoffmann, der als Techn. Leiter die Zeiten nach der Wende und die Gründung der Neubi miterlebt hat, blickt zurück: „Damals war an Neubau überhaupt nicht zu denken“, sagt er. Die marode Bausubstanz der etwa 4.000 Wohnungen, die im Bestand des VEB Gebäudewirtschaft standen, habe man erhalten müssen. Der Druck der Bewohner sei sehr groß gewesen, erinnert sich Hoffmann, denn alle hatten gehofft, dass nach der Wende auch gleich die blühenden Landschaften folgen würden. Dass dafür aber eine riesige Menge an Arbeit bewältigt werden musste, hätten viele nicht bedacht. Damals sei es notwendig gewesen, vor allem die Dächer, Fenster und Heizungen instand zu setzen oder zu erneuern. „Wir hatten ha noch Kitt in den Fenstern“, sagt er lachend. Das alles habe viel Kraft und viel Organisationstalent gefordert, erinnert er sich. Doch im Endeffekt habe der damalige Chef, Heinz Kleinert, alles organisiert und auf den Weg gebracht. „Und das wir heute nur 500 Wohnungen weniger im Bestand haben, zeugt von einer guten Arbeit in den letzten Jahren“, ergänzt Wielonek. Genauso wolle man in der Arbeit auch fortfahren. Neue Häuser bauen, alte Häuser sanieren oder abreißen und vor allem soziale Projekte unterstützen, das nennt Wielonek als Ziel der weiteren Arbeit.

Seit 25 Jahren besteht auch die Partnerschaft zwischen den Städten Marl und Bitterfeld. Aus diesem Grund machten 44 Gäste der Partnerschaft bei ihrer Reise durch den Landkreis auch bei den Festlichkeiten der Neubi Station. In dem großen Zelt, das genau zwischen den beiden Gaststätten am Leineufer passte, gaben sich dann große und kleine Künstler das Mikrofon in die Hand. Ob Lilli Henze als Helene Fischer ein Udo-Lindenberg-Double, Schüler der Yamaha-Musikschule oder die Sportler des Fightclub Bronxx aus Bitterfeld – alle Aktiven auf der Bühne trugen zur Unterhaltung der Gäste bei. Als Stargast hatte die Neubi Schlagerbarde Olaf Berger, engagiert, der am Abend für reichlich Stimmung sorgte. Der Parkplatz war fest in der Hand des Fördervereins Brandschutzerziehung, des Jugendclubs ‚83 aus Wolfen sowie einer 30 Quadratmetergroßen-Autorennbahn, die über Zuspruch nicht zu klagen brauchte. Auf der 15-Meter-Hindernishüpfburg konnte reichlich Sport getrieben werden, was angesichts der sommerlichen Temperaturen nicht einfach war.

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"MZ" 03.06.2015
Delegation reist in den Osten Marl und Bitterfeld feiern 25 Jahre Partnerschaft

MARL 25 Jahre sind die beiden Chemiestädte Marl und Bitterfeld Partner. Ihre Freundschaft ist lebendig geblieben. 44 Marler werden am Donnerstag in die einstige Chemiestadt fahren und dort das Jubiläum der Partnerschaft feiern.Vier Tage lang besucht die Marler Delegation die Stadt in Sachsen-Anhalt, den Partnerschaftsfestakt im historischen Rathaus, Deutschlands größten Irrgarten in Jeßnitz bei Bitterfeld und ein Festkonzert im Wasserzentrum: Der Tank der einstigen Wasserversorgung ist jetzt Konzertsaal mit starker Akustik.
Mit im Gepäck haben die Marler die neue Broschüre „Marl-Bitterfelder Bilderbogen“. Sie erinnert mit vielen Fotos und Texten an die Höhepunkte der Partnerschaft beider Städte. In einer Auflage von 500 Exemplaren wird sie an die Mitglieder der Partnerschaftsvereine verteilt.„Als wir 1990 zum ersten Mal nach Bitterfeld kamen, zischte und tröpfelte es, stank nach Braunkohle“, erinnert sich Willi Wagner, heute Beisitzer und lange erster Geschäftsführer des Partnerschaftsvereins. „Niemand wusste, wie es nach der Wende weitergehen sollte.“Aufbauhilfe geleistetBereits im Winter 1989, nach dem Fall der Mauer, hatten beide Chemiestädte erste Kontakte geknüpft. Mit einem Städtepartnerschaftsvertrag warteten sie aber noch, bis in Bitterfeld ein demokratischer Rat gewählt war. Marls damaliger Bürgermeister Lothar Hentschel, engagierter erster Vorsitzender des Partnerschaftsvereins, und seine Kollegin Edelgard Kauf unterzeichneten den Vertrag am 9. Juni 1990. Seither leisteten die Marler Aufbauhilfe. Mitarbeiter der Stadt unterstützten Bitterfeld bei der Neuorganisation der Verwaltung, der Rat stellte 200 000 DM zur Verfügung. Krankenhaus und Feuerwehr bekamen neue Geräte, Altenheime neue Waschmaschinen, Kindergärten neues Spielzeug.Unvergessen bleibt auch die Marler Hilfe bei den Flutkatastrophen 2002 und 2013. Die Marler organisierten Benefizaktionen, spendeten weit über 150 000 Euro. Marls Feuerwehr war in der Partnerstadt tagelang im Dauereinsatz."Immer eine Reise wert"Heute ist Bitterfeld grüner geworden, die Luft sauberer. Nach dem Zusammenschluss mit der Nachbarstadt (2007) zählt Bitterfeld-Wolfen heute 46 000 Einwohner.Ein Teil der Industrie ist verschwunden. Doch die Chemie stimmt noch zwischen den befreundeten Städten.Der Marler Partnerschaftsverein um den Vorsitzenden Manfred Degen hat konstant
etwa 70 Mitglieder. Jedes Jahr fahren sie nach Bitterfeld, besuchen zum Beispiel das spektakuläre Hafenfest: „Die Stimmung ist gut – und die Bitterfelder können feiern“, sagt der Vorsitzende Manfred Degen. „Bitterfeld ist immer eine Reise wert.

 

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“Beisitzer Willi Wagner, Vorsitzender Manfred Degen und Geschäftsführer Willi Gutberlet (v. l.) präsentieren die Broschüre zum Jubiläum des Partnerschaftsvereins Marl-Bitterfeld.
Foto: Heinz-Peter Mohr


„MZ" vom 19.05.2015
Neue Städtepartnerschaft Herzlia war gestern, Krosno ist morgen
MARL Marl wird jetzt auch mit der polnischen Stadt Krosno eine Städtepartnerschaft begründen. Damit soll der Freundschaftsvertrag aus dem Jahr 2013 bekräftigt werden. Zwar gab es in der Ratssitzung wegen der Kosten auch erhebliche Bedenken vonseiten der CDU-Fraktion gegen einen solchen offiziellen Akt. Dennoch entschloss sich die Mehrheit für die Städtepartnerschaft.
Ihr geht eine schon langjährige Freundschaft zwischen drei Marler Schulen mit Schulen in Krosno voraus. So haben die Willy-Brandt-Gesamtschule, das Albert-Schweitzer- /Geschwister-Scholl-Gymnasium sowie das Hans-Böckler-Berufskolleg im Jahr 2013 Schulpartnerschaften mit weiterführenden Schulen in Krosno geschlossen.
Seitdem nimmt die Stadt Krosno auch am internationalen Jugendtreffen „Mit der Jugend die Welt bewegen" teil. 2014 war sie Gastgeber und Ausrichter des Jugendprojektes.
Volksparkfest und

Karpatenfestival
Krosno liegt im Karpartenvorland im südöstlichen Teil von Polen. Die Stadt hat rund 50 000 Einwohner und war bis 1999 die Hauptstadt der gleichnamigen Provinz. Seitdem ist Krosno Partnerstadt der ungarischen Stadt Zalaegerszeg, die ebenfalls eine Städtepartnerschaft mit Marl unterhält. Offizielle Begegnungen finden jährlich in Marl zum Volksparkfest und zum Karpaten-Festival in Krosno statt.

Offizielle Sprachlosigkeit herrscht schon länger zwischen Marl und der israelischen Partnerstadt Herzlia. Bereits Ende April hat sich deshalb auch der Partnerschaftsverein Marl-Herzlia aufgelöst. Gisela Brauckmann, sie ist Gründungsmitglied des Vereins, bedauert diesen Entschluss sehr.
„Wir haben versucht, die Partnerschaft aufrechtzuerhalten, was uns jedoch nicht gelungen ist", erzählt Gisela Brauckmann, die in den letzten Jahren den Vorsitz führte.
„Zum einen fehlten uns die Gegenpartner in Israel, zum anderen hatte der Verein zuletzt nur noch 32 Mitglieder", sagt die SPD-Politikerin auf Nachfrage unserer Zeitung. Zur letzen Versammlung erschienen 15 Mitglieder, 13 von ihnen haben nach Angaben Brauckmanns für die Auflösung des Partnerschaftsvereins gestimmt. Zuvor sei der Vorstand entlastet worden.
Gisela Brauckmanns Stellvertreter Kurt Langer will allerdings versuchen, die Ziele des Vereins in anderer Form wieder zu beleben. Der Lehrer am ASGSG, der sich auf vielen Ebenen für die deutsch-jüdische Verständigung einsetzt, will mit jungen Leuten neue Wege für den Austausch mit Herzlia suchen. Bisher hatte auch die Hüls AG Stiftung Begegnungen junger Leute möglich gemacht.
Das Vermögen des 1981 gegründeten Partnerschaftsverein fällt übrigens laut Satzung an die Stadt. Gisela Brauckmann hofft, dass das Geld für andere gemeinnützige Zwecke genutzt wird. Am liebsten wäre ihr, wenn das Geld in die Jugendarbeit fließen würde.