Presse

"MZ" vom 13.03.2018

Lüneburg



Carola Niczko: Auszug aus "Bitterfelder Amtsblatt" vom 21.10.2017

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„MZ“ vom 16.10.2017

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EHRUNG für Manfred Degen: Bei der Jahreshauptversammlung des Partnerschaftsvereins Marl-Bitterfeld wurde der langjährige erste Vorsitzende Manfred Degen (Mitte) zum Ehrenvorsitzenden ernannt. Die Ehrenurkunde wurde ihm vom neuen Vorsitzenden Hans Schipper (links) und vom stellvertretenden Bürgermeister Axel Großer überreicht. Axel Großer zählte in seiner Festrede die vielen Verdienste von Manfred Degen für den Partnerschaftsverein auf.
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 „MZ“ 26.09.2017
Partnerstadt feiert Jubiläum Delegation reiste zum 10. Geburtstag nach Bitterfeld-Wolfen in Sachsen-Anhalt MARL. Marls Partnerstadt Bitterfeld-Wolfen hat in diesem Jahr ihr 10-jähriges Bestehen gefeiert. Aus Anlass des Festwochenendes besuchte eine Delegation der Stadt Marl sowie Mitglieder des Partnerschaftsvereins die noch junge Stadt in Sachsen-Anhalt und feierte den runden Geburtstag mit. Im Namen der Stadt Marl sprach der stellvertretende Bürgermeister Axel Großer dem Stadtoberhaupt von Bitterfeld-Wolfen, Armin Schenk, eine herzliche Gratulation zum runden Stadtjubiläum aus. Gemeinsam nahm Großer mit einer Delegation aus Marl und den Freunden des hiesigen Städtepartnerschaftsvereins am offiziellen Jubiläums-Festwochenende teil. „Bitterfeld-Wolfen und Marl sind seit nunmehr 27 Jahren freundschaftlich eng verbunden“, so Großer in seiner Ansprache zum Festakt. Vor zwei Jahren erst – zum 25-jährigen Jubiläum – bekräftigten beide Städte ihre Partnerschaft mit einer Erneuerungsurkunde in Marl. „In all den Jahren haben wir gemeinsam wichtige Impulse gesetzt und viel voneinander gelernt“, sagte Großer. „Es sind vor allem die Menschen, die unsere Städtepartnerschaft bis heute zu etwas ganz Besonderem machen“. Bitterfeld-Wolfen und Marl verbindet eine besonders lebendige Partnerschaft, die bestimmt ist durch einen regen Erfahrungsaustausch. Schon vor der Deutschen Wiedervereinigung gab es regelmäßige Kontakte zwischen beiden Städten. Nach der Wende wurde im Juni 1990 die offizielle Städtepartnerschaft begründet, um gemeinsam mit den Bürgern beider Städte das Zusammenwachsen von Ost und West zu fördern. Bis 2007 war Bitterfeld eine eigenständige Stadt und Kreisstadt im Landkreis Bitterfeld. Heute ist Bitterfeld ein Ortsteil der fusionierten Stadt Bitterfeld-Wolfen mit rund 41000 Einwohnern.
Copyright 26.09.2017 MedienhausBauer
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 "MZ" vom 23.09.2017

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Besuch bei Freunden: Der Partnerschaftsverein Marl-Bitterfeld besuchte jetzt seine Partnerstadt in Sachsen-Anhalt. Die Gruppe nutzte die Chance und machte einen Abstecher in die Lutherstadt Wittenberg. Das Bild zeit die Gruppe vor der Tür der Schloßkirche zu Wittenberg
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"MZ" 21.07.2017

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„Mitteldeutsche Zeitung“ vom 07.11.2016
Das Ergebnis spricht eine deutliche Sprache: 57,91 Prozent aller Wähler haben am Sonntag für Armin Schenk (CDU) als neuen Oberbürgermeister von Bitterfeld-Wolfen votiert. Für den Konkurrenten Eckbert Flämig (Einzelbewerber) setzten nur 42,09 Prozent ihr Kreuzchen. Seinen Wahlsieg feierte Schenk mit Unterstützern im Restaurant San Lorenzo.

Unter den Gästen waren auch die schon vor zwei Wochen unterlegenen OB-Kandidaten Jan Kiese (SPD) und Marko Roye (Die Linke). „Das Ergebnis ist irre. Ich hätte mit einem deutlich knapperen Ausgang gerechnet“, freute sich der 55-jährige Schenk. „Ich glaube, den Ausschlag hat gegeben, dass ich mir langfristig Vertrauen bei den Bürgern dieser Stadt erarbeitet habe.“ Seinen besten Wert erzielte Schenk in seinem Wohnort Thalheim (84,86 Prozent der Wählerstimmen).
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„Mitteldeutsche Zeitung“ vom 07.11.2016 Bitterfeld-Wolfen
Na, wer sagt es denn“, „Gratulation!“ – In den Facebook-Kommentarspalten der MZ Bitterfeld hat am Sonntagabend viel Freude über den Wahlausgang in Bitterfeld-Wolfen dominiert. Mehrere Nutzer bejubelten, dass die AfD den Einzug in die Stichwahl verpasste.
Im März holte die Partei bei der Landtagswahl Stimmenanteile über 30 Prozent und damit Spitzenwerte. Bei der OB-Wahl landete der AfD-Kandidat jetzt bei knapp 21 Prozent und damit auf Platz 3. „Danke Bitterfeld-Wolfen, da gibt es wohl doch noch eine Menge Leute mit etwas Hirn, Herz und Anstand“, schrieb ein Nutzer auf der Facebook-Seite der MZ.
„Bitterfeld“ wird Trendthema
Der Anhalt-Bitterfelder Grünen-Politiker Hinrich Nowak erntete für seinen Kommentar den meisten Zuspruch. Er meinte: „Ein guter Tag für Bitterfeld-Wolfen. Den Spuk einer Stichwahl mit einem AfD-Kandidaten wird es nicht geben. Krawall ist letztlich keine Methode der Überzeugung. Und das haben die meisten, die in der Stadt gewählt haben, ganz klar erkannt.“
In einem weiteren Eintrag hieß es: „Dort, wo es um direkte Verantwortung geht und eine Protestwahl gefährlich sein könnte, haben AfD-Kandidaten offenbar geringe Wahlaussichten.“
Auch auf der Plattform Twitter spielte die OB-Wahl in Bitterfeld-Wolfen eine Rolle. Der Begriff „Bitterfeld“ schaffte es zwischenzeitlich unter die Trendthemen, so oft erwähnten die Nutzer die hiesige Wahl. Ein Beitrag ist dabei aber weniger euphorisch: „Kann mir irgendwer erklären, warum 20 Prozent für einen AfD-Oberbürgermeister-Kandidaten ein Grund zum Feiern sind?“
Doch es gab auch gegenläufige Äußerungen. Ein Kommentator tippte auf der MZ-Facebook-Seite, dass der Untergang von Bitterfeld besiegelt sei. „Ich bin mal gespannt, wann die ersten rumheulen, wie schlecht doch alles läuft.“
Ein anderer kommentierte zynisch: „Ich freue mich auch, dass alles so weiter geht, Steuern verschwendet werden und die Vetternwirtschaft nie aufhört.“ Mit „Gute Nacht, Bitterfeld-Wolfen“ drückte ein weiterer seinen Unmut über das Ergebnis aus.
Über 60 Prozent bleiben zu Hause
Auch die Wahlbeteiligung von knapp 40 Prozent war im Fokus. „Miserabel“, urteilte ein Kommentator. Ein weiterer führte den Mitlesern vor Augen, dass über 60 Prozent aller Wahlberechtigten am Sonntag zu Hause geblieben sind.
Ein Nutzer schrieb vor diesem Hintergrund auch von einem „Armutszeugnis für die Stadt.“ Immerhin lag die Wahlbeteiligung aber über dem Wert der OB-Wahl 2009. Damals gingen bei dem ersten Wahlgang 31 Prozent der Berechtigten an die Urnen. (mz/stsc)
– Quelle: http://www.mz-web.de/24969186 ©2016
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„MZ vom 27.10.2016
Jusos halfen beim Wahlendspurt Marler Delegation zu Gast in Bitterfeld MARL.
Eine Delegation der Marler Jusos war am Wochenende zu Gast in der Marler Partnerstadt Bitterfeld-Wolfen. Zum Endspurt im Oberbürgermeisterwahlkampf folgten die Marler Jungsozialisten der Einladung der dortigen Jusos, um den SPD-Kandidaten Jan Kiese auf den letzten Metern zu unterstützen. Flyer verteilen, diskutieren und Menschen von der Wichtigkeit der Stimmabgabe und vom Programm von Jan Kiese überzeugen: All das gehörte zu den Aufgaben im vollgepackten Terminplan für die letzten zwei Tage vor der Wahl. Aber auch Besichtigungen standen auf dem Programm. Unter anderem führte die Juso-Chefin im Landkreis Anhalt-Bitterfeld, Sarah Künzel, die Gäste aus dem Revier durch die Johann-Sebastian-Bach-Stadt Köthen. Während der Rückfahrt nach Marl saßen schließlich alle gebannt vor ihren Smartphones, um immer auf dem Laufenden zu sein und aktuelle Zwischenstände im Rennen um das Oberbürgermeisteramt zu erfahren. Auch wenn es für den SPD-Kandidaten Jan Kiese letztlich nicht zum Einzug in die Stichwahl gereicht hat, war es trotzdem „ein super Wochenende und hoffentlich der Auftakt dazu, die gute Freundschaft zwischen uns und den Bitterfeld-Wolfener Jusos wieder dauerhafter aufzubauen“, so der Marler Juso-Vorsitzende Frederik Müller. Der nächste Schritt hierfür ist bereits vereinbart: Voraussichtlich im April 2017 werden die Bitterfeld-Wolfener Jusos zur Unterstützung im NRW-Landtagswahlkampf nach Marl kommen.
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„Mitteldeutsche Zeitung vom 23.10.2016“ - Bitterfeld-Wolfen -
Bei den Bürgermeisterwahlen im Altkreis Bitterfeld haben die AfD-Kandidaten einen Einzug in die Stichwahlen verpasst. In Bitterfeld-Wolfen erreichte Kay-Uwe Ziegler laut vorläufigem Endergebnis mit 20,86 Prozent nur den dritten Platz. Wer Nachfolger von Oberbürgermeisterin Petra Wust (parteilos) wird, entscheidet sich am 6. November zwischen Armin Schenk (CDU, 39,57 Prozent) und Einzelbewerber Eckbert Flämig (23,81 Prozent). Die Wahlbeteiligung lag bei 39,6 Prozent (2009: 31,0 Prozent).
– Quelle: http://www.mz-web.de/24962778 ©2016
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„MZ“ vom 01.10.2016
Schnelles Wasser in Bitterfeld Schwimmen: Marler Delegation nimmt an Jugendaustausch mit Wettbewerb teil Marl/Bitterfeld.
Während ein Großteil der Wettkampfmannschaft der SGSSF Marl-Hüls jetzt in Gelsenkirchen startete, nahmen 12 Schwimmer, ein Kampfrichter und zwei Trainer die Einladung des Bitterfelder Schwimmvereins an und fuhren zu einem Jugendaustausch in die Marler Partnerstadt. Unterstützt durch den Partnerschaftsverein Marl-Bitterfeld, dem Engagement des Bitterfelder Schwimmvereins und dem Beitrag der SPD-Mitglieder Manfred Degen und Klaus Schäfer konnte von Donnerstag bis Sonntag nicht nur der sportliche Part in Form einer Wettkampfteilnahme abgedeckt werden, sondern die Marler lernten auch das Umland von Bitterfeld kennen. So besuchte die Delegation zusammen mit Sportlern aus dem ortsansässigen Schwimmverein das Tagebaumuseum Ferropolie sowie die „Stadt aus Stahl“ in Gräfenhainichen. Anschließend stand ein Stippvisite im Wörlitzer Schlosspark mit abschließender Falknerschau auf dem Programm. Im Wettkampf überraschten die Marler Schwimmer ihre Trainer mit vielen neuen Bestzeiten. Die Ausbeute konnte sich sehen lassen: Drei mal Gold, acht mal Silber und fünf mal Bronze. Eine tolle Leistung, schließlich war das Teilnehmerfeld hochkarätig besetzt. „Acht Mal wurde die Qualifikationsnorm für die NRW-Meisterschaft erreicht“ freute sich Cheftrainer Sascha Pukalla. Als besonders herausragende Leistung schaffte Danosch Brune sowohl über 50 als auch über 100 m nicht nur die Jahrgangsnorm, sondern konnte auch in der offenen Klasse die Pflichtzeit als erreicht ansehen. Linda Piwek bewies über die 50 m Brust ebenfalls, dass das Bitterfelder Wasser schnell war und verbesserte ihre persönliche Bestleistung um mehr als vier Sekunden. Linda gehörte mit Ruby Melcher, Kimberly Schröder und Philipp Urbanke zu den jüngsten im Team. Nach den hervorragenden Leistungen des Quartetts resümierte deren Trainerin Kathrin Strube nur: „Die sind nun in der Wettkampfmannschaft gut aufgehoben“. Abends warfen die Aktiven und Betreuer bei einer kleinen Party mit einigen Bitterfelder Vertretern bereits den Blick Richtung Zukunft. Alle waren sich einig, dass ein derartiger Jugendaustausch auf Wettkampfbasis zwischen den Vereinen der Partnerstädte jedes Jahr stattfinden sollte, wobei immer eine andere Stadt Gastgeber des Austauschs sein sollte.

Eine Marler Delegation nahm jetzt an einem Jugendaustausch (Wettkampf inklusive) in Bitterfeld teil. Die jungen Schwimmerinnen und Schwimmer schnitten dort hervorragend ab. Aber auch Ausflüge in die Umgebung standen an.


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„MZ“ vom 06.04.2016
Fahrt nach Goslar. Eigentlich wollten die Vorstandsmitglieder des Partnerschaftsvereins aus Bitterfeld und Marl in Goslar das Bitterfelder Hafenfest (16. bis 19. Juni) vorbereiten. Das erschreckende Ergebnis der Landtagswahlen beherrschte allerdings die Diskussion der Teilnehmer. Wie berichtet, erreichte die AfD in Bitterfeld 24,2 Prozent der Stimmen. Eine Marler Delegation wird am 16. Juni zum Hafenfest nach Bitterfeld fahren. Es sind noch einige Plätze frei. Wer Interesse hat, meldet sich bei Hans Schipper (Tel.: 22188) oder Manfred Degen (Tel.: 12258) an.


 

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Mitteldeutsche Zeitung vom 18.03.2016
Bitterfeld - Bitterfeld-Wolfens Oberbürgermeisterin Petra Wust will die Stadt wieder ins richtige Licht rücken.
Wer sich dieser Tage mit Petra Wust unterhält, erlebt Bitterfeld-Wolfens parteilose Oberbürgermeisterin aufgewühlt wie selten. Nachdem die AfD im Wahlkreis 29, also in Bitterfeld, bei der Landtagswahl vom Sonntag den meisten Zuspruch in Sachsen-Anhalt bekommen hat, sind zahlreiche deutsche und europäische Fernsehteams in die Stadt gereist, um sich auf Ursachensuche für das starke Abschneiden der rechtskonservativen Partei zu begeben. Darunter auch Spiegel-Online-Reporter.
Beitrag sei "einseitig und tendenziös"
Sie hatten sich am Montagmittag in Bitterfeld umgehört und ihre Eindrücke in einem Video mit dem Namen „Wo der Frust wohnt“ zusammengefasst. Wie ein Virus hat sich der Beitrag mit sehr drastischen Äußerungen von Passanten über Flüchtlinge im Internet verbreitet. Allein bei Facebook wurde er knapp vier Millionen Mal aufgerufen.
Für den Film wurde aber offensichtlich nur das eine Drittel, das die AfD gewählt hat, befragt. Die anderen zwei Drittel der Wähler kommen nicht zu Wort“, moniert Petra Wust und bezeichnet den knapp drei Minuten langen Film als „einseitig und tendenziös“. Und: „Man wollte Bitterfeld ins falsche Licht rücken

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.“„MZ“ vom 17.03.2016
Bitterfelder AfD-Erfolg überrascht nicht. Wahlergebnis soll aber an der Städtepartnerschaft nichts ändern / Parallelen zu Marl erkennbar von Julia Grunschel
MARL. Marls Partnerstadt Bitterfeld-Wolfen hat im Moment deutschlandweit wieder eine fragwürdige Berühmtheit. In der Stadt, die wegen ihrer Chemieanlagen und dem Braunkohletagebau nach der Wende als die „dreckigste Stadt“ Deutschlands galt, hat die Alternative für Deutschland (AfD) bei der Landtagswahl zwei Direktmandate geholt. Mit 33,4 Prozent holte Volker Olenicak sogar die meisten Erststimmen für seine Partei in ganz Sachsen-Anhalt. Im sozialen Netzwerk Facebook sorgt das Ergebnis auch unter vielen Marlern für Gesprächsstoff, ein Teil hinterfragt sogar jetzt die Partnerschaft.

Bürgermeister Werner Arndt hat bereits mit dem Bitterfelder Ortsbürgermeister Joachim Gülland (Linke) telefoniert. „Er sagt, die Stimmung sei komisch. Am Montag waren viele Medien vor Ort. Bitterfeld sehen viele jetzt in einer rechten Ecke.“ Der Erfolg der AfD habe laut Joachim Gülland viele Gründe. „Die AfD sitzt im Rat, sie soll da bisher aber unauffällig gewesen sein. Jetzt im Landeswahlkampf hat man wohl massiv auf die Neiddebatte im Zusammenhang mit Flüchtlingen gesetzt“, gibt Werner Arndt wieder. Joachim Gülland habe betont, dass es in Bitterfeld aber kaum Probleme mit den ca. 400 Flüchtlingen gäbe. „Viele Ehrenamtliche engagieren sich. Gleichwohl sei immer wieder zu hören: ‚Für die wird alles getan‘“, fasst Arndt das Telefonat zusammen. Dass die Wahlbeteiligung in Bitterfeld von knapp 48 auf 62 Prozent angestiegen ist, haben die beiden Bürgermeister auch thematisiert. „Man muss vorwegschicken, dass die Parteienbindung im Osten nicht so stark ist wie im Westen. Die AfD ist von Wechslern, Rechten und von ganz vielen Protestwählern gewählt worden, die früher ganz einfach nicht zur Wahl gegangen sind“, so Arndt.
Ob in Marl zum jetzigen Zeitpunkt mit ähnlichem Ergebnis gewählt worden wäre, kann der Bürgermeister natürlich nicht sagen. „Ich fürchte, dass uns das in NRW aber auch noch bevor steht. Die Stimmen, die sich gegen die aktuelle Politik wenden, werden immer lauter“, sagt Werner Arndt und erzählt aus seinem Alltag. „Bei vielen Terminen, in Telefonaten und auf Facebook höre ich immer wieder die Frage: ,Schaffen wir das wirklich?‘“ Erst in der vergangenen Woche – und das sei kein Einzelfall – habe er mit einer Frau über Angebote für Flüchtlinge diskutiert. „Der Frau geht es finanziell nicht schlecht, aber sie ist vielleicht von Arbeitslosigkeit bedroht. Auch sie wollte wissen, ,warum für Flüchtlinge alles gemacht wird‘“, erzählt Werner Arndt. Die Frau sähe ihre Zukunft düster. Bekomme sie Hartz IV, verlöre sie eventuell ihre Wohnung und fände sich im Jobcenter mit überlasteten Mitarbeitern wieder. „Stimmen wie diese höre ich oft. Gerade von Menschen am Rande der Gesellschaft. Sie fühlen sich benachteiligt und wollen wissen, wie viele Flüchtlinge noch kommen“, sagt Werner Arndt. Und das könne er nicht beantworten. „Ich wünsche mir auch eine entschlossenere Außenpolitik, die zur Einigung im Nahen Osten beiträgt. Aber klar ist, so lange es Bürgerkriege gibt, werden Menschen zu uns flüchten.“
Auf Marls Städtepartnerschaft mit Bitterfeld habe das Wahlergebnis keine Auswirkung. Das unterstreicht er: „Die Freundschaft ist zwischen Menschen geschlossen. Und diese Menschen sind nicht alle rechtsradikal. Wir können den Bitterfeldern sagen, dass uns die Wahl enttäuscht hat. Wir sind ja auch nicht damit einverstanden, was unter Orbán in Ungarn passiert oder dass die Pressefreiheit in der Türkei nicht so gilt wie bei uns. Unsere Partner können uns auch sagen, was sie stört. Eine Freundschaft muss das aushalten.“ Ähnlich sieht das Manfred Degen, Vorsitzender des Partnerschaftsvereins Marl-Bitterfeld. „Das Ergebnis ist schon ein dicker Hund, aber an der Zusammenarbeit mit unseren Bitterfelder Freunden wird sich nichts ändern.“ Um sich selbst ein Bild zu machen, hat der 76-Jährige gestern viel telefoniert. Am Freitag ist die Wahl Thema in einem persönlichen Gespräch. Die Vorstände treffen sich: „Wir haben ein lange verabredetes Treffen in Goslar.“ siehe auch Leserbrief „Gewaltiger Nachholbedarf an politischer Bildung“ auf Seite 7

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„MZ“ vom 17.03.2016 - Gewaltiger Nachholbedarf an politischer Bildung
Leserbrief von Helmut Brotzki Betr.: Abschneiden der Afd in Marls Partnerstadt Bitterfeld und ein Interview mit Bitterfelder Bürgern, erschienen im Internet bei spiegel-online
Mich persönlich hat das Interview ziemlich aufgeregt. Ich wohne nun seit 1989 in Marl und beziehe seitdem die Marler Zeitung. Noch nie habe ich einen Leserbrief verfasst. Aber das war ein unwillkommener, aber stark motivierender Anlass, schreibt unser Leser an den Vorsitzenden des Partnerschaftsvereins Marl-Bitterfeld. Lieber Herr Manfred Degen, mit der Schilderung der langjährigen Partnerschaft Marl- Bitterfeld geben Sie auf der Internetseite des Städtepartnerschaftsvereins einen guten Einblick in die langjährig gewachsene Verbindung zweier Städte, die sich vor allem über ihre industriellen Wurzeln verbunden fühlen. Die Stadt Bitterfeld wird auf eben diesen Seiten in höchsten Tönen gelobt. Es wird das Bild einer intakten, kleinen Gemeinde gezeichnet. Nun muss ich als Marler Bürger leider zur Kenntnis nehmen, dass in dieser Gemeinde bei den Landtagswahlen die AfD mit 31 Prozent eines der stärksten Ergebnisse erzielt hat. Geradezu erbärmlich finde ich die Aussagen Bitterfelder Bürger in einem Interview zu dem Thema AfD. Es scheint mir doch, dass trotz dieser langjährigen Städtepartnerschaft und der Zugehörigkeit Bitterfelds zu unserem freiheitlich demokratischen Staatswesen ein gewaltiger Nachholbedarf an politischer Bildung und der Vermittlung humanitärer Grundwerte besteht. Für die Partnerschaft mit dieser Stadt kann ich mich nur schämen. Das von mir erwähnte Interview finden Sie hier: https://www.facebook.com/spiegelonline/videos/ 10154018270819869/?fref=nf
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Mitteldeutsche Zeiutung vom 15.03.2016
Bitterfeld - Im Wahlkreis Bitterfeld erreichte die AfD 31,9 Prozent bei den Landtagswahlen und damit das beste Parteiergebnis landesweit.
Nach dem starken Abschneiden der AfD im Wahlkreis Bitterfeld berichten mehrere Medien aus dem In- und Ausland über den hiesigen Erfolg der Rechtspopulisten. Dazu gehört auch Spiegel Online, das ein Reporterteam in die Stadt schickte und Einwohner befragen ließ. In dem entstandenen Video äußern sich die Menschen fremdenfeindlich, haben Sicherheitsängste und sprechen von Perspektivlosigkeit. Der Film will so den AfD-Erfolg erklären.
Die Stimmen in der Umfrage nagen am Ruf der Stadt. Spiegel Online titelte kurzzeitig: „Die schmutzigste Stadt Deutschlands“. Doch stimmt das Bild? Die MZ will wissen: Wie tickt Bitterfeld? Und hat am Dienstag ebenfalls Menschen in Bitterfeld zum Wahlausgang befragt.
Das Ergebnis fiel facettenreicher aus: Fremdenfeindlich äußert sich kaum jemand. Die Mehrheit der getroffenen redebereiten Personen zeigt sich eher erschrocken über das Wahlergebnis: „Dass viele Menschen Angst haben wegen der Flüchtlinge, kann man noch nachvollziehen. Aber muss man deswegen eine Partei wählen, die kein Konzept hat, sondern vor allem große Sprüche bringt?“, bemerkt der 18-jährige Jan Seifert aus Rösa. „Traurig“ findet den Wahlausgang die 42-jährige Marion Mosert. „Ich denke, die AfD-Wähler wissen nicht so recht, was sie gewählt haben.“ Nun werde es schwierig, eine neue Regierung zu bilden.
Die Bitterfelderin Christa Bartsch spricht von der „Naivität“ vieler Wähler: „Ich begreife es nicht. Wenn ich sehe, wie die Menschen der AfD hinterherlaufen, dann fasse ich mir an den Kopf“, sagt die 68-Jährige. Sie vermutet, dass viele Angst haben vor einem Jobverlust wegen der Flüchtlinge.
Ergebnis macht Angst
Ein anderer Bitterfelder fühlt sich hingegen beim Flüchtlingsthema übergangen. „Die Leute haben aus Gnatz die AfD gewählt. In der Stadt rennen mittlerweile mehr ausländische Kinder rum als Deutsche. Das Geld für die Flüchtlinge hätte man auch für deutsche Kinder ausgeben können.“ Er will aber seinen Namen ebenso wenig nennen wie ein anderer Passant.
Diesem sind 31,9 Prozent für die AfD im Wahlkreis 29 fast noch zu wenig. „Es ist eine Frechheit, was sich Frau Merkel traut“, sagt der Bitterfelder. Er selbst habe in seinem Haus nur Ärger mit den Flüchtlingen. Nun setzt er große Stücke auf die neue Partei: „Die AfD muss jetzt zeigen, was sie kann.“

 

 



„MZ" vom 14.09.2015 von Julia Heimlich
Zur Silberhochzeit gibt's im Park Bitterfeld-Bier
Seit 25 Jahren besteht die Städtepartnerschaft mit Marl / Mehr Aktivitäten gewünscht
Marl. Seit einem Vierteljahrhundert sind Marl und das sächsische Bitterfeld Partnerstädte. Was als Austausch zwischen zwei Kohle- und Chemiestandorten begann, ist zu einer Freundschaft geworden. Und diese Verbundenheit wurde am Wochenende im Marler Rathaus gefeiert.
Die Marler hatten 25 Mitglieder des Partnerschaftsvereins aus Bitterfeld zu diesen Feierlichkeiten eingeladen. Passend zum Jubiläum wurde eine Erneuerungsurkunde von den Bürgermeistern und Vertretern der Partnerschaftsvereine unterzeichnet.
Die Partnerschaft zwischen Marl und Bitterfeld entstand aufgrund von zwei Gemeinsamkeiten: der Kohlebergbau und die Chemie-Industrie haben sie geprägt. Inzwischen herrsche eine enge Freundschaft und Verbundenheit zwischen Bitterfeld und Marl, erklärte Bürgermeister Werner Arndt.
Die Partnerschaftsvereine in beiden Städten tragen dazu entscheidend bei. „Durch die engagierte Arbeit der Vereine wird der kulturelle und soziale Austausch enorm gefördert", lobte Arndt. Appell des Bürgermeisters: Ob im In- oder Ausland – „die Menschen müssen einander begegnen".
Dr. Joachim Gülland, Ortsbürgermeister in Bitterfeld, freute sich über die gute Zusammenarbeit. Beide Städte seien gleichberechtigte Partner, stellte er fest. Auch für ihn keine Frage: „Beide Städte haben den Vereinen viel zu verdanken. Ihre Unterstützung ist unersetzlich.

 

Manfred Degen ist jetzt Ehrenknappe
Für ihr großes Engagement bekamen Manfred Degen, Vorsitzender des Städtepartnerschaftsvereins Marl-Bitterfeld, und Annelie Hesse, Geschäftsführerin des Freundeskreises Städtepartnerschaft Bitterfeld, eine besondere Anerkennung: Neben Gülland durften auch sie sich in das Goldene Buch der Stadt Marl eintragen. Außerdem wurden acht Mitglieder des Freundeskreises Städtepartnerschaft Bitterfeld für ihr Engagement ausgezeichnet.
Eine besondere Ehre wurde Manfred Degen zuteil. Der Vorsitzende des Marler Bitterfeld-Partnerschaftsvereins wurde zum Ehrenmitglied der Bitterfelder Knappen ernannt. Degen engagiert sich auch in seiner Heimatstadt für bergmännische Tradition und ist Ehrenvorsitzender des Marler Knappenvereins.
Die Bitterfelder Gäste sahen sich bei ihrem Besuch auch in Marl und der Umgebung um. Sie nutzten die Gelegenheit, sich im Rathaus die vielbeachtete, zu Ende gehende Ausstellung chinesischer Kunst anzusehen, feierten in der Erlöserkirche und starteten einen Ausflug zum Weltkulturerbe „Zeche Zollverein". Für die kommenden Jahre wünschen sich alle Beteiligten eine größere Teilnahme der Bürger an den partnerschaftlichen Aktivitäten. Gülland will sein Versprechen aus dem letzten Jahr einlösen: „Zum Volksparkfest am 03. Oktober werden wir 50 Liter Bitterfelder Bernsteinbier mitbringen!"

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Zum 25-jährigen Bestehen der Städtepartnerschaft wurde die Erneuerungsurkunde von den Bürgemeirstern Dr. Joachim Gülland und Werner Arndt sowie Manfred Degen, Dr. Werner Rauball (Mitglied des Partnerschaftsvereins in Bitterfeld) und dem stellvertretenden Ortsbürgermeister Bitterfelds, Joachim Teichmann (hintere Reihe v.l.) unterzeichnet.


 „MZ" vom 11.09.2015 von Heinz-Peter Mohr
Städtefreundschaft wird bekräftigt
Marl und Bitterfeld feiern 25 Jahre Partnerschaft
Wenn der Partnerschaftsverein Marl-Bitterfeld an diesem Wochenende 25 Gäste aus der ostdeutschen Partnerstadt empfängt, zeigt er ihnen die Schönheiten des Ruhrgebiets. Am Samstag unternehmen die Marler mit ihren Bitterfelder Freunden einen Ausflug zur Zeche Zollverein, dem Weltkulturerbe des Reviers. Aber auch in Marl gibt es eine Menge zu sehen.

 

Ein Besuch des Erzschachts, eine Stadtrundfahrt mit moderner Architektur und die China-Ausstellung des Skulpturenmuseums stehen auf dem Programm. Drei Tage lang werden die Bitterfelder Besucher Marl und Umgebung erkunden.
Vor allem aber wollen sie die Städtefreundschaft bekräftigen und deren Jubiläum feiern. Am Samstag empfängt Bürgermeister Werner Arndt die Delegation im Rathaus. Dort wird er mit seinem Amtskollegen, Oberbürgermeister Dr. Joachim Gülland, die Urkunden unterzeichnen und die Partnerschaft erneut besiegeln. Verdiente Männer und Frauen der ersten Stunde werden ausgezeichnet.
Dem Partnerschaftsverein gehören in Marl 90 Mitglieder an, Familien und Firmen mitgerechnet. 44 Marler haben vor drei Monaten in der einstigen Chemiestadt das Jubiläum gefeiert.
Im Gepäck hatten sie den „Marl-Bilderfelder Bilderbogen", der mit vielen Fotos und Texten an die Höhepunkte der Partnerschaft erinnert. Viel Aufbauhilfe leisteten die Marler nach der Wende, unterstützten Altenheime, Kindergärten und Verwaltung mit Geld und Sachspenden. Unvergessen bleibt auch der Marler Dauereinsatz bei der Flutwelle 2002. Feuerwehr und Technisches Hilfswerk halfen bei der Evakuierung und beim Stapeln der Sandsäcke.
Von der Dunstglocke der alten Industrieanlagen und Braunkohleöfen ist in Bitterfeld heute nichts mehr zu sehen: Die Stadt ist grüner, die Lauft sauberer. Der Vorsitzende des Partnerschaftsvereins, Manfred Degen, besucht sie jedes Jahr: „Bitterfeld ist immer eine Reise wert".


 

MZ“ vom 19.06.2015
Besuch in Bitterfeld
Zum 25jährigen Bestehen der Städtepartnerschaft Marl-Bitterfeld machten sich 44 Marler auf die Reise nach Sachsen-Anhalt. In vier Tagen erlebten die Gäste ein attraktives Programm mit einer Feierstunde im Bitterfelder Rathaus als Höhepunkt. Marianne Meister, Gisela Brauckmann, Willi Wagner, Manfred Degen, Hans-Günter Sorger, Dietmar Amrhein und Barbara Wiethoff-Osemann wurden dabei für ihren besonderen Einsatz für die Städtefreundschaft geehrt. Die Marler revanchierten sich mit einer umfangreichen Festschrift über die Partnerschaft Marl-Bitterfeld. Der Gegenbesuch der Bitterfelder ist im September geplant.

25 Jahre Marl und BTF-Wo

 


„Mitteldeutsche Zeitung“ 07.06.2015 Von ulf rostalsky
Vor 25 Jahren wurde die Städtepartnerschaft zwischen Bitterfeld und Marl besiegelt. Kohle und Chemie verbinden beide Kommunen über Ländergrenzen hinweg.
Marl in Nordrhein-Westfalen und Bitterfeld in Sachsen-Anhalt feiern Silberhochzeit.
Vor 25 Jahren haben beide Kommunen zusammengefunden. Die Beziehung hält. Sie wird auf offizieller und privater Ebene gelebt. Dennoch sagt der Bitterfelder Ortsbürgermeister Joachim Gülland (Linke) geradeheraus, dass er sich für die Zukunft noch mehr Teilhabe wünsche.

Reife Jugend gibt den Ton an Die Städtepartnerschaft kann Nachwuchs gebrauchen. Ihre aktiven Mitstreiter wie der Bitterfelder Dietmar Mengel und der Marler Manfred Degen kokettieren schon einmal mit ihrem Alter. Man kennt sich seit Jahrzehnten, ist reifer geworden und überlegt laut, den Vorsitz im Verein niederzulegen. „Da keiner da ist, der es machen will, muss ich mich wohl wieder überzeugen“, sagt der 75-jährige Ex-SPD-Landtagsabgeordnete Degen. Im Verein in Marl und im Bitterfeld-Wolfener Pendant gibt die reife Jugend den Ton vor.
Jugendaustausche zwischen Bitterfeld und Marl Das muss kein Problem sein. Die Akteure haben sich immer wieder vor den Karren gespannt und Gemeinschaft gelebt. Man passt zueinander. Als 1990 über eine Partnerschaft mit einer Ostkommune nachgedacht worden war, gab es in Marl eine deutliche Ansage. „Es musste eine Stadt sein, die die gleichen wirtschaftlichen Grundlagen hat. Kohle und Chemie“, erinnert Manfred Degen. Bitterfeld war von Anfang an erste Wahl. Man redete die gleiche Sprache. Bitterfelder Bergleute und Marler Knappen waren immer im Boot. Die Chemie stimmte. Bitterfelder Kinder erholten sich im Westen. Jugendaustausche sind heute noch aktuell. „Ich war froh, damals in der Verwaltung einen erfahrenen Partner aus Marl zu haben“, blickt Bitterfeld-Wolfens stellvertretender Oberbürgermeister Rolf Hülßner auf die frühen Neunziger zurück. Wie in anderen Orten gab es neben materieller auch konkrete Verwaltungshilfe. Die Bitterfelder Wohnungsgesellschaft Neubi baute auf Erfahrungen der Marler Neuma auf. Austausch zählt. Und Bitterfeld scheint den Marlern mittlerweile zumindest in Sachen Strukturwandel ein gutes Stück voraus. Im Westen schließt nächstes Jahr die letzte Zeche. Bergbau in Bitterfeld ist seit mehr als zwei Jahrzehnten vorbei. „Hätte damals jemand gesagt, dass wir hier regelmäßig beim Hafenfest dabei sind, wäre er ausgelacht worden.“ Für Manfred Degen hat Bitterfeld immer wieder sehr mutige Schritte gesetzt. „Respekt.“ Im Juni 1990 wurde die Partnerschaft besiegelt. Der mittlerweile verstorbene Marler Bürgermeister Lothar Henschel war ein Motor der Beziehungen. Er wurde Ehrenbürger Bitterfelds. Für die Freundschaft stark gemacht haben sich außerdem unter anderen die Bitterfelderin Annelie Hesse oder die Marlerinnen Barbara Osemann und Marianne Meißner - vor allen Dingen auf Vereinsebene.
Beistand in schwierigen Zeiten Wenn es eng wurde, griff man sich unter die Arme. Als Bitterfeld gleich zweimal in den Muldefluten zu versinken drohte, rückten Leute aus Marl an. Es wurde mit Mensch, Technik und Finanzen geholfen. Man steht zusammen und will es nicht bei der Silberhochzeit lassen. Die Jubelfeiern gehen mit dem Gegenbesuch der Bitterfelder im Herbst in Marl zu Ende. „Danach können wir uns auf die nächsten 50 Jahre konzentrieren.“ Schalk sitzt Leuten wie Manfred Degen immer im Nacken. (mz)Städtepartnerschaft: Bitterfeld und Marl feiern silberne Hochzeit | Bitterfeld - Mitteldeutsche Zeitung - Lesen Sie mehr auf:
http://www.mz-web.de/bitterfeld/staedtepartnerschaft-bitterfeld-und-marl-feiern-silberne-hochzeit,20640916,30889798.html#plx375677197

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Mitteldeutsche Zeitung vom 06.06.2015
Kommentar
Frank Czerwonn glaubt, dass die Städtepartnerschaften wichtig für das Zusammenwachsen in Deutschland sind.
Nur ein Vierteljahrhundert
Kann das sein? Ist es wirklich bereits ein Vierteljahrundert her, dass Marl und Bitterfeld zu Partnerstädten geworden sind? Noch vor der deutschen Wiedervereinigung kam diese deutsch-deutsche Freundschaft zustande – und das gleich mit zwei Städten: Marl und Witten. Und so kann in diesem Jahr gleich ein doppeltes Jubiläum gefeiert werden. Im Herbst ist deshalb in Bitterfeld eine große Festveranstaltung geplant. Doch schon jetzt bekräftigen die Partner ihre Verbundenheit. Wie wichtig das auch den Marlern ist, zeigt die riesige Delegation, mit der sie derzeit Bitterfeld-Wolfen besuchen.
Gerade diese persönlichen Kontakte sind es, die die Menschen aus Ost und West einander näher bringen. Zu erleben, wie die anderen leben, miteinander reden, zusammen etwas unternehmen und Gemeinsamkeiten entdecken, das hilft mehr als alle Politikerreden. Und es bleibt wichtig. Auch noch nach 25 Jahren.


„Mitteldeutsche Zeitung“ 06.06.2015
Jubiläum
Neubi sorgt seit 25 Jahren für stabiles Wohnangebot.
Das feiert sie mit Gästen aus der Partnerstadt und Olaf Berger
von Michael Maul
Die Neue Bitterfelder Wohnungs- und Baugesellschaft (Neubi) hat sich im Altkreis Bitterfeld in den letzten 25 Jahren zu einem wichtigen Vermieter entwickelt. Doch nicht nur die Vermietung steht bei der Gesellschaft oben an, auch Abriss und vor allem Neubau haben einen hohen Stellenwert. Was sich aus dem ehemaligen VEB Gebäudewirtschaft entwickelt hat, kann sich sehen lassen. Aus diesem Grund hat die Neubi gestern zu einem großen Fest an den Bitterfelder Hafen eingeladen. Birgit Wielonek, die seit 2003 Geschäftsführerin der Gesellschaft ist, bezeichnet die Entwicklung als eine Erfolgsgeschichte. Zwar habe man einige Wohnungen abreißen müssen, konnte aber durch Neubau den Verlust wieder kompensieren. Der Bestand betrage z. Z. 3.500 Wohnungen, 1.200 davon befinden sich in Sandersdorf, sagt Wielonek. Besonders stolz sei man darauf, dass 80 Gewerbeobjekte zu dem Bestand der Gesellschaft gehörten, ebenso wie 500 Stellplätze und 80 Garagen sowie 600 Pachtflächen und Pachtgrundstücke in Sandersdorf und Bitterfeld.

Die Teilsanierung einiger Blöcke in Bitterfeld und Sandersdorf habe bei den Bewohnern großen Anklang gefunden, weiß Wielonek. „Das ist unser Beitrag gegen den Wegzug der Leute“, sagt sie. Attraktive Wohnungen in einem gesunden Umfeld würden die Menschen in der Region halten. „Der Start zum Bau der Neubauten am Leineufer im Jahre 2008 war für uns auch ein Neuanfang“, so die Geschäftsführerin. „Wir waren damals mutig, und wir werden es auch weiterhin sein“, gibt sie die Richtung vor.
Hans-Joachim Hoffmann, der als Techn. Leiter die Zeiten nach der Wende und die Gründung der Neubi miterlebt hat, blickt zurück: „Damals war an Neubau überhaupt nicht zu denken“, sagt er. Die marode Bausubstanz der etwa 4.000 Wohnungen, die im Bestand des VEB Gebäudewirtschaft standen, habe man erhalten müssen. Der Druck der Bewohner sei sehr groß gewesen, erinnert sich Hoffmann, denn alle hatten gehofft, dass nach der Wende auch gleich die blühenden Landschaften folgen würden. Dass dafür aber eine riesige Menge an Arbeit bewältigt werden musste, hätten viele nicht bedacht. Damals sei es notwendig gewesen, vor allem die Dächer, Fenster und Heizungen instand zu setzen oder zu erneuern. „Wir hatten ha noch Kitt in den Fenstern“, sagt er lachend. Das alles habe viel Kraft und viel Organisationstalent gefordert, erinnert er sich. Doch im Endeffekt habe der damalige Chef, Heinz Kleinert, alles organisiert und auf den Weg gebracht. „Und das wir heute nur 500 Wohnungen weniger im Bestand haben, zeugt von einer guten Arbeit in den letzten Jahren“, ergänzt Wielonek. Genauso wolle man in der Arbeit auch fortfahren. Neue Häuser bauen, alte Häuser sanieren oder abreißen und vor allem soziale Projekte unterstützen, das nennt Wielonek als Ziel der weiteren Arbeit.

Seit 25 Jahren besteht auch die Partnerschaft zwischen den Städten Marl und Bitterfeld. Aus diesem Grund machten 44 Gäste der Partnerschaft bei ihrer Reise durch den Landkreis auch bei den Festlichkeiten der Neubi Station. In dem großen Zelt, das genau zwischen den beiden Gaststätten am Leineufer passte, gaben sich dann große und kleine Künstler das Mikrofon in die Hand. Ob Lilli Henze als Helene Fischer ein Udo-Lindenberg-Double, Schüler der Yamaha-Musikschule oder die Sportler des Fightclub Bronxx aus Bitterfeld – alle Aktiven auf der Bühne trugen zur Unterhaltung der Gäste bei. Als Stargast hatte die Neubi Schlagerbarde Olaf Berger, engagiert, der am Abend für reichlich Stimmung sorgte. Der Parkplatz war fest in der Hand des Fördervereins Brandschutzerziehung, des Jugendclubs ‚83 aus Wolfen sowie einer 30 Quadratmetergroßen-Autorennbahn, die über Zuspruch nicht zu klagen brauchte. Auf der 15-Meter-Hindernishüpfburg konnte reichlich Sport getrieben werden, was angesichts der sommerlichen Temperaturen nicht einfach war.

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"MZ" 03.06.2015
Delegation reist in den Osten Marl und Bitterfeld feiern 25 Jahre Partnerschaft

MARL 25 Jahre sind die beiden Chemiestädte Marl und Bitterfeld Partner. Ihre Freundschaft ist lebendig geblieben. 44 Marler werden am Donnerstag in die einstige Chemiestadt fahren und dort das Jubiläum der Partnerschaft feiern.Vier Tage lang besucht die Marler Delegation die Stadt in Sachsen-Anhalt, den Partnerschaftsfestakt im historischen Rathaus, Deutschlands größten Irrgarten in Jeßnitz bei Bitterfeld und ein Festkonzert im Wasserzentrum: Der Tank der einstigen Wasserversorgung ist jetzt Konzertsaal mit starker Akustik.
Mit im Gepäck haben die Marler die neue Broschüre „Marl-Bitterfelder Bilderbogen“. Sie erinnert mit vielen Fotos und Texten an die Höhepunkte der Partnerschaft beider Städte. In einer Auflage von 500 Exemplaren wird sie an die Mitglieder der Partnerschaftsvereine verteilt.„Als wir 1990 zum ersten Mal nach Bitterfeld kamen, zischte und tröpfelte es, stank nach Braunkohle“, erinnert sich Willi Wagner, heute Beisitzer und lange erster Geschäftsführer des Partnerschaftsvereins. „Niemand wusste, wie es nach der Wende weitergehen sollte.“Aufbauhilfe geleistetBereits im Winter 1989, nach dem Fall der Mauer, hatten beide Chemiestädte erste Kontakte geknüpft. Mit einem Städtepartnerschaftsvertrag warteten sie aber noch, bis in Bitterfeld ein demokratischer Rat gewählt war. Marls damaliger Bürgermeister Lothar Hentschel, engagierter erster Vorsitzender des Partnerschaftsvereins, und seine Kollegin Edelgard Kauf unterzeichneten den Vertrag am 9. Juni 1990. Seither leisteten die Marler Aufbauhilfe. Mitarbeiter der Stadt unterstützten Bitterfeld bei der Neuorganisation der Verwaltung, der Rat stellte 200 000 DM zur Verfügung. Krankenhaus und Feuerwehr bekamen neue Geräte, Altenheime neue Waschmaschinen, Kindergärten neues Spielzeug.Unvergessen bleibt auch die Marler Hilfe bei den Flutkatastrophen 2002 und 2013. Die Marler organisierten Benefizaktionen, spendeten weit über 150 000 Euro. Marls Feuerwehr war in der Partnerstadt tagelang im Dauereinsatz."Immer eine Reise wert"Heute ist Bitterfeld grüner geworden, die Luft sauberer. Nach dem Zusammenschluss mit der Nachbarstadt (2007) zählt Bitterfeld-Wolfen heute 46 000 Einwohner.Ein Teil der Industrie ist verschwunden. Doch die Chemie stimmt noch zwischen den befreundeten Städten.Der Marler Partnerschaftsverein um den Vorsitzenden Manfred Degen hat konstant
etwa 70 Mitglieder. Jedes Jahr fahren sie nach Bitterfeld, besuchen zum Beispiel das spektakuläre Hafenfest: „Die Stimmung ist gut – und die Bitterfelder können feiern“, sagt der Vorsitzende Manfred Degen. „Bitterfeld ist immer eine Reise wert.

 

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“Beisitzer Willi Wagner, Vorsitzender Manfred Degen und Geschäftsführer Willi Gutberlet (v. l.) präsentieren die Broschüre zum Jubiläum des Partnerschaftsvereins Marl-Bitterfeld.
Foto: Heinz-Peter Mohr


„MZ" vom 19.05.2015
Neue Städtepartnerschaft Herzlia war gestern, Krosno ist morgen
MARL Marl wird jetzt auch mit der polnischen Stadt Krosno eine Städtepartnerschaft begründen. Damit soll der Freundschaftsvertrag aus dem Jahr 2013 bekräftigt werden. Zwar gab es in der Ratssitzung wegen der Kosten auch erhebliche Bedenken vonseiten der CDU-Fraktion gegen einen solchen offiziellen Akt. Dennoch entschloss sich die Mehrheit für die Städtepartnerschaft.
Ihr geht eine schon langjährige Freundschaft zwischen drei Marler Schulen mit Schulen in Krosno voraus. So haben die Willy-Brandt-Gesamtschule, das Albert-Schweitzer- /Geschwister-Scholl-Gymnasium sowie das Hans-Böckler-Berufskolleg im Jahr 2013 Schulpartnerschaften mit weiterführenden Schulen in Krosno geschlossen.
Seitdem nimmt die Stadt Krosno auch am internationalen Jugendtreffen „Mit der Jugend die Welt bewegen" teil. 2014 war sie Gastgeber und Ausrichter des Jugendprojektes.
Volksparkfest und

Karpatenfestival
Krosno liegt im Karpartenvorland im südöstlichen Teil von Polen. Die Stadt hat rund 50 000 Einwohner und war bis 1999 die Hauptstadt der gleichnamigen Provinz. Seitdem ist Krosno Partnerstadt der ungarischen Stadt Zalaegerszeg, die ebenfalls eine Städtepartnerschaft mit Marl unterhält. Offizielle Begegnungen finden jährlich in Marl zum Volksparkfest und zum Karpaten-Festival in Krosno statt.

Offizielle Sprachlosigkeit herrscht schon länger zwischen Marl und der israelischen Partnerstadt Herzlia. Bereits Ende April hat sich deshalb auch der Partnerschaftsverein Marl-Herzlia aufgelöst. Gisela Brauckmann, sie ist Gründungsmitglied des Vereins, bedauert diesen Entschluss sehr.
„Wir haben versucht, die Partnerschaft aufrechtzuerhalten, was uns jedoch nicht gelungen ist", erzählt Gisela Brauckmann, die in den letzten Jahren den Vorsitz führte.
„Zum einen fehlten uns die Gegenpartner in Israel, zum anderen hatte der Verein zuletzt nur noch 32 Mitglieder", sagt die SPD-Politikerin auf Nachfrage unserer Zeitung. Zur letzen Versammlung erschienen 15 Mitglieder, 13 von ihnen haben nach Angaben Brauckmanns für die Auflösung des Partnerschaftsvereins gestimmt. Zuvor sei der Vorstand entlastet worden.
Gisela Brauckmanns Stellvertreter Kurt Langer will allerdings versuchen, die Ziele des Vereins in anderer Form wieder zu beleben. Der Lehrer am ASGSG, der sich auf vielen Ebenen für die deutsch-jüdische Verständigung einsetzt, will mit jungen Leuten neue Wege für den Austausch mit Herzlia suchen. Bisher hatte auch die Hüls AG Stiftung Begegnungen junger Leute möglich gemacht.
Das Vermögen des 1981 gegründeten Partnerschaftsverein fällt übrigens laut Satzung an die Stadt. Gisela Brauckmann hofft, dass das Geld für andere gemeinnützige Zwecke genutzt wird. Am liebsten wäre ihr, wenn das Geld in die Jugendarbeit fließen würde.


"MZ" vom 05.10.2014
Junge Marler geben neue Impulse
MARL Sie wollen sich für bestehende und geplante Partnerschaften mit europäischen Städten einsetzen. Darum haben Marler Jugendliche jetzt die Gruppe "Bonds Beyond Borders" gegründet.

 

984892 m3w624h416q75v37436 210 0008 894094 MZL Freundschaftsabend 2Acht junge Leute beleben die Arbeit der Partnerschaftsvereine mit neuen Impulsen (v.l.:) Tim Bartsch, Laura Kesore, Finn Bee, Rabea Effelsberg, Theresa Heimes, Kai Guillaume, Florian Soßna und Isabella Leis. Foto: Jürgen Wolter
Unter dem Motto "Kultur kennt keine Grenzen" waren im Rathaus am Vorabend des Tags der Deutschen Einheit wie in jedem Jahr die Vertreter der Marler Städtepartnerschaftsvereine und die Offiziellen der Partnerstädte zusammen gekommen. Erstmals mit dabei: Anatolii Prorokow, Bürgermeister der russischen Stadt Nowomoskowsk, zu der Marl freundschaftliche Kontakte aufbauen möchte.

Mit Blick auf die Ukrainekrise betonte Generalkonsul Wladimir Pjatin die Bedeutung kultureller Begegnungen in der Völkerverständigung.
Auch Bürgermeister Werner Arndt hob die Notwendigkeit des interkulturellen Dialogs hervor: "Wir brauchen den Dialog für politische Lösungen und keine militärischen Antworten. Wir müssen den Frieden lehren, nicht den Krieg!", sagte Arndt im Marler Rathaus. "Unsere Städtepartnerschaften helfen dabei, weil sie Menschen zusammenbringen, die miteinander reden, voneinander lernen, einander vertrauen und gemeinsam handeln."
Genau das wollen auch Marler Jugendliche tun, die sich beim letzten internationalen Jugendtreffen in Polen zusammengefunden haben.
Unter dem Namen „Bonds Beyond Borders“ haben sie sich vorgenommen, neue Kontakte zu knüpfen und junge Leute in den Partnerstädten für neue Aktivitäten zu gewinnen. Als erstes ist ein Besuch beim „Walking Festival“ in der britischen Partnerstadt Pendle geplant.Die Initiative zur Gründung der Gruppe ging von den Jugendlichen aus.
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„MZ“ vom 29.03.2014
Jugendprojekt: Die Nr. 1 in Deutschland
Marl gewinnt Preis für das beste Jugendprojekt
Robert Klose
Marl. Internationale Jugendtreffen gibt es an vielen Orten. Eines wie im August 2013 in Marl ist in ganz Deutschland ohne Beispiel – sagt Anna Noddeland, Leiterin des Instituts für europäische Partnerschaften und internationale Zusammenarbeit (IPZ). Dafür bekommen die Marler einen Preis. Das Institut für europäische Partnerschaften und internationale Zusammenarbeit (PIZ) zeichnet Marl für die beste Aktion bundesweit mit seinem Preis aus.
Das IPZ ist ein gemeinnütziger Verein mit Sitz in Fürth, der im Auftrag der Bundesregierung und der Europäischen Union den internationalen Austausch mit Projekten fördert. Seit 20 Jahren vergibt das IPZ seinen Partnerschaftspreis alljährlich an Kommunen, die sich in herausragender Weise für die internationale Verständigung engagieren.
Aus der Vielzahl der Projekte in der ganzen Republik stach das Marler Jugendprojekt in vielerlei Hinsicht heraus, erläutert die Leiterin. 63 Jugendliche aus 17 Städten bzw. 13 Ländern, das ist für die Hürther Fachleute ungewöhnlich.
„Mit der Jugend die Welt bewegen“ war der Titel der viel beachteten Aktion. Acht Tage dauerte das Treffen. Es handelte sich um das dritte Camp einer internationalen Reihe. Sie wird fortgesetzt. Nächste Station ist im August dieses Jahres die Stadt Krosno in Polen. Mit ihr unterhält die Stadt keine formelle Partnerschaft, aber eine enge Freundschaft. Die Stadt will demnächst 16- bis 18-jährige Marler aufrufen, sich für eine Teilnahme zu bewerben.
Anna Noddeland erinnert sich an die denkwürdigen Tage in Marl: „Ich war selbst da und habe miterlebt, wie die Jugendlichen nicht nur Spaß hatten, sondern sich eingehend mit Punkten wie dem Leben in anderen EU-Ländern auseinandergesetzt haben.“
Noddeland überreichte mit weiteren Vertreterinnen des IPZ den Preis an Bürgermeister Arndt.

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Die Preisübergabe: Vertreterinnen des IPZ zeichneten die Stadt mit ihrem Jahrespreis aus. Im Bild (v.l.) Rike Kues und Gisela Huber (Praktikantinnen des Instituts), IPZ-Leiterin Anna Noddeland, Bürgermeister Werner Arndt und Jennifer Radscheid als städtische Integrationsbeauftragte (Foto: Klose)


Gisela Brauckmann ist Marls neue Ehrenbürgerin
Von Heinz-Peter Mohr am 06. November 2013
MARL. Es spricht für Marls neue Ehrenbürgerin Gisela Brauckmann (84), dass sie kaum von sich selbst spricht. Als ihr der Rat am Dienstag die höchste Auszeichnung Marls, die Stadtplakette verleiht, hält die Sozialdemokratin eine der kürzesten Dankesreden, die man im Rathaus je gehört hat.

 

Im Mittelpunkt stehen die Einrichtungen, für die sie kämpfte und der Dank an ihre Freunde und Mitstreiter. „Mein Leben war geprägt durch Politik und Ehrenamt“, stellt Gisela Brauckmann kurz und nüchtern fest. In der Tat. Es fällt schwer, all ihre Ämter und Ehrenämter aufzuzählen, ohne eines zu vergessen.
Bürgermeister Werner Arndt würdigt Gisela Brauckmann als „oberste Lobbyistin der jungen Menschen und Familien“, zählt auf, was die Netzwerkerin in Marl mit Freunden angestoßen hat – von Spielplatz-Patenschaften bis zur Verbraucherberatung. Verbraucherschützerin wurde die gelernte Buchhalterin Gisela Brauckmann übrigens, weil sie sich ärgerte, dass sie auf dem Wochenmarkt keine Preise vergleichen konnte. Obst und Gemüse waren nicht ausgezeichnet.
Kämpferin für Solidarität

Feministin will sie sich nicht nennen, doch in ihrer Partei war sie Vorkämpferin für Gleichberechtigung und eine Frauenquote. So kennt sie auch der ehemalige SPD-Vorsitzende Franz Müntefering, der ihr in einem persönlichen Schreiben gratulierte. Ihr „roter Bruder“ Gerd Kompe, ehemals Geschäftsführer des SPD-Bezirks Westliches Westfalen, charakterisiert sie so: „Dem Geist der Ichlinge, denen es um Egoismus, Anspruchsdenken und Selbstverwirklichung ging, ist Gisela Brauckmann nie gefolgt.“

Im Leserparlament unseres Medienhauses hat Gisela Brauckmann ihr jahrzehntelanges politisches Engagement begonnen. Wer sie kennt, weiß, dass es nicht zu Ende ist. Sie will eine unermüdliche Kämpferin für Solidarität bleiben. Als ihr rund 200 Gäste stehende Ovationen spenden, sie herzlich umarmen und gratulieren, kämpft sie auch noch mit den Tränen...

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Werner Arndt überreicht Gisela Brauckmann die Stadtplakette. Foto: Jürgen Wolter


 „MZ“ vom 05.10.2013
Lob für Städtepartnerschaften
Marl bekommt die Ehrenplakette des Europarates
MARL. (jug)
Allen Grund zum Feiern hatten die Mitglieder der Marler Städtepartnerschaftsvereine am Volksparkfest: Ihrem jahrelangen intensiven Engagement rund um die Partnerstädte ist es zu verdanken, dass der Europarat der Stadt jetzt die Ehrenplakette des Europarates verliehen hat.
Diese Auszeichnung bekommen in diesem Jahr nur sieben Städte in Europa. Das verriet Wilfried Böhm, Ehrenmitglied der Parlamentarischen Versammlung des Europarates am Rande der Verleihung.
Er übergab die Plakette zum Auftakt des Volkparkfestes stellvertretend für die Marler Bürger an Bürgermeister Werner Arndt. „Diese Auszeichnung ist für die tolle Arbeit mit den Städtepartnerschaftsvereinen. Es ist das Beste, wenn Europa an der Basis beginnt und nicht beim Geld“, lobte Wilfried Böhm in seiner kurzen Laudatio und ergänzte, „Marl ist auf dem richten Weg in die Zukunft“.
Die Plakette selbst werden Bürger demnächst im Rathausfoyer sehen können. In zwei Vitrinen sollen dort auch Mitbringsel aus den Partnerstädten ausgestellt werden.
Für das Engagement in Europa ist die Stadt Marl bereits vom Europarat vor zwölf Jahren mit dem Europadiplom und ein Jahr später mit der Ehrenfahne ausgezeichnet worden. Die Ehrenplakette ist die dritte und letzte Vorstufe des Europapreises. „Den bekommen pro Jahr aber nur ein oder zwei Städte“, erklärt Wilfried Böhm.

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"MZ" vom 18.09.2013
Vier Tage in Bitterfeld
Manfred Degen ist Vorsitzender des Partnerschaftsvereins
MARL. Manfred Degen bleibt Vorsitzender des Städtepartnerschaftsvereins Marl-Bitterfeld.
Als stellvertretende Vorsitzende stehen ihm Karl-Heinz Dargel und Hans-Günter Sorger zur Seite. Das Gremium komplettieren Willi Gutberlet (Geschäftsführer),
Christel Schriverhoff (Schriftführung), Dietmar Amrhein (Kassierer) und Barbara Wiethoff-Osemann (Internetbeauftragte und stellv. Kassiererin). Als Beisitzer fungieren Gisela Brauckmann, Ingrid Heinen, Kurt Kempis, Jürgen Marks, Bernd Pasing, Hans Schipper, Willi Wagner und Peter Waliszewski.
Degen berichtete im Rahmen der Jahrshauptversammlung über die verschiedenen Aktivitäten des Vereins. Besonders ging er auf die Benefizaktion „Spendenflut für Bitterfeld“, ein, bei der rund 12.000 Euro an Spenden zusammenkamen.
Im Oktober fährt der Partnerschaftsverein nach Bitterfeld. 45 Personen haben sich bereits zu der viertägigen Tour angemeldet.

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Nach der Wahl stellt sich der Vorstand des Städtepartnerschaftsvereins Marl-Bitterfeld um den Vorsitzenden Manfred Degen (6. v. re.) zum Gruppenfoto auf.


MZ“ vom 12.08.2013
Hochwasser folgt warmer Spendenregen
Große Hilfsbereitschaft für die Flutopfer in Bitterfeld / Geld geht an Kindergärten und Tiergehege
MARL. In der Kindertagesstätte Bussibär in Bitterfeld war die Freude der 95 Kinder und ihrer Erzieherinnen groß. Das Hochwasser hatte nicht nur die Gebäude beschädigt. Auch das Sonnensegel, die Laufräder, der Kaufladen, die Sofas und Schränke sowie das große Trampolin wurden zerstört. Da kamen 5.000 Euro aus Marl gerade recht.
Insgesamt 12.070 Euro Spendengelder über in der vergangenen Woche der Vorsitzende des Partnerschaftsvereins Marl-Bitterfeld, Manfred Degen, und die stellvertretende Vorsitzende der Werbegemeinschaft Hüls, Susanne Bee, an drei Organisationen in Bitterfeld und Umgebung. Das Hochwasser im Juni hatte in Ostdeutschland zahlreiche Ortschaften überschwemmt. Wie unsere Zeitung berichtete, verursachte das Wasser auch in der Maller Partnerstadt Bitterfeld und der unmittelbaren Umgebung Millionenschäden.
Manfred Degen war bereits 2002 als Helfer an den Aufräumarbeiten der damaligen Hochwasserkatastrophe beteiligt und hatte sofort reagiert und auch diesmal privat 5.000 Euro gespendet.
Auch die Hülser Oktoberfestwirte und die Werbegemeinschaft Hüls hatten spontan mit dem Partnerschaftsverein Marl-Bitterfeld unter dem Motto „Spendenflut 2013“ am Flugplatz Loemühle eine Spendenparty veranstaltet. Zahlreiche Firmen, Initiativen und Dienstleister beteiligten sich an der Aktion; der Erlös betrug 12.070 Euro.
In enger Abstimmung mit dem Ortsbürgermeister von Bitterfeld, Dr. Joachim Gülland, der auch als Gast auf der Spendenparty in Marl war und der Bitterfelder Beauftragten für interkommunale Zusammenarbeit, Carola Niczko, waren schnell drei Projekte gefunden, die die Marler Hilfe dringend benötigten.
Neben dem Kindergarten Bussibär waren das der private Trägerverein des Tiergeheges, der das Projekt erst 2012 von der Stadt Bitterfeld übernommen hatte. Das Hochwasser hatte das gesamte Gelände mannshoch überflutet. Alle Tiere mussten mehrere Wochen evakuiert werden. Die Unterstände für die Tiere, zahlreiche Wege und das Futterhaus wurden vom eindringen Wasser völlig zerstört. „Die 5.000 Euro werden helfen, einen großen Teil der Unterkünfte wieder aufzubauen“, so der Vereinsvorsitzende Thomas Ehrlich.
Zum Abschluss der Spendentour ging es dann noch in den Nachbarort Jessnitz. In der kleinen, vom Hochwasser besonders betroffenen Gemeinde (9.000 Einwohner) kann die „Kita am Seegarten“ mit 2.000 Euro aus Marl ihren komplett zerstörten Turnraum wieder ausstatten.


MZ“ 17.07.2013
Hilfe kommt per Post
MARL. Vor zwei Wochen stieg am Flugplatz Loemühle die große Spendenparty für die Hochwasseropfer in Bitterfeld. Der Marler Briefmarkensammler-Verein will im Nachgang noch etwas für Hochwasseropfer tun.
Die Bundesport gibt am 18. Juli eine 58-Cent-Briefmarke heraus, deren Zuschlag von 42 Cent den Hochwassergeschädigten voll und ganz zu Gute kommt. Der Marler Verein legt passend dazu einen Erinerungsumschlag als Hochwasserhilfe auf. Adressaten bekommen diesen Brief mit Sondermarke, dem Sonderstempel, einer Abbildung aus dem betroffenen Gebiet und einer Infokarte zugestellt.
INFO: Nichtmitglieder zahlen pro Umschlag 2,50 Euro, Mitglieder 1,80 Euro. Anforderungen der Umschläge bei bis 05. August 2013 bei Klaus Kahl, Tel. 55872 oder per Mail: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

 


„MZ“ vom 13.07.2013 (Anzeige Werbegemeinschaft Hüls)
SpendenFLUT für Bitterfeld !
12.000 Euro für die Hochwasseropfer
Wir sagen Danke an:
Manfred Degen,
Dr. Ferederico Engel Stiftung,
Flugplatzrestaurant Loemühle,
Werner Erlebniswelt,
Warsteiner Brauerei,
Erdinger Weißbier,
Scavi&Ray,
LSC Event,
Blumen Event & Homefacilities Merkentrup,
Imbissbetriebe Schirrmeister,
TUS 05 Sinsen,
Malerbetrieb Lambernd,
Cafe Tudyka,
Architekturbüro Ralf Baumgärtner,
JEGO-Die Außeneinrichter,
Elektro Welsselbaum,
Josef Balster Zeltverleih,
Flugplatz Loemühle GmbH,
Pizzicato-Duo,
Flugschule Fly.on,
Air Albatros,
Duo Zweisam,
die insel-VHS,
Beach&Volley e.V.,
Medienhaus Bauer,
Sparkasse Vest,
Volksbank Marl-Recklinghausen eG,
SPD-Hüls,
CDU-Hüls,
Stadtsportverband Recklinghausen,
DJK-Lenkerbeck,
Partnerschaftsverein Marl-Bitterfeld e.V.,
Printografie,
H&W Tiefbau,
DJ Merten vom MF Veranstaltungsservice,
Werbegemeinschaft Marler Stern,
Haarstudio Claudo Böke,
Marler Künstler von „Kunst im Stern“,
und Punky Bahr sowie
Moderator Helge Salnikau und die zahlreichen Einzelpersonen, die diese Aktion unterstützt haben.


„MZ“ 06.07.2013 (Claus Pawlinka)
Großer Bahnhof für Ingrid Heinen und Manfred Degen
Marl. Bundesverdienstkreuz am Bande für Ingrid Heinen, Landesverdienstorden für Manfred Degen: Grund genug die Marler Sozialdemokraten, die beiden mit einem Empfang im Rathaus zu ehren.
Heinen und Degen kamen aus dem Händeschütteln kaum heraus. Langjährige Wegbegleiter, Freunde und Bekannte – alle wollten den SPD-Urgesteinen gratulieren und mit ihnen anstoßen.
Letztlich reichte der Platz im großen Sitzungssaal kaum aus. Mitglieder der Schützenvereine gaben sich die Ehre, ebenso wie eine Abordnung der Knappen, zu denen Manfred Degen seit vielen Jahren engen Kontakt hält. Ingrid Heinen freute sich besonders, dass auch diejenigen Gäste, die zurzeit das große Jugendtreffen in Marl vorbereiten, zum Empfang kamen.
Wer spät zu der Feier erschien, musste entweder stehen oder sich einen Stuhl organisieren. Letztlich war aber für alle gesorgt. Nach dem offiziellen Teil gab es dann noch Getränke und leckere Snacks für die Besucher.
Für Manfred Degen war der Tag aber noch nicht vorbei. Am Abend fuhr er noch mit seinen Gästen aus Bitterfeld – unter ihnen Ortsbürgermeister Dr. Joachim Gülland – zur Benefizparty für die Flutopfer in Bitterfeld zum Flughafen Loemühle.
Manfred Degen war von NRW-Ministerpräsidentin Hannelore Kraft höchstpersönlich für seinen nimmermüden Kampf für ein gerechtes Bildungswesen mit dem Landesverdienstorden ausgezeichnet worden.
Ingrid Heinen bekam das Bundesverdienstkreuz am Bande für ihr langjähriges Engagement in der Politik und im sozialen Bereich.

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Bildzeile: Mit einem Gläschen Sekt stießen Ingrid Heinen und Manfred Degen an. Die SPD gab für die beiden einen Empfang im Rathaus.  —Foto:  Claus Pawlinka


„MZ“ vom 06.07.2013
Große Benefizaktion am Flugplatz Aus Party-Vergnügen wird Spendenflut
Von Heinz-Peter Mohr am 05. Juli 2013
MARL. Wetten dass die Marler locker eine fünfstellige Summe für ihre Partnerstadt Bitterfeld spenden? Hunderte kamen schon am Nachmittag zur „Spendenflut“-Party auf dem Flugplatz Loemühle und zeigten Herz für die Opfer des Hochwassers.
Auch Besucher aus den Nachbarstädten beteiligten sich an der Großaktion von Marler Firmen und Vereinen. Sie unternahmen Rundflüge im Ultraleichtflieger oder im „Roten Baron“, dem größten fliegenden Doppeldecker, ließen ihre Kinder auf vier Hüpfburgen toben, einen Bagger steuern und damit aus einem Sandhaufen 3 Kilo Halbedelsteine herausbuddeln. Auch der Panda unseres Medienhauses war im Einsatz, er versüßte den Kleinsten die große Party.
„Wir sind überwältigt, dass so viele mitmachen“, sagt Organisatorin Susanne Bee von der Initiative Hüls zieht an. „Alles wird gesponsert – von der Bühne über die Hüpfburg bis zum Sicherheitsdienst.“ Für Uwe Schirrmeister von den Hülser Oktoberfestwirten ist es keine Frage, dass mindestens 10 000 Euro zusammenkommen: „Wenn nicht, finden wir bestimmt jemanden, der die Summe aufstockt.“

 

Susanne Bee und Uwe Schirrmeister hatten die Hülser Kaufleute und Vereine schnell für ihre Idee der Benefizaktion begeistert. Im Gespräch mit Bitterfelds Ortsbürgermeister Dr. Joachim Gülland waren die Empfänger schnell gefunden: Die Kindertagesstätte Bussi Bär und das Tiergehege wurden durch das Hochwasser besonders stark in Mitleidenschaft gezogen.
Bauantrag für den Partyzaun
Der Marler Schauspieler Helge Salnikau gab als Moderator immer wieder den Spendenstand bekannt. Schon nach einer Dreiviertelstunde klingelten 2143 Euro für Bitterfeld in den Kassen, abends waren es schon über 7000 Euro.
Weil der Biergarten am Flugplatz schnell gefüllt war, hatten die Organisatoren viele weitere Bänke und Tische auf der Wiese vor dem Rollfeld platziert und abgezäunt. Für den Zaun mussten sie einen Bauantrag stellen, für die große Party sollen sie sogar bezahlen. Die Stadt sei verpflichtet, Gebühren zu erheben, so das Bauordnungsamt. Susanne Bee hofft, dass sich angesichts von so viel Bürgerengagement eine elegantere Lösung finden lässt.
„Delta Echo Mike Romeo Julia“– dass solche Funksprüche Rufzeichen für landende Maschinen sind, ließen sich Besucher im brütend heißen, sonnenbeschienenen Tower erklären. Flugplatz-Betriebsleiter Jürgen Kayser führte sie auch durch die Hallen und zeigte im Cockpit, wie man mit der Handbremse die Landeklappe ausfährt.
Hummer auf Kohle
Bevor DJ Merten Freitag zum Tanz auf der Rollbahn bat und 200 Skater ihre Runden zogen, konnten die Gäste auch bei einer Kunstauktion Gutes für Bitterfeld tun – zum Beispiel einen Hummer auf Kohle ersteigern. Mindestgebot: 150 Euro. Und beim Tresorspiel der Volksbank gewann Bitterfeld immer.
Bürgermeister Werner Arndt, sein Kollege Dr. Joachim Gülland und dessen Vorgänger Werner Rauball schwärmten vom Engagement der Marler und lobten vor allem Organisatorin Susanne Bee.
Welche Spendensumme insgesamt bei der Party zusammengekommen ist, dürfte am Sonntag feststehen.

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Die Situation in Bitterfeld
(cp)
Unsere Zeitung sprach mit Ortsbürgermeister Dr. Joachim Gülland über die Lage in Bitterfeld.
? Wie stark war Bitterfeld von der Flutkatastrophe betroffen ?
! Wir sind mit einem blauen Auge davon gekommen. Allerdings hat sich die Situation in der Stadt noch nicht völlig entspannt.
? Warum ?
! Es kann immer noch sein, dass die Deiche der höher gelegenen Goitzsche- und Seelhausener Seen brechen und dann eine Flutwelle durch die Stadt schwappt. Deshalb wurden auch die vielen Sandsäcke mit einer Länge von rund 4,8 Kilometern noch nicht entfernt.
? Wie groß ist der Schaden, der durch das Hochwasser entstanden ist ?
! Allein an öffentlichen Straßen und Gebäuden belaufen sich die Schäden auf mehr als 800.000 Euro. Diese Zahl erfasst aber nicht die Schäden, mit denen Privathaushalte und Firmen zu kämpfen haben.
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„MZ“ vom 03.07.2013
Ganz viele Marler machen mit (Julia Grunschel 02.07.2013)
MARL. Die Resonanz ist überwältigend: An der Benefizveranstaltung „Spendenflut für Bitterfeld“ am Freitag, 5. Juli, auf dem Flugplatz Loemühle beteiligen sich unzählige Marler Privatleute, Firmen und Vereine. „Es machen so unglaublich viele Leute mit. Das wird eine riesige Sache“, freut sich Susanne Bee von der Werbegemeinschaft Hüls, die mit Oktoberfestwirt Uwe Schirrmeister die Idee zur Party hatte.
Seit unsere Zeitung vor zweieinhalb Wochen über die geplante Benefizveranstaltung zu Gunsten der Hochwasseropfer in Marls Partnerstadt Bitterfeld und Umgebung berichtet hat, klingelte das Telefon von Susanne Bee oft. Immer wieder signalisierten Marler, dass sie etwas zum Programm beitragen können.
Schon jetzt ist klar, dass der Platz im Biergarten nicht ausreicht und dass Parkplätze knapp werden dürften. „Gäste sollten nach Möglichkeit mit öffentlichen Verkehrsmitteln oder mit dem Fahrrad anreisen“, schlägt Susanne Bee vor.
Los geht die Benefizveranstaltung an der Hülsstraße bereits nachmittags um 16 Uhr mit einem Kinderprogramm: Kleine Besucher dürfen sich auf vier verschiedene Hüpfattraktionen, den Pandabären unseres Medienhauses Bauer, eine Edelsteinschatzsuche, eine Glücksschwein- und eine Kinderschminkaktion freuen. Der TUS 05 Sinsen bietet Elf-Meter-Schießen an.
Führungen
Um 16 Uhr gibt es im Stundentakt auch die Flugplatzführungen mit Towerbesichtung (Kosten 5 Euro, Anmeldung in der insel unter ( 99 42 99 oder direkt vor Ort). Es versteht sich von selbst, dass auch dieser Erlös gespendet wird.
Wer in die Luft gehen will, kann das bei Rundflügen der Flugschule Fly.on in ihren Unltraleichtfliegern machen (Sonderpreis von 59 Euro). Nostalgiker können in den „roten Baron“ steigen. Die Antonov-AN2 gilt als der größte fliegende Doppeldecker der Welt (89 Euro).
Ab 19 Uhr dürfen sich die Gäste auf musikalische Beiträge freuen: Nina Nogaitzig und Jens Erbling treten als Duo Zweisam auf wünschen den Gästen „36 Grad“ und mehr. Ab 20 Uhr darf getanzt werden. DJ Merten Freitag legt Hits der 60er- bis 90er-Jahre und TOP-40-Songs auf. Schauspieler Helge Salnikau moderiert den Abend.
Besuch aus Bitterfeld
Für ca. 20.30 Uhr kommt der Vorsitzende des Städtepartnerschaftsvereins Marl-Bitterfeld Manfred Degen mit dem Bitterfelder Ortsbürgermeister Dr. Joachim Gülland zur Party. Der Ortsbürgermeister wird dann einen Überblick über die dringendsten Projekte geben. „So ist gewährleistet, dass die Spenden auch dort ankommen, wo sie benötigt werden“, betont Susanne Bee. Bürgermeister Werner Arndt kommt auch – mit einer internationalen Delegation aus Marls Partnerstädten.

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Auch der Panda, das Maskottchen unseres Medienhauses Bauer, kommt am Freitag ab 16 Uhr zur Party auf den Flugplatz Loemühle. Hier fühlt er sich nämlich richtig wohl - wie schon beim Panda-Ferienfestival 2007. Foto: Archiv


„MZ“ 27.06.2013  / Doppeldecker fliegt für Bitterfeld
MARL. “Spendenflut für Bitterfeld“ heißt eine große Hilfsaktion für die Marler Partnerschaft in Sachsen-Anhalt (unsere Zeitung berichtete) auf dem Flugplatz. Sie ist jetzt um eine fliegende Attraktion reicher.
Am Veranstaltungstag – Freitag, F. Juli – können Interessenten einen Rundflug unternehmen mit dem größten fliegenden Doppeldecker der Welt. Die rote Antonov AN 2, die schon häufiger auf dem Flugplatz Loemühle für Aufsehen sorge, kommt wieder. Mit einem 1.000 PS-Motor und einem Hubraum von 30 Litern bringt sie jeweils neun Passagiere für 20 Minuten dauernde Rundflüge in die Luft.
Lothar Steinbiß, Inhaber des Flugzeugs, bietet die Flüge ab 5. Juli ab 13 Uhr für 85 Euro an. Nach Abzug aller Kosten will er den Reinerlös komplett der Bitterfeld-Hilfe spenden. Wer einen Rundflug reservieren will, hat dazu ab sofort unter Tel. 0208/370191 die Gelegenheit.


  "MZ" vom 15.06.2013
Party auf dem FlugplatzMarler helfen Bitterfeldern (Julia Grunschel)

MARL. Die Bilder aus dem in der vergangenen Woche vom Hochwasser bedrohten Bitterfeld haben sich in den Köpfen vieler Marler eingebrannt: Die Solidarität mit den Menschen in der Partnerstadt ist so groß, dass die Hülser Oktoberfestwirte und die Werbegemeinschaft Hüls mit vielen Partnern am Freitag, 5. Juli, zu einer großen Benefizaktion zu Gunsten der Hochwasseropfer in Bitterfeld und Umgebung auf den Flugplatz Loemühle einladen.
Der Erlös der Aktion „Spendenflut für Bitterfeld“ soll komplett nach Bitterfeld fließen – durch Vermittlung des Städtepartnerschaftsvereins Marl-Bitterfeld. „Ich fahre am nächsten Wochenende zum Hafenfest hin, das jetzt ein großes Helferfest wird", erklärt Vorsitzender Manfred Degen, „bei dem Besuch kann ich mir selbst ein Bild von der Situation machen und mit der Stadtspitze überlegen, wen wir mit unseren Spenden unterstützen können.“ Bitterfeld selbst sei weitgehend verschont geblieben. „Die meisten Probleme kommen durch das gestiegene Grundwasser“, so Manfred Degen. Allerdings habe es die umliegenden Orte wie Jeßnitz schwer erwischt – und genau deshalb läuft die Benefizaktion auch gleich für die gesamte Region Bitterfeld.
Manfred Degen selbst gehört zu den ersten Geldgebern: Eine Spende von 5 000 Euro hat er Uwe Schirrmeister angekündigt. „Da war ich echt sprachlos“, gibt der Oktoberfestwirt unumwunden zu. Damit noch mehr Geld fließt, haben sich die Veranstalter schon einige Programmpunkte einfallen lassen.

Flugplatzführung, Panda und Party
Die insel und die Flugplatz Betreiber Gesellschaft Loemühle bieten an der Hülsstraße 301 um 16, 17 und 18 Uhr Flugplatzführungen und Towerbesichtigungen an (Kosten: 5 Euro, Anmeldung in der insel: Tel. 99 42 99). Auch Rundflüge sind ohne Voranmeldung für 59 Euro möglich.
Parallel dazu starten ab 16 Uhr mehrere Kinderaktionen. Kleine Besucher dürfen sich auf den Panda, das Maskottchen unseres Medienhauses, Elfmeterschießen, eine Tattoo-Aktion und Kinderschminken freuen. Um 18 Uhr werden Kunstwerke versteigert. „Die ersten zehn habe ich. Ich bin aber noch dabei, zu sammeln“, kündigt Susanne Bee von der Werbegemeinschaft Hüls an. Wer noch welche abzugeben hat, meldet sich bei ihr (Tel. 01577/3951966).

Ab 19 Uhr steigt die große Spendenparty mit DJ Merten, der ehrenamtlich für Musik sorgt, moderiert und ein paar Spiele ins Programm integrieren will. „Das hat bei der Rollerdisco auch schon prima funktioniert – da waren 300 Leute da“, sagt Susanne Bee.
Sponsorenlauf und Besuch aus Bitterfeld

Weil die Landebahn freitagabends sonst den Skatern gehört, ist auch die DJK Lenkerbeck im Boot. Von 20 bis 22 Uhr bittet sie zum Sponsorenlauf. Für jede 1,15 Kilometer lange Runde, die die Teilnehmer laufen, wandern 2 Euro in den Spendentopf. „Herzliche Einladung an alle, die sich auf Rollen und Rädern fortbewegen“, wirbt Thorsten Ciolek von der DJK , „ob die Teilnehmer sich sponsern lassen oder selbst zahlen, bleibt jedem überlassen.“ Wegen des Sponsorenlaufs lässt die DJK die geplante Aktion „Muskeln auf Rädern“ am 28. Juni ausfallen.
Zur Party bringt Manfred Degen Besuch aus Bitterfeld mit: Ortsbürgermeister Dr. Joachim Gülland und Vertreter des Knappenvereins hat er für den 5. Juli schon lange vor der Planung der Benefizaktion aus privatem Grund nach Marl eingeladen: „Wir werden abends zur Party kommen – so gibt es Berichte aus Bitterfeld direkt aus erster Hand“, kündigt Manfred Degen an.

 

 

INFO:
Wer vorab eine von 30 verplombten Spendendosen aufstellen will, meldet sich bei Susanne Bee.

Spenden für Bitterfeld:
Spenden können ab sofort auf das Konto des Partnerschaftsvereins Marl-Bitterfeld eingezahlt werden:
460 032 99 Konto-Nummer
426 501 50 BLZ
Sparkasse VEST, Stichwort: „Hochwasser 2013“

Der Partnerschaftsverein Marl-Bitterfeld sorgt für die Weiterleitung der Spenden. Vorsitzender Manfred Degen steht in engem Kontakt zum Vorstand des Bitterfelder Partnerschaftsvereins und zur Stadtverwaltung. In Bitterfeld selbst soll für die Verteilung der Spenden – zum Beispiel an betroffene Familien, Kindergärten oder Schulen - gesorgt werden.
Viele machen mit
Bisher beteiligen sich folgende Partner an der Benefizaktion: Hülser Oktoberfestwirte (Uwe Schirrmeister, Peter Tudyka, Heinz Lambernd, Otto Kleverbeck, Wilhelm Ovelhey, Aloys Stratmann), Werbegemeinschaft Hüls, Partnerschaftsverein Marl-Bitterfeld, Flugplatz Loemühle Betreiber GmbH, Flugplatzrestaurant Loemühle, insel-VHS, DJK Lenkerbeck, Firma LSC Schwertfeger, DJ Merten, Haarstudio Claudia Böke, JGO – Die Außeneinrichter, Cafe Tudyka, Imbissbetriebe Schirrmeister, TUS 05 Sinsen und das Medienhaus Bauer.

Wer sich mit weiteren Aktionen beteiligen möchte, meldet sich bei Susanne Bee;
Tel.: 01577/3951966 oder email an sbhuelsziehtan.de / oder bei Uwe Schirrmeister, Tel.: 0171/17797297.

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Organisieren die große Party für Bitterfeld: (v.l.) Dr. Raimund Utsch von der Flugplatzbetreibergesellschaft Loemühle, insel-Chefin Renate Strauch, Susanne Bee und Bernd Kaczor von der Werbegemeinschaft Hüls, Manfred Degen vom Städepartnerschaftsverein, die Oktoberfestwirte Otto Kleverbeck und Wilhelm Ovelhey, Thorsten Ciolek von der DJK Lenkerbeck, DJ Merten Freitag, Willi Wagner vom Städtepartnerschaftsverein, stellv. Bürgermeister Rüdiger Schwärtzke und Oktoberfestwirt Uwe Schirrmeister. Foto: Julia Grunschel



„MZ“ (-gge) 15.06.2013
In einem Schreiben an Bürgermeister Werner Arndt hat sich die Bürgermeisterin von Bitterfeld, Petra Wust, im Namen der Bürger bei den Bürgerinnen und Bürgern Marls für die Hilfsbereitschaft und die vielen Zeichen der Solidarität mit der Partnerstadt bedankt.
Zum Glück sei Bitterfeld anders als vor zehn Jahren bei diesem Hochwasser mit einem blauen Auge davon gekommen. Arndt las den Brief in der Ratssitzung vor und beantwortete auch die Frage vieler Bürger, warum die Marler Ortsgruppen von THW und DLRG nicht in der Partnerstadt, sondern in Magdeburg geholfen hätten. Die Einsätze würden nicht auf Zuruf der Bürgermeister, sondern zentral koordiniert. In Magdeburg wurde die Hilfe der Marler  dringender gebraucht.


„Mitteldeutsche Zeitung“ vom 15.06.2013
Ab sofort können in drei Kommunen Soforthilfen beantragt werden.
bitterfeld/raguhn/MZ/lga.  
Soforthilfen können vom Hochwasser Betroffene ab Donnerstag bei der Stadt Bitterfeld-Wolfen beantragen. Geschädigte Privatpersonen können 400 Euro bekommen, für jedes Kind sind 250 Euro möglich. Im Bitterfelder Rathaus stehen ab acht Uhr mindestens drei Mitarbeiter bereit. Das Geld soll bar ausgezahlt werden - je nach Kapazität der finanziellen Mittel. Andernfalls bekommen Antragsteller das Geld auf ihr Konto gezahlt.
Hilfe bekommt, wer durch Oberflächenwasser, Wasser aus der Kanalisation oder durch Grundwasseranstieg infolge des Hochwassers betroffen ist. Es können nur Schäden im genutzten Wohnbereich geltend gemacht werden. Innerhalb eines Monats müssen Nachweise erbracht werden. Der Antrag kann bis zum 15. Juli gestellt werden. Dabei erklärt der Antragsteller auch sein Einverständnis, dass die Angaben überprüft werden.
Besteht Versicherungsschutz, wird die Hilfe als Darlehen gewährt - es muss nach Auszahlung der Versicherung zurück gezahlt werden. Wer ohne Versicherung ist, aber nachgewiesenermaßen geschädigt, muss kein Geld zurückzahlen.
Seit Mittwoch sind auch in Raguhn-Jeßnitz Hilfen möglich. Dort wird von vornherein kein Bargeld ausgezahlt. Die Hilfe können Betroffene in den Rathäusern Raguhn und Jeßnitz während der Sprechzeiten beantragen. In der Gemeinde Muldestausee sind Anträge in der Gemeindeverwaltung möglich.
Gewerbetreibende mussten sich Mittwoch gedulden. Bis zum Mittwoch war die Höhe der Soforthilfen noch nicht klar. Die Industrie- und Handelskammer Halle geht davon aus, dass mit dem Flutgipfel mehr Klarheit bestehen wird.
Die IHK hat zum Thema eine Hotline geschaltet: 0345/212 64 24. Nähere Informationen zur Soforthilfe unter www.sachsen-anhalt.de.

 


 

 

 „Bitterfelder Spatz“ vom 14.06.2013
Bitterfeld-Wolfen zieht erste Bilanz

Bitterfeld-Wolfen (rb.)
„Die Hochwassersituation ist nicht mehr akut, aber immer noch angespannt“, so Oberbürgermeistern Petra Wust am Mittwochvormittag zur Situation in der Stadt.

Mit bangem Blick schaut man immer noch nach Sachsen zum Seelhausener See. Der Pegelstand von 82m n.n. (normal sind 78m n.n.) muss mindestens um 1,5m abgesenkt werden, um die Gefahr einer Überflutung der Goitzsche dauerhaft zu senken. Der Ablauf geschieht derzeit über drei Pumpen in den Lober-Leine-Kanal, allerdings sehr schleppend. In den letzten zwölf Stunden verringerte sich der Pegel des Seelhausener Sees dadurch um nur einen Zentimeter.

Auch das gestiegene Grundwasser macht Teile der Bitterfelder Innenstadt zu schaffen: Das Stadtsicherungssystem, sowie 20 Brunnen sollen den Grundwasserspiegel senken. 20 weitere Brunnen werden demnächst in Betrieb genommen. An die privaten Haushalte, deren Keller geflutet worden sind, wird appelliert, nicht eigenhändig das Wasser aus den Kellerräumen zu pumpen. Sinkt der Spiegel im Keller, drückt der höhere Wasserstand im Boden von außen gegen die Gebäudemauern und es besteht akute Gefahr, das Mauerwerk zu beschädigen und dadurch die Statik des gesamten Gebäudes zu gefährden.
Ein besonderes Lob richtet Petra Wust an die freiwilligen Helfer und an die Bundeswehr, die in den letzten Tagen im Bereich Bitterfeld-Wolfen Großes vollbracht haben. 10 000 Tonnen Sand in 1,3 Millionen Säcke wurden im Akkord abgefüllt und auf 10 000 Paletten gestapelt. So konnte eine Dammlänge von 4,8 Kilometern in kurzer Zeit aufgebaut werden.

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Akute Gefahr besteht am Goitzschesee nicht mehr, gänzlich gebannt ist die Gefahr durch das Hochwasser jedoch noch nicht.
Foto: Jens Mattern


  „Mitteldeutsche Zeitung“ vom 06.06.2013 (von Lisa Garn)
Die Angst ging am Donnerstag um in Bitterfeld: Die Goitzsche stieg. Am Donnerstagabend stand der See bei rund 76 Metern, normal wären rund 75. Insgesamt hat sich die Lage zwar minimal verbessert, die Gefahr einer Überschwemmung der Stadt bleibt dennoch bestehen.
Zunächst hatte die zweite Dammsprengung am Mittwochabend bei Löbnitz in Sachsen nicht den gewünschten Erfolg gebracht - es floss noch immer zu wenig Wasser aus dem Seelhausener See in die Mulde zurück. Nachdem man am Donnerstag in Sachsen mit Hochdruckpumpen den restlichen Deich ausgespült hatte, erhöhte sich zwar der Abfluss. Doch der See, der sieben Meter höher als die Goitzsche liegt, ist weiterhin randvoll. Am Abend stand der Pegel bei 83 Metern, der Normalstand liegt bei 78 Metern. „Es bestehen also weiter große Druckverhältnisse auf die schmale Landenge hin zur Goitzsche“, sagte Udo Pawelzyk, Sprecher des Krisenstabes Anhalt-Bitterfeld. Die Standfestigkeit sei die große Unbekannte. „Ein Durchbruch dieser Enge kann deshalb auch nach wie vor nicht ausgeschlossen werden.“ Sollte sich das Wasser Bahn brechen, liefe die Goitzsche schlagartig voll. Die Gefahr, dass Bitterfeld dann überschwemmt werden könnte, besteht weiterhin. Deshalb bleibe auch die Aufforderung an die Bitterfelder östlich des Bahndammes bestehen, ihre Häuser zu verlassen.
Es floss auch am Donnerstag auf rund 100 Metern Breite weiter Wasser über den Döberner Forst in die Goitzsche. Noch am Abend stieg deren Pegel um drei bis vier Zentimeter in der Stunde. Bundeswehr-Hubschrauber waren im Einsatz, um riesige Sandsäcke, so genannte Big Bags, am Seelhausener See abzuwerfen. Sie sollen den Zulauf im Bereich des Waldes reduzieren.
Dieser Zufluss an sich sei für die Böschungsflächen unbedenklich. „Allerdings tritt derzeit Wasser über das Einlaufbauwerk Goitzsche in Höhe des Pegelturms in den alten Muldelauf“, so Pawelczyk. Dort wurde ein Sandsackdamm aufgestapelt. Die B 100 könne vorerst weiter befahren werden. Ebenso wurde der Sandsackdamm ab dem Bitterfelder Stadthafen weiter aufgeschichtet.
Doch die Zusammenarbeit mit den Verantwortlichen auf sächsischer Seite hatte auch am Donnerstag einen deutlichen Tenor: Man beklagte am Mittag, dass auf sächsischem Gebiet eine dritte Sprengung eines Deiches bei Löbnitz abgesagt worden sei und sich das Problem damit in Bitterfeld zuspitze. Nordsachsen habe die Genehmigung verweigert, sagte der Vize-Landrat Bernhard Böddeker am Mittag. „In Nordsachsen wird ein anderer Weg favorisiert. Das ist für uns nicht nachvollziehbar.“ Dass am Deich bei Löbnitz mit einer Hochdruckpumpe der nach der zweiten Sprengung noch stehende Rest Deich weggespült wurde, schätzte man auf der sachsen-anhaltischen Seite zunächst als nicht zielführend ein.
„Ich war gegen die Sprengung und habe sie verhindert“, so der nordsächsische Landrat Michael Czupalla (CDU), „weil sie zu nah an den Ortschaften Löbnitz und Sausedlitz geplant war. Die Experten in unserem Krisenstab plädierten für eine Durchspülung des Deiches.“ Davon habe man letztlich auch Sachsen-Anhalt überzeugen können. „Der Krisenstab hat die Entscheidung dann mitgetragen. Nun ist ja Gott sei Dank alles in Ordnung.“ Die Zwangsevakuierung der beiden Orte Löbnitz und Sausedlitz wurde aufgehoben. In den Innenministerien beider Bundesländer war auf Nachfrage von einer Verstimmung keine Rede - im Gegenteil: Die Zusammenarbeit sei gut.
Ab dem Nachmittag zeigte sich am Seelhausener See dann eine minimale Entspannung. „Das Wasser fließt aber nur sehr langsam und zäh in die Mulde ab. Eine Entwarnung kann deshalb nicht gegeben werden“, hieß es am Abend im Krisenstab.


Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) besucht am Donnerstag einen Hochwasserschwerpunkt an einem Deich aus Sandsäcken in Bitterfeld-Wolfen (Sachsen-Anhalt).

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Merkel zu Besuch bei Hochwasser-Helfern in Bitterfeld (BILD: dpa)


  „Mitteldeutsche Zeitung“  05.06.2013 (von Silke Ùngefroren)
Trotz Evakuierung herrscht weiter Leben in Bitterfeld. Die Pumpen laufen auf Hochtouren. Einige Anwohner wollen ihre Häuser nach wie vor nicht verlassen.
bitterfeld/MZ.  
Die Ruhe trügt. Es herrscht noch Leben in Bitterfeld, obwohl der Teil östlich der Bahnlinie am Dienstag evakuiert wurde. Und im Bereich Niemegker-, Altschloss-, Parkstraße und An der Sorge ist es auf einigen Grundstücken alles andere als ruhig. Hier laufen die Pumpen, um das Wasser aus den Kellern entweder zu kriegen oder noch zu verhindern, dass es überhaupt hineinläuft.
Angst vor Plünderern
Michael Hacker hat seit der Flut 2002 ein Schlauchsystem und zwei Pumpen fest installiert. Schon damals war er betroffen, lief sein Keller voll. Das hat ihn geprägt. „Aber jetzt schaffen es nicht mal fünf Pumpen, das Wasser rauszukriegen“, sagt er. Sein Haus will er so schnell nicht verlassen, obwohl die Goitzsche steigt und steigt und überzulaufen droht. Ob das gut ist? „Es ist mein Eigentum“, sagt er. „Und ich habe damals erlebt, dass Häuser in der Nachbarschaft schon in der Nacht der Evakuierung geplündert wurden.“ Er kann in die oberen Etagen flüchten, wie er sagt. Deshalb „bleibe ich bis zum Schluss“.
Die Familie gegenüber hatte bisher noch Glück. Hier hat es das Wasser noch nicht bis in den Keller geschafft. Rund um die Uhr wird gepumpt, wie Elfriede Brauer erzählt.
„Wir wollen nicht weg.“
Das wollte auch Wolf Thienicke nicht, doch am Donnerstag fährt er fort. Er hat die Nase voll. Seine Familie ist ebenfalls zum zweiten Mal vom Hochwasser betroffen. Erst durch Grundwasser, jetzt auch im Garten durch den Strengbach. Bis in der ersten Etage war das Wasser schon - vom Keller ganz zu schweigen. Dort sind Sauna und Sportraum abgesoffen. „Nicht drüber nachdenken“, winkt Thienicke ab und schimpft. Über das Nichtinformiertsein, über die Politiker und Verantwortlichen. Wenn jene richtig und weitsichtig gehandelt hätten, meint er, dann hätte das nicht wieder passieren dürfen. „Und damals waren wir jünger“, denkt der 62-Jährige an die Arbeit, die erneut auf ihn und seine Familie zukommen wird. „Doch jetzt sind wir Rentner, da wird es nicht leichter.“
Nicht weit entfernt davon liegt das Goitzsche-Camp - idyllisch bei diesem Wetter, das von allen herbeigesehnt wurde. Doch bis auf die arbeitenden Bundeswehrsoldaten, die dahinter den Sandsackdamm am See errichten, ist kaum ein Mensch zu sehen. In einem der Wohnwagen jedoch lässt sich ein 78-Jähriger nicht davon abhalten, sein Campingplatz-Leben weiter zu genießen. Er kommt aus Halle, ist seit Bestehen des Camps immer von Frühjahr bis Oktober hier. Seinen Namen möchte er in der Zeitung nicht lesen. „Montag bin ich auch nach Hause gefahren, doch Dienstag war ich wieder hier“, sagt er. „Man kann ja keinen zwingen zu gehen. Und das ist bestimmt nicht das erste Hochwasser im Leben, das ich mitmache.“
Er verweist an die Betreiberin des Camps, Beate Köppe. „Die Familie kocht jetzt für die Helfer.“ Doch die Frau hat nicht nur tatkräftige Unterstützung von Mann Olaf und Sohn Florian. Auch die Freunde Stefan Ehbauer und Sara Güldner sind zum Helfen gekommen. Gerade sind die 50 Essen für das Technische Hilfswerk (THW) am Wehr in Friedersdorf und am Pegelturm raus. Gefüllte Paprikaschote und Kartoffelbrei stehen auf dem Speiseplan, einen Tag zuvor gab es Bratkartoffeln und Bulette.
„Eben Hausmannskost, damit die Leute gestärkt weiter machen und für uns kämpfen können“, sagt Beate Köppe. „So wie viele andere auch.“ Besonders freut sie, dass so viele jugendliche Mitstreiter kräftig anpacken.
Helfen aus Menschlichkeit
In der Niemegker Straße steht Peggy Lübeck aus Mühlbeck und telefoniert. Sie ist auf dem Weg zum Stadion und den Sandsäcken. Dort hat sie schon am Dienstag geholfen. Mittwoch war sie in Greppin, jetzt geht es erneut Richtung Goitzsche. „Der Bäcker, wo ich arbeite, hat ohnehin geschlossen“, erklärt sie ihren Einsatz, der für sie dazu gehört - aus Menschlichkeit. Und: „Man kann nicht meckern und dann nichts tun. Es gibt aber andere, die das gar nicht interessiert.“
Bei „Onkel Apo“ in der Walther-Rathenau-Straße hat nicht nur der Imbiss geöffnet, sondern auch der Lebensmittelladen daneben. „Damit die Leute was einkaufen und essen können“, erklärt Serhan Yalcinkaya. „Natürlich haben wir Angst vor dem Wasser. Wenn es kommt, müssen wir schnell raus.“
Auch im Obst- und Gemüsegeschäft von Familie Le in der Burgstraße werden die Kunden bis Donnerstagnachmittag noch versorgt. Dann haben sich Phung Thi Yen und ihr Mann in Richtung Goitzsche aufgemacht - bepackt mit Suppe sowie Obst- und Gemüseportionen für die Einsatzkräfte dort. „Ich packe jetzt hier noch alles zusammen“, sagt Sohn Hung. „Und dann fahre ich auch zum Helfen.“

"Mitteldeutsche Zeitung" vom 06.06.2013
Hochwasser Luftaufnahme Deichbruch an der Goitzsche in Bitterfeld
(Foto: Bauer)

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"Mitteldeutsche Zeitung" vom 06.06.2013
Hochwasser in Bitterfeld und Jeßnitz aus der Luft
(Foto: Bauer)
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 „MZ“ vom 05.06.2013 (Julia Grunschel) (Auszug)
MARL. Manfred Degen ist beunruhigt: Mehrfach nahm der Vorsitzende des Städtepartnerschaftsvereins Marl-Bitterfeld gestern Kontakt zu Freunden aus Bitterfeld auf. Wegen einer drohenden Überflutung der Stadt wurde in Marls Partnerstadt Katastrophenalarm ausgerufen. 10.000 Bürger wurden aufgefordert, ihre Häuser zu verlassen. Vor Augen hat der 73jährige die Bilder vom Hochwasser im Jahr 2002 – damals fuhren sogar Marler Feuerwehrleute in die Partnerstadt, um zu helfen. „Hoffentlich wird es diesmal nicht so schlimm“, sagt Manfred Degen.

 


„WAZ“Bitterfeld rüstet sich für Flut  (04.06.2013)  von Dörthe Hein, dpa
BITTERFELD-WOLFEN (dpa) Seine Gäste sind schon alle weg. Nun nimmt sich der Bitterfelder Hotelier Jörg Krause die Kellerschächte vor.
Gemeinsam mit einem Freiwilligen aus dem hochwassererfahrenen Regensburg klebt er dicke blaue Folie an die Fassade seines Hotels in der Innenstadt und schippt Steine drauf.

Am Ufer des Tagebausees Goitzsche füllen Freiwillige und Bundeswehrsoldaten Sandsäcke und stapeln sie zu einem Schutzwall. Auch der große Chemiepark ist schon gesichert. Die Chemiestadt Bitterfeld in Sachsen-Anhalt bereitet sich nach 2002 auf eine weitere mögliche verheerende Flut vor.
Wie stark es die Chemie-Stadt treffen könnte, war am Dienstagnachmittag noch nicht klar. Es könnte sein, dass kaum Wasser aus dem Goitzschesee in die Stadt dringe und alles nicht einmal halb so schlimm werde wie befürchtet, sagt der stellvertretende Landrat des Landkreises Anhalt-Bitterfeld, Bernhard Böddeker. Vorsorglich sollen in Bitterfeld 10 000 Menschen aber ihre Häuser verlassen.
Ein Notquartier ist die Turnhalle in Wolfen-Krondorf. Vor der Tür haben es sich Menschen auf weißen Plastikstühlen bequem gemacht und suchen ein wenig Erholung. In der Halle sitzt auf einer der vielen Matratzen Liane Kunze, neben ihr schläft ihr sechsjähriger Sohn Felix - Töchterchen Sophie beseitigt gerade ihre persönliche feuchte Katastrophe - eine Wasserflasche ist ausgekippt. Hund Murphy bleibt gelassen. «Wir mussten vorgestern Hals über Kopf aus unserer Wohnung in Jeßnitz», sagt die 27 Jahre alte Mutter. Zu Hause stehe schon das Wasser im Keller, Gas ist entwichen, die Feuerwehr hat zur Notunterkunft geraten.
Am Dienstag waren in Bitterfeld immer wieder Sirenen zu hören. Es standen Busse bereit, die die Bewohner aus den gefährdeten Gebieten in Sicherheit bringen sollten. «Zwangsevakuierungen wollen wir nicht», sagt Böddeker. Jeder sei letztlich für sich selbst verantwortlich, und die Evakuierungen seien vorsorglich.
Die Besonderheit an Bitterfeld ist der Goitzschesee. Wenn der überläuft, ergießen sich die Wassermassen in die Stadt. Grundsätzlich ist er noch aufnahmefähig, wie Böddeker betont. Wegen eines Dammbruchs im sächsischen Löbnitz weiß aber niemand, wie viel Wasser noch kommt. Dadurch füllt sich der Seelhausener See immer weiter, und es droht ein unkontrollierter Durchbruch zum benachbarten Goitzschesee. Um das zu verhindern, soll ein Kanal zwischen den beiden Gewässern gegraben werden.
Wer an Bitterfeld denkt, denkt an den Chemiestandort. 300 Firmen mit etwa 11 000 Beschäftigten gibt es dort. Die Bundeswehr, die in Bitterfeld 200 Soldaten im Einsatz hat, hat das Gelände mit Sandsäcken und Paletten gesichert. «Der Chemiepark ist nach dem aktuellen Stand nicht gefährdet», sagt Böddeker. «Wir profitieren von den Erfahrungen aus dem Jahr 2002», ergänzt er. «Die Deiche sind deutlich besser, allerdings sind die Wassermassen auch größer.»


„Mitteldeutsche Zeitung“ 06.05.2013
Am Sandsackverladeplatz am Sportplatz in Bitterfeld herrscht reges Treiben
(Foto: Alexander Baumbach)

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„MZ“ 13.05.2013
Hafenfest in Bitterfeld
Wie in jedem Jahr fährt der Städtepartnerschaftsverein Marl-Bitterfeld zum großen Hafenfest in die Partnerstadt Bitterfeld-Wolfen nach Sachsen-Anhalt.
Vom 20. Juni bis zum 23. Juni werden die Besucher aus Marl ein buntes und interessantes Programm absolvieren. Das Hafenfest wird von der Stadt Bitterfeld-Wolfen am Bernsteinsee bereits zum 8. Male mit großem Erfolg durchgeführt. Neben Besichtigungen in Bitterfeld und Umgebung steht an einem Tag ein Ausflug nach Dresden auf dem Programm. Die Reise mit Hotelunterkunft, Halbpension und Besichtigungsprogramm kostet 160 Ergo pro Person im Doppelzimmer und 170 Euro im Einzelzimmer.
INFO
Interessenten können sich schriftlich oder telefonisch bei Willi Gutberlet, Swinemünder Str. 25, Tel. 5 95 28 oder Manfred Degen, Kreuzstrr. 291, Tel. 1 22 58) melden.


 „MZ“ 27.05.2013 (Heinz -Peter Mohr) (Auszug)
Fledermäuse am Schall erkennen
Sparkassen-Stiftung schenkt dem Forsthaus Haidberg Messgeräte für junge Umweltdetektive

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Mit Detektor, Lupe und Mikroskop kommen Umweltdetektive am Forsthaus Haisberg nun Fledermäusen und Insekten auf die Spur: Die Sparkassen-Stiftrung für Naturschutz macht es möglich.
Geschäftsführer Dirk van Buer(2. v. l.) überreicht 1.200 Euro an (v.l.) Gisela Brauckmann, Manfred Degen und Willi Gutberlet vom Förderverein sowie Forsthaus-Leiterin Ina Georg.
(www.forsthaus-haidberg.de)


„MZ“ vom 26.04.2013 (Auszug)
Kuchen für Kümmerer
Trägerverein des Forsthauses Haidberg bedankt sich bei seinen Gönnern210 008 757548 MZL Forstha

 Mit einem Stück Forsthaus-Haidberg-Torte bedankte sich der Trägerverein
(vorn: Geschäftsführer Willi Gutberlet und Vorsitzende Gisela Brauckmann mit Bürgermeister Werner Arndt) bei allen Sponsoren


NRW-Landesregierung/Pressestelle (19.04.2013)
„Ein Kämpfer für Bildung und Gerechtigkeit“
Ministerpräsidentin Hannelore Kraft ehrt Manfred Degen mit dem Verdienstorden des Landes

Für Manfred Degen ist der Kampf für ein gerechtes und gutes Bildungswesen seit vielen Jahren zum Lebensinhalt geworden. Seit sage und schreibe fast 50 Jahren setzt er sich unermüdlich dafür ein. Der ehemalige Diplom-Pädagoge und Fachbereichsleiter der Volkshochschule „die insel“ in Marl war immer auch politisch engagiert. Er ist seit 1964 Mitglied der SPD, in der er unter anderem rund zehn Jahre als Vorsitzender die Arbeitsgemeinschaft für Sozialdemokraten im Bildungsbereich (AfB), Bezirk Westliches Westfalen, geleitet hat.
Als Mitglied des Landtags Nordrhein-Westfalen von 1990 bis 2005 und als bildungspolitischer Sprecher der SPD-Fraktion gehen von Manfred Degen wichtige Impulse aus. Er bringt Reformen zur Modernisierung des Schulwesens mit auf den Weg, die Nordrhein-Westfalen oft zum Vorreiter für andere Bundesländer werden lassen. Dazu gehören beispielsweise die Einführung des Betreuungsangebots an Grundschulen „verlässliche Halbtagsschule“ und die bessere Integration behinderter Schülerinnen und Schüler, also lange bevor das Wort „Inklusion“ in aller Munde war. Mit Nachdruck tritt er dafür ein, dass auch und gerade Menschen mit niedrigem Einkommen und geringer Vorbildung Weiterbildungsmöglichkeiten bekommen, zum Beispiel Volkshochschullehrgänge, in denen Schulabschlüsse nachgeholt werden können. In zahlreichen Reden und Veröffentlichungen wird sein Credo immer wieder deutlich: Weiterbildung von möglichst vielen Menschen in Nordrhein-Westfalen ist nur möglich, wenn es landesweit ein flächendeckendes Netz von Volkshochschulen in kommunaler Trägerschaft gibt.
Unter seiner maßgeblichen Beteiligung entsteht das Europäische Zentrum für Medienkompetenz, das im Jahr 2010 mit dem Grimme-Institut in Marl zu einer Institution verschmolz. Die Bündelung einzelner Förderprogramme und damit die Durchsetzung der Angebote zum "Offenen Ganztag" sind ebenfalls Ergebnisse seiner Arbeit.

Der heutige Ehrenvorsitzende des SPD-Stadtverbandes Marl bleibt aktiv: Viel Kraft hat Manfred Degen nach dem Fall der Mauer in den Aufbau demokratischer Strukturen in Bitterfeld investiert, der ostdeutschen Partnerstadt Marls. Im Verein zur Förderung und Erhaltung des Forsthauses Haidberg e.V. kümmert er sich um die dauerhafte Finanzierung dieser Freizeit- und Bildungsstätte und wirbt dafür auf kommunaler- und Landesebene. Daneben organisiert er das Kinderfest und den Seniorenkarneval der AWO, fördert den Erhalt des bergmännischen Brauchtums – gerade jetzt als Vorsitzender der Ringgemeinschaft Münsterland. Und oft übernimmt er selbst das „Sponsoring“, wenn „Not am Mann“ ist.
Lieber Manfred Degen, ich glaube, dass bei einer solchen Fülle und Breite Ihres Einsatzes ganz klar ist: Ich freue mich sehr, Sie heute mit dem Verdienstorden des Landes Nordrhein-Westfalen auszuzeichnen.

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(Foto: Roberto Pfeil)


 


 

 

Marler Zeitung vom 23.10.2012

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"Marler Zeitung" vom 08.08.2012
Knappen zeigen Flagge
Delegationen aus Marl und Westerholt besuchen Bitterfeld
Marl/Bitterfeld
Mit dem Spruchband „Das Ruhrgebiet grüßt Sachsen-Anhalt“ nahmen Knappen aus Marl und Westerholt mit dem Partnerschaftsverein Marl-Bitterfeld am Festumzug in Dessau teil. Neben den Knappen aus Dessaus Partnerstadt Ibbenbüren zeigen nur noch die Knappen aus Marl und Westerholt beim Sachsen-Anhalt-Tag Flagge. Mit großer Begeisterung wurden sie beim Festumzug begrüßt. Besichtigungen in Bitterfeld-Wolfen und in Zerbst, der Heimat Katharina der Großen, rundeten den Besuch ab.
Bei der Feier mit den Bitterfelder Freunden versprach der Vorsitzende des Partnerschaftsvereins, Manfred Degen, Oberbürgermeisterin Petra Wust und Bitterfelds Ortsbürgermeister, Dr. Joachim Gülland, im nächsten Jahr wieder am Bitterfelder Hafenfest teilzunehmen.
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Mitteldeutsche Zeitung 24.06.2012 (ULF ROSTALSKY)
Bitterfeld in maritimer Robe

BITTERFELD/MZ. Spiegelglatter See. Ein Böllerschuss. Piraten, die in ihrem Lager tanzen. Die Vineta legt ab zur neuen Runde und passiert eine Handvoll kleiner Boote, die im Hafenareal schippern. Bitterfeld hat sich sein maritimes Kleid angelegt. Die Robe passt. Tausende Besucher strömten zum Hafenfest an die Goitzsche. Die Drei-Tage-Party erlebte am Wochenende ihre siebente Auflage.
"Wir sind zufrieden", sagen die Bitterfeld-Wolfener Oberbürgermeisterin Petra Wust (parteilos) und Gabriela Schulze vom Organisationsteam. Die erste Untiefe hatte die Veranstaltercrew zu diesem Zeitpunkt bereits hinter sich gelassen. Der Fußball machte den Gastgebern am Freitag zu schaffen. Jogis Jungs statt Hafenparty. "Wir haben aber rechtzeitig reagiert", erzählt Gabriela Schulze. City um Frontmann Toni Krahl trat eine halbe Stunde später als geplant auf. Im Siegestaumel rockten die Bitterfelder mit City "Am Fenster", sangen "Casablanca". Das Hafenfest ist eine Party für die ganze Familie und lebt vor allen Dingen von seinem bunten Mix. Die Altrocker von City bilden den Kontrast zu Schlagersternchen Rosanna Rocci. Auf den Bühnen gibt es karibische Klänge mit den Trommelkids, die Westernhagen-Show und typisch Maritimes. Der Shanty-Chor aus Berlin gab sich die Ehre. "Es passt doch alles." Für Heike und Werner Hebestreit ist das Fest am Wasser ein Muss. Dass Bitterfeld eine Stadt am See mit Hafen geworden ist, begeistert das Paar noch immer. "Daran hätte doch vor 20 Jahren niemand gedacht." Bitterfeld ist in seine neue Rolle herein gewachsen. Das Hafenfest hat nicht zuletzt unter Händlern einen guten Namen. Auch Richard Förster hat es an die Goitzsche verschlagen. In Görlitz zu Hause, lebt er zwei Vorlieben aus. Er ist Studiomusiker und schlüpft zum Ausgleich in die Rolle eines Schmieds. Glückshufeisen fertigt er im Piratenlager, während Ehefrau Eva Glaskunst präsentiert. Gleich nebenan hat Jiri Bartok alles im Angebot, was mit Honig zu tun hat: Kerzen und Met.

Das Goitzscheufer ist zur Flaniermeile geworden. Angeboten wird alles, was das Herz begehrt. Gerstensaft aus Bitterfeld, dazu T-Shirts, Hüte und natürlich Gaumenfreuden. Informationen rund um Bitterfeld hat Goitzschetoffel Peter Dürrschmidt in seiner Kiepe. Das Goitzsche-Original agiert in Nachbarschaft von Feen und Fabelwesen. Madeleine sitzt derweil am Stand des Bitterfelder Kunstvereins Kreativ und malt. "Die Steine kommen besonders gut an", schätzt die Vorsitzende Emilie Meißner ein. Mit Phantasie und Geschick verwandeln sich Steine in Eulen oder Matrjoschkas.

Kontrastprogramm wenige Stunden später. Das Feuerwerk steht an. Fontänen steigen auf und spiegeln sich im Wasser. Das Fest hat seinen Höhepunkt erreicht. 


Mitteldeutsche Zeitung 24.06.2012
Hand in Hand / Erinnerung an die Flut
BITTERFELD/MZ. August 2002. Die Wassermassen wälzen sich aus Richtung Tschechien auf den Landkreis zu. Die Pegel steigen. Land unter herrscht in Jeßnitz und Raguhn. Deiche brechen, die Goitzsche läuft voll. Hand und Hand stemmen sich die Menschen gegen das Wasser. Genau dort, wo jetzt das Bitterfelder Hafenfest gefeiert wird. Zusammen mit Mitgliedern der Bitterfeld-Wolfener Wasserwehr erinnert Oberbürgermeisterin Petra Wust an Flut und Evakuierung. Demonstriert wird der richtige Einsatz von Sandsäcken. Bilder flimmern über die Leinwand. Wasser. Überall Wasser. Die Ereignisse aus dem Sommer 2002 sind gegenwärtig.
200 Erinnerungskarten mit Motiven der Jahrhundertflut hat die Stadtverwaltung drucken lassen. Verteilt werden sie an die Besucher des Hafenfestes - zur Erinnerung und keinesfalls zur Panikmache.


"stern " Nr. 19 vom 03.05.2012, S. 42 - 53
Artikel: "Es war ein Marl" von Michael Streck
Auszug: Die Stadt Marl im Ruhrgebiet träumte von einer glänzenden Zukunft. Bitterfeld lebte nach der Wende auf - mit Fördergeldern aus dem Westen. Den einen geht es schlecht, den anderen etwas weniger schlecht. Beide fühlen sich von der Politik verlassen.
Auszug nachzulesen unter: www.stern.de/ - Suche unter: 19/2012


Marler Zeitung  17.04.12 (LISA GARN)
Schulden ohne Ende
BITTERFELD/MARL/MZ. Wenn Werner Arndt durch den Osten Deutschlands fährt, sieht er manchmal eine andere Welt als zu Hause. Der SPD-Bürgermeister von Bitterfelds Partnerstadt Marl (Nordrhein-Westfalen) vergleicht und stellt fest: "Die neuen Bundesländer haben aufgeholt und sind inzwischen leistungsfähig. Nicht alle, aber einige. Und immer mehr Städte im Westen haben große strukturelle Probleme, sie brauchen Hilfe." Deshalb fordert Arndt, dass der Solidaritätszuschlag "nicht mehr nach Kompassnadel verteilt werden darf, sondern nach Bedürftigkeit." Und mit dieser Meinung steht er nicht allein da. Mehrere Bürgermeister überschuldeter Kommunen aus dem Ruhrgebiet stehen derzeit auf den Barrikaden - pünktlich zum NRW-Wahlkampf. Sie wollen ein Ende des Solidarpakts Ost vor 2019 - oder zumindest eine Umverteilung der Mittel.
Die Bitterfelder Oberbürgermeisterin Petra Wust (parteilos) kann die Ansichten finanziell gebeutelter Kommunen zwar nachvollziehen, betont jedoch: Der Aufbau Ost ist noch nicht abgeschlossen: "Es ist einfach nicht so, dass es dem Osten richtig gut geht, auch hier ist die Finanznot groß. Der Bedarf ist nach wie vor da, es fehlt noch so viel an Infrastruktur." Bitterfeld sei in einer ebenso desolaten Haushaltslage und hoch verschuldet. Für die Entwicklung Ostdeutschlands sei der Soli-Zuschlag von großer Bedeutung: "Sonst hätten wir heute noch den Zustand von 1990."
Das wird auch in Marl so gesehen. "Die Einführung hatte natürlich Sinn, es gab großen Nachholbedarf", sagt Arndt. In den vergangenen 20 Jahren habe sich jedoch die Finanz-Situation in vielen westlichen Bundesländern und insbesondere in Nordrhein-Westfalen dramatisch verschlechtert. Von rund 400 Städten und Gemeinden haben nur wenige einen ausgeglichenen Haushalt. Beispiel Marl im Ruhrgebiet: Die Stadt hat 280 Millionen Euro Schulden, der Haushalt ein Defizit von 48 Millionen Euro. "Wir haben die Angebote im Bereich Bildung, Sport und Kultur zurückgefahren, mussten Steuern erhöhen. Es gibt kein städtisches Freibad und wir können die Straßen nicht vernünftig instand halten. Für Bürger ist es damit immer weniger attraktiv, hier zu leben." Um den Solidaritäts-Zuschlag zu zahlen - 2011 waren es sechs Millionen Euro, seit Einführung 51 Millionen Euro - "müssen wir Kredite aufnehmen und Schulden erhöhen", sagt Arndt. Im März wurde im Stadtrat eine Resolution der Parteien verabschiedet, die sich für eine Umverteilung der Mittel aus dem Soli-Zuschlag einsetzen. Sie fordern den Landtag auf, die Marler Initiative über den Bundesrat zu unterstützen.
"Wenn ich in ostdeutsche Regionen fahre und teilweise auf eine hervorragende bis vorzügliche Infrastruktur stoße, fühle ich mich wie in einer anderen Welt", so Arndt. "Ich will keine Ost-West-Diskussion vom Zaun brechen, sondern es geht darum: Es gibt im Osten Kommunen, die Hilfe brauchen. Es gibt aber auch im Westen Kommunen, die Hilfe brauchen. Und es kann nicht sein, dass die Armen zahlen müssen. Der Weg muss sein, dass die Starken den Schwachen helfen."
Oberbürgermeisterin Wust bringt es auf den Punkt: "Die ganze Debatte ist natürlich schwierig. Letztlich zeigt sie aber, worum es eigentlich geht: um die Finanzierungsprobleme der Städte und Gemeinden. Noch nie gab es so viele nicht ausgeglichene Haushalte. Und das ist ein bundesdeutsches Problem." Insofern sei es dringend geboten, für die Zeit nach 2019 ein Konzept zu erarbeiten, wie die Kommunen finanziell unterstützt werden können.

 


 

Mitteldeutsche Zeitung / 02.07.2010
Interesse der Gäste ist breit gefächert
Eine Gruppe von 34 Gästen aus Marl weilte auf Einladung des Förderkreises für Städtepartnerschaften der Stadt Bitterfeld vom 1. bis 4. Juli in Bitterfeld-Wolfen.
Dazu gehörte, dass die Delegation erst einmal recht herzlich von Oberbürgermeisterin Petra Wust im Rathaus begrüßt wurde. In einer entspannten Atmosphäre wurde über alles geplaudert, was die Marler auf dem Herzen hatten. So interessierte die berufliche Laufbahn der Oberbürgermeisterin genauso wie der "Silbersee" und was daraus geworden ist. "Wir beglückwünschen Sie zur Entwicklung der Stadt und auch zum wunderschönen Rathaus. Wir sind beeindruckt und freuen uns, hier zu sein, Freunde zu treffen und die Städtepartnerschaft weiter mit Leben zu erfüllen", brachte es Manfred Degen vom Städtepartnerschaftsverein Marl auf den Punkt. Weiter auf dem Programm standen ein geführter Stadtrundgang im Ortsteil Bitterfeld mit Besichtigung des Bitterfelder Bogens. Danach ging es in die Wolfener Fuhneaue, um am Mieterfest der Neubi teilzunehmen. Es bestand auch die Möglichkeit, das Viertelfinalspiel der Fußball-WM auf der Großleinwand zu verfolgen. Außerdem ist eine Ganztagsfahrt nach Potsdam geplant. Geschäftsführerin Annelie Hesse des Förderkreises für Städtepartnerschaften der Stadt Bitterfeld freut sich sehr über das Interesse der Marler an ihrer Partnerstadt Bitterfeld-Wolfen. "Gerne kommen die Marler zu uns. Das Interesse an Bitterfeld-Wolfen ist ungebrochen und die bereits zwanzig Jahre währende Zusammenarbeit der beiden Städtepartnerschaftsvereine verläuft nach wie vor harmonisch und herzlich." Auch die Teilnahme am Schützenverein des Bitterfelder Vereins "Diana" ist geplant. Und am Sonntag werden die Marler nach einem Besuch des Gartenfestes des Bitterfelder Gartenvereins "Vergißmeinnicht" die Heimfahrt antreten.


dpa 18. Juli 2010 (Sabine Fuchs)
WOLFEN (DPA/SA). Hier spielt das erste Kapitel in der Geschichte des Farbfilms: Nach viel Tüftelei stellte der Physiker und Chemiker John Eggert 1936 im kleinen Wolfen den weltweit ersten Colorfilm her. Er kam als «Farbfotografie für jedermann - ohne Filter und besondere Hilfsmittel» auf den Markt.

 

Das war ein Höhepunkt in der damals noch jungen Historie der Agfa-Filmfabrik. Wenige Jahre später wurde der erste Farbfilm aus Wolfener Material in Deutschland aufgeführt: «Frauen sind doch die bessere Diplomaten» mit Maria Rökk und Willy Fritsch in den Hauptrollen. Weitere folgten, etwa der berühmte Streifen «Münchhausen» mit Hans Albers.
In dieser Woche erinnern in Wolfen in Sachsen-Anhalt zahlreiche Veranstaltungen an den Start der Filmfabrik vor 100 Jahren. Im Filmmuseum gibt es eine Ausstellung zu den Pionierleistungen auf dem Gebiet der Fotochemie und der Herstellung von Magnetbändern. «Außerdem kann natürlich die sogenannte Begießmaschine bewundert werden, mit der 1936 der erste universell einsetzbare Mehrschichtfilm der Welt hergestellt wurde», sagt Museumssprecherin Andrea Mähl. Mit der Maschine seien noch bis zum Jahr 1990 Farbfilme produziert worden.
Die Wolfener Filmgeschichte hat Brüche: Nach dem Zweiten Weltkrieg warben die Amerikaner die Forscher ab, dann wurden 60 Prozent des Werks in die Sowjetunion gebracht. Schließlich ging es doch in Wolfen weiter. Das Unternehmen wurde sowjetisch-deutsche Aktiengesellschaft und sorgte mit einigen Weiterentwicklungen bei der Film-Empfindlichkeit für Aufsehen.
«1964 wurde der Betrieb dann in Orwo unbenannt, Original Wolfen», berichtet Mähl. Zu den ersten auf Orwocolor gedrehten Defa-Filmen gehörte «Geliebte weiße Maus» mit Rolf Herricht. Bis zu 15 000 Menschen waren zu DDR-Zeiten bei Orwo beschäftigt.
Nach der Wende versuchten einige Investoren, das Werk fortzuführen, doch mit wenig Erfolg. 1994 endete die Filmproduktion in Wolfen. Aber mit «Original Wolfen» ist nicht Schluss. Der Fotodienstleister Orwo Net setzt heute die Tradition fort. Das 2005 gestartete Unternehmen expandiert unter anderem mit der Marke «PixelNet» ständig.
«2009 wurden 300 Millionen Bilder produziert. Werden diese aneinandergereiht, ergibt das eine Papierschlange von 45 000 Kilometern», so das Unternehmen. In diesem Jahr soll nach Worten des Geschäftsführers Gerhard Köhler beim Umsatz die 30- Millionen-Grenze überschritten werden. Außerdem seien 2011 und 2012 weitere Investitionen geplant.
Und noch etwas erinnert heute an die reiche Filmtradition in Wolfen. Jahrelang stand das einstige Agfa-Gebäude mit der werksinternen Nummer 041 leer, in dem John Eggert den ersten Farbfilm der Welt entwickelte. Anfang des Jahres ist nach langer Sanierung die Stadtverwaltung von Bitterfeld-Wolfen in das geschichtsträchtige Gebäude eingezogen.


Marler Zeitung 12.10.2010
Marl feiert 20jährige Freundschaft mit Bitterfeld-Wolfen
Bitterfeld-Wolfens Bürgermeisterin Petra Wust  unterzeichnet gemeinsam mit den stellvertretenden Bürgermeistern der Städte Marl und Witten, Rüdiger Schwärtzke und Hans-Ulrich Kieselbach die Jubiläumsurkunde.
Bald nach der Wende reichten sich die Bürgermeisterin von Bitterfeld-Wolfen und der Bürgermeister von Marl die Hände, um gemeinsam mit den Bürgern beider Städte das Zusammenwachsen von Ost und West zu fördern. Am 20. Jahrestag der Wiedervereinigung feierte die Städtepartnerschaft auch ihr 20jähriges Bestehen.
Mit dem Gospel-Chor des Albert-Schweitzer-/Geschwister-Scholl-Gymnasiums haben die Marlerinnen und Marler am 2. und 3. Oktober dieses Jahres in der Partnerstadt Bitterfeld-Wolfen einen hervorragenden Eindruck hinterlassen. Bei einem ökumenischen Gottesdienst und beim Bürgerball im Kulturhaus gab es viel Beifall für die Schülerinnen und Schüler, die eine städtische Delegation zum 20. Jahrestag der Deutschen Einheit und zum 20-jährigen Städtepartnerschaftsjubiläum der Stadt Bitterfeld-Wolfen mit Marl und Witten eingeladen hatte.

Urkundenunterzeichnung
Im "neuen" Rathaus, dem ehemaligen Verwaltungs- und Forschungsgebäude von AGFA, haben Bitterfeld-Wolfens Oberbürgermeisterin Petra Wust, Wittens stellvertretender Bürgermeister Hans-Ulrich Kiesebach und Marls stellvertretender Bürgermeister Rüdiger Schwärtzke die Jubiläumsurkunde zur Fortführung der Städtepartnerschaften unterzeichnet.

"Partnerschaft kein Selbstläufer"
"Wir wissen sehr wohl, dass eine Partnerschaft zwischen zwei Städten kein Selbstläufer ist. Lebendig wird sie erst, wenn viele Menschen sie im Herzen tragen, mit Aktionen füllen und lebendig halten. Menschen, die ein ehrliches Interesse am Austausch haben, die wechselseitige Besuche und andere Kontaktformen pflegen - Menschen aus der Bürgerschaft, den Vereinen, der Kultur, aus Politik und Wirtschaft", so Marls stellvertretender Bürgermeister Rüdiger Schwärtzke in seinem Grußwort am Tag der Wiedervereinigung Deutschlands.

Marler Baum
Wie sehr die Freundschaft zwischen den Städten Bitterfeld-Wolfen und Marl in den Jahren gewachsen ist, symbolisiert der "Marler Baum", den Marls Bürgermeister Lothar Hentschel im Jahr 1992 im Herzen Bitterfelds gepflanzt hatte. Vor der prächtigen Kastanie steht jetzt ein Stein mit einer Gedenktafel, die von Vertretern beider Städte und der Partnerschaftsvereine enthüllt wurde.
Abschied
Zum Abschied am Sonntag (3.10.) hatten alle Beteiligten der Städtepartnerschaft bekräftigt, zum 75. Geburtstag der Stadt Marl ein Treffen der Stadtspitzen und Partnervereine zu organisieren.


 

Marler Zeitung 14.09.2010 (Heinz-Peter Mohr)
Partnerstädte haben jetzt Stammplatz im Rathaus
RATHAUS. Marls Partnerstädte haben jetzt einen eigenen Platz im Rathaus, an dem sie sich präsentieren können. Am Aufgang zum Sitzungstrakt zeigt eine Vitrine Mitbringsel aus Kusadasi, Creil, Pendle, Zalaegerszeg, Herzlia und Bitterfeld.
Das Ehepaar Brigitte und Manfred Vorholt hat die Vitrine mit Teppichen, Gläsern, Tellern und Büchern aus allen sechs Partnergemeinden liebevoll gestaltet.
Die beiden sind Mitglied in gleich drei Marler Partnerschaftsvereinen. Im Rathauseingang finden die Bürger außerdem den beliebten Wegweiser, der die Richtung und Entfernung zu allen sechs Marler Partnerstädten anzeigt – auch zur chinesischen Region Changzhi, mit der Marl eine Wirtschaftspartnerschaft verbindet.
Ins Leben gerufen wurden die Städtepartnerschaften von den Bürgern selbst. „Lebendige Städtepartnerschaften passen zu Marl und seiner Geschichte“, lobt Werner Arndt dieses ehrenamtliche Engagement.


Amtsblatt Bitterfeld-Wolfen (Pressestelle) 06.08.2010
Delegation des Städtepartnerschaftsvereins Marl-Bitterfeld von Bitterfeld-Wolfen begeistert
Eine Gruppe von 34 Gästen aus Marl weilte auf Einladung des Förderkreises für Städtepartnerschaften der Stadt Bitterfeld e. V. vom 1.bis 4. Juli in Bitterfeld-Wolfen. Oberbürgermeisterin Petra Wust begrüßte die Marler Gäste im neuen Rathaus. In entspannter Atmosphäre wurde über alles geplaudert, was die Marler auf dem Herzen hatten. So interessierte die berufliche Laufbahn der Bürgermeisterin ebenso wie der Silbersee und was daraus geworden sei. „Wir beglückwünschen Sie zur Entwicklung der Stadt und auch zum wunderschönen Rathaus. Wir sind beeindruckt und freuen uns hier zu sein, Freunde zu treffen und die Städtepartnerschaft weiter mit Leben zu erfüllen“, brachte es Manfred Degen vom Städtepartnerschaftsverein Marl auf den Punkt. Während eines Rundganges durch das neue Verwaltungsgebäude hatte die Marler Delegation die Gelegenheit, sich umfassend über das historische Gebäude zu informieren. Joachim Teichmann,

Geschäftsbereichsleiter der Haupt- und Sozialverwaltung, führte die Gäste und beantwortete alle Fragen zur Geschichte des Gebäudes, zum Baugeschehen und zur aktuellen Nutzung durch die Verwaltung.
Weiter auf dem Programm standen ein geführter Stadtrundgang im Ortsteil Bitterfeld und die Teilnahme am Mieterfest anlässlich des 20. Geburtstages der Neubi. In der Wolfener Fuhneaue hatten die Gäste die Möglichkeit, das Viertelfinalspiel der Fußball-WM auf der Großleinwand zu verfolgen. Der Folgetag war einem Ausflug nach Potsdam gewidmet. Auf den Abend hatten sich die Mitglieder der beiden Vereine schon lange gefreut. Im Schützenverein Diana trafen sich die Marler und Bitterfeld-Wolfener zum gemütlichen Beisammensein. Alte Freundschaften wurden aufgefrischt, Erinnerungen ausgetauscht und neue Kontakte geknüpft. Das Marler Ehepaar Barbara und Günter Ranft zeigte sich begeistert. „Wir waren voriges Jahr das erste Mal hier und haben das Hafenfest erlebt. Auch diesmal gefällt uns Bitterfeld-Wolfen: Jetzt steht fest, dass wir dem Städtepartnerschaftsverein beitreten werden“, so Barbara Ranft. Prof. Dr. Siegfried Johne, Vorsitzender des Bitterfelder Vereins, freute sich sehr über so viel positive Resonanz. Und Annelie Hesse, Geschäftsführerin, pflichtete ihm bei: „Das Interesse der Marler an Bitterfeld-Wolfen ist ungebrochen und die bereits zwanzig Jahre währende Zusammenarbeit der beiden Städtepartnerschaftsvereine verläuft nach wie vor harmonisch und herzlich“. Bevor es auf die Heimfahrt nach Marl ging, unternahmen die Marler einen Abstecher in die Gartensparte „Vergissmeinnicht“.


Marler Zeitung 24.06.2010 (Frank Zander)
Bitterfelder Gäste haben kaum Zeit zum Verschnaufen
Marl. Passend zum 20-jährigen Jubiläum der Städte-Partnerschaft weilten Bitterfelder Jugendfußballer am vergangenen Wochenende zu Gast in Marl.
Für den reibungslosen Ablauf des dreitägigen Besuchs hatten die Fußball-Fachschaftsleiter Walter Dudler und Klaus Müller, der Partnerschaftsverein in Person von Manfred Degen und Willi Gutberlet so wie Udo Dopatka vom Sportamt in lobenswerter Zusammenarbeit gesorgt. Ein Dankeschön geht ebenso an den VfL Drewer, der bei der F-Junioren-WM (wir berichteten) den passenden Rahmen für zwei Einlagespiele vorbereitet hatte.

"Das war großes Kino"
„Das war großes Kino“, zeigte sich der Delegationsleiter Thomas Rasenberger der C- und D-Junioren des VfL Eintracht Bitterfeld vom Ablauf des Aufenthalts in Marl nachhaltig beeindruckt. Er bedankte sich ausdrücklich für die freundschaftliche Aufnahme und ein umfangreiches Programm. „Da müssen wir uns im nächsten Jahr ganz schön anstrengen“, lud er bereits jetzt zu einem Gegenbesuch ein. Als Anerkennung überreichte er den Gastgebern ein Trikot in den Bitterfelder Vereinsfarben mitsamt den Unterschriften aller Spieler und Offiziellen.
Gäste machen am Chemiepark Halt
Verschnaufpausen gab es für die Gäste nur wenige. Kurz nach der Ankunft am Freitagabend hatten die Verantwortlichen und Jugendkicker bei einem zünftigen Grillabend die Möglichkeit zum Kennenlernen. Der Samstag begann mit einer Besichtigung des Marler Chemieparks.
Weiter ging es mit einer Stadtrundfahrt. Nach einem Einlagespiel zwischen einer Marler Stadtauswahl und den Bitterfelder D-Junioren beim großen Jugendturnier des VfL Drewer führte der Weg in die „Arena auf Schalke“ und das dortige Fußballmuseum. Am Sonntag standen sich, wiederum im Gerhard-Jüttner-Stadion, um 11 Uhr die C-Jugendteams beider Städte gegenüber. Nach den Fußballspielen erhielten die Teilnehmer einen Pokal und Plaketten zur Erinnerung. Gestärkt durch Leckereien vom Grill machten sich die Gäste im Anschluss gut gelaunt auf den Heimweg nach Sachsen-Anhalt


Marler Zeitung 02.03.2010 (Heinz-Peter Mohr)
Glasboot strandet am City-See
STADTKERN. Das Glasboot kehrt zurück. Marler Schüler wollen dieses Boot – ein Kunstwerk, das Marl und seine Partnerstädte verbindet – am 14. April vor dem Glaskasten neu installieren. Dazu wird ein musikalisches, künstlerisches und literarisches Rahmenprogramm geboten.
Die Veranstaltung fällt in die Local-Heroes-Woche: Bei „Local Heroes“ ist jede Stadt der Metropole Ruhr jeweils eine Woche lang Mittelpunkt der Kulturhauptstadt Europas - mit Stadtfesten, Konzerten, Theater und Kabarett. Marl ist vom 11. bis 17. April „Local Hero“.
Aus zahllosen Flaschen haben Menschen in Marl und allen Partnerstädten Glasboote gebaut. Das Boot war ein Kunstprojekt in Creil (Frankreich), Kusadasi (Türkei), Zalaegerszeg (Ungarn), Pendle (England), Herzlia (Israel) und Bitterfeld. Nun kehrt es auf seiner zehnjährigen Reise wieder nach Marl zurück.
Beim Wiederaufbau des Bootes am 14. April um 14 Uhr am City-See wird DJ Merten Freitag durch das Programm führen. Bernhard Krug, Kunstlehrer am Geschwister-Scholl-Gymnasium hat ein buntes Rahmenprogramm organisiert – mit türkischen Tänzern, französischen Akkordeonspielern, ungarischen Geigern, einer Trommelgruppe und Schülern der Musikschule.

Diese Veranstaltung bildet den krönenden Abschluss der Glasboot-Aktion.
Sponsoren werden noch gesucht. Das Kulturamt schlägt dem Kulturausschuss vor, das Kunstprojekt mit einem Zuschuss in Höhe von 600 Euro zu fördern. 


 

Marler Zeitung 20.11. 2009
Deutsch-deutsche Beziehung hält schon 20 Jahre
MARL. Wer in Marls Partnerstadt Bitterfeld-Wolfen neue Bürgermeisterin wird, darüber muss noch in einer Stichwahl entschieden werden. Der Partnerschaftsverein möchte aber im Anschluss an die Wahl ein Treffen der beiden Stadtspitzen organisieren, von dem sich die Mitglieder auch neue Impulse für die Städtepartnerschaft erhoffen. 
Im kommenden Jahr besteht die Städetpartnerschaft zwischen Marl und Bitterfeld bereits seit 20 Jahren. Der runde Geburtstag wird im Herbst in Bitterfeld-Wolfen gefeiert, natürlich mit starker Marler Beteiligung. Das kündigte Manfred Degen, Vorsitzender des Partnerschaftsvereins, auf der Mitgliederversammlung an.
Wenig Überraschendes brachten die Vorstandswahlen. Lediglich Peter Walisczewski und Jürgen Marks wurden als neue Beisitzer gewählt. Vorsitzender bleibt Manfred Degen, seine Stellvertreter sind Karl-Heinz Dargel und Hans-Günter Sorger.


Marler Zeitung 08.11.2009
Bitterfeld ist immer eine Reise wert
MARL/BITTERFELD/MZ. Manfred Degen ist seit 2003 Vorsitzender des Partnerschaftsvereins Marl-Bitterfeld. Zusammen mit dem damaligen Hauptamtsleiter Willi Wagner, dem stellvertretenden Bürgermeister Hans Eilers und dem damaligen Marler Bürgermeister Lothar Hentschel hat er die Städtepartnerschaft von den ersten Überlegungen an begleitet. Manfred Degen hat den Wandel in Bitterfeld vom dreckigen Chemie- und Braunkohlestandort zur Industriestadt am See verfolgt. Die Marler Zeitung befragte ihn nach seinen Gefühlen und Erinnerungen angesichts des 20. Jahrestags des Mauerfalls.
Herr Degen, was bedeutet Ihnen persönlich die Deutsche Einheit?
Degen:
Die Rückkehr zur Normalität in Deutschland und Europa und das Ende der Horrorszenarien des "Kalten Krieges".

Als Sie das erste Mal nach Bitterfeld reisten, gab es die DDR noch. Was war Ihr erster Eindruck von Marls Partnerstadt?
Degen:
Bitterfeld erinnerte mich an Marl, als noch in Hüls die AV-Kokerei in Betrieb war. Der ständige Geruch nach verbrannter Braunkohle war allerdings neu für mich.

Wie ist die Idee der deutsch-deutschen Städtepartnerschaft entstanden und wie wurden die Marler in Bitterfeld aufgenommen?
Degen: Marl hatte sich bereits vor der Wende um Kontakte zu einer Stadt in der DDR bemüht, die wie Marl von und mit Kohle und Chemie lebt. Als es dann mit Bitterfeld klappte, stimmte zwischen den handelnden Personen auch die "Chemie".

Was hat sich Ihrer Meinung nach in den vergangenen 20 Jahren am deutlichsten im deutsch-deutschen Verhältnis verändert?
Degen:
Verändert hat sich alles, weil es vorher zwischen den Menschen beider Teile Deutschlands kein Verhältnis geben durfte. Mit der Wiedervereinigung ist Deutschland größer, schöner und friedlicher geworden.

Wenn Sie Bitterfeld damals und heute beschreiben würden, was würde Ihnen spontan einfallen?
Degen: Bitterfeld war weltweit das Beispiel für die Umweltzerstörung durch die Industrie in der DDR. Heute ist Bitterfeld mit der umfassend sanierten und mit der erhaltenen Umwelt am Rande der "Dübener Heide" immer eine Reise wert.

Ist Normalität eingekehrt oder warum ist die Städtepartnerschaft so wenig im Bewusstsein der Marler verankert?
Degen: Ich glaube, dass die Partnerschaft, die mit der Hilfe bei der Jahrhundertflut 2002 zu einer echten Freundschaft geworden ist, den Marlern sehr wohl bewusst ist. Die Kontakte und Besuche vieler Vereine und Einzelpersonen sind zur Normalität geworden.

Wenn Sie drei Wünsche frei hätten - was würden Sie sich für Deutschland wünschen?
Degen:
Ich wünsche mir, dass die Lebens- und Einkommensverhältnisse möglichst schnell einheitlich werden. Der Solidaritätsbeitrag, der eher zur Entsolidarisierung beiträgt, muss abgeschafft werden. Allerdings muss die Finanzierung der Städte und Gemeinden in Ost und West verändert und verbessert werden.

 


Marler Zeitung 29.09.2009
Bitterfelder Zeitzeugen im Gespräch
Marl. Am Vorabend des Tages der Deutschen Einheit lädt der Städtepartnerschaftsverein Marl-Bitterfeld am Freitag, 2. Oktober, um 18 Uhr ins Rathaus ein. -

Vor 20 Jahren erkämpften sich die Völker des ehemaligen Ostblocks in einer friedlichen Revolution schrittweise Freiheit und Demokratie. Angefangen beim erfolgreichen Kampf der Gewerkschaft "Solidarnosc" in Polen über die Grenzöffnung in Ungarn bis zum Fall der Berliner Mauer. In dieser Zeit wurden auch erste Kontakte zwischen Marl und Bitterfeld geknüpft. Am Freitag führt Manfred Degen mit den Zeitzeugen Horst Tischer und Ingo Gondro aus Bitterfeld daher durch eine Gesprächsrunde "Die friedliche Revolution und der Beginn der Wende". Das "Hot Swing Duo" macht Musik.

 


Marler Zeitung 07.07.2009 (Petra Buch, dpa)
Der Himmel über Bitterfeld wird mit der Wende blau
Stinkender „Silbersee“ der DDR
Jone Fonda kam inkognito
Dreckschleudern verschwunden
Altlast noch immer in der Erde
Als dreckigste Region galt Bitterfeld-Wolfen zur Wende. Schwarze Fassaden, rauchende Schloten, heruntergewirtschaftete Chemieanlagen und ein riesiger Braunkohletagebau prägten das Bild. Mit dem Fall der Mauer kam das von den DDR-Oberen unter dem Deckel gehaltene Ausmaß der Umweltkatastrophe in dem geschundenen Landstrich im heutigen Sachen-Anhalt ans Licht. So soll die US-Schauspielerin und Umweltaktivistin, Jane Fonda, die 1990 in Leipzig weilte, bei ihrem Besuch inkognito in Wolfen geweint haben, als sie am Ufer der Grube „Johannes“ stand. „Silbersee“ nannte der Volksmund das penetrant stinkende Wasser mit den silbern glänzenden Abfällen der einstigen Filmfabrik. 20 Jahre später hat sich das Bild gewandelt: Bitterfeld-Wolfen wirbt als grüne Stadt mit moderner Industrie.“ Heute gibt es keinen Unterschied mehr, zwischen Industrieregionen in Ost und West, zwischen der Luft etwa im Ruhrgebiet oder Bitterfeld“, sagt die Umweltexpertin beim Umwelt-Bundesamt (UBA/Dessau-Roßlau), Ute Dauert. Mit der Wende startete in Bitterfeld-Wolfen eines der weltweit größten ökologischen Sanierungsprojekte. Anschaulich ist dies in Karten zur Luftbelastung mit Schadstoffen zu sehen. So war bis 1989 Bitterfeld-Wolfen ein großer schwarzer Fleck – heute ist der Landstrich ebenso farblich positiv gelb wie andere in Deutschland. Eine Altlast liegt aber heute noch tief unter Bitterfeld. Eine verunreinigte Grundwasserblase deren Sanierung nach Meinung von Experten noch viele Jahre dauern wird. Die Luft ist besser, die Dreckschleudern sind verschwunden: „Es wurden viele Anlagen stillgelegt, andere nach den neuesten Standards ausgerüstet, so z. B. mit Filteranlagen oder ganz neu und modern gebaut“, sagt Dauert. Auf dem sanierten Areal des einstigen maroden Chemiekombinats Bitterfeld (CKB) entstand der Chemiepark Bitterfeld-Wolfen, der als einer der Leuchttürme der ostdeutschen Chemie gilt. Einen großen Aderlass gab es aber bei der Beschäftigung – etliche Menschen verließen die Region. Waren zu DDR-Zeiten Zehntausende in den Kombinaten der Chemie und des Bergbaus sowie in der damaligen „ORWO“ Filmfabrik tätig, mussten viele mit den Stilllegungen auf Jobsuche gehen. Trotz neuer Ansiedlungen in Industrie, Mittelstand, Handwerk und im Dienstleistungsgewerbe, ist die Arbeitslosigkeit weiter hoch – denn die moderne Chemie mit Computersteuerung braucht relativ wenige Arbeiter. Die Arbeitslosenquote von Bitterfeld-Wolfen lag nach Angaben der Regionaldirektion Sachsen-Anhalt-Thüringen der Bundesagentur für Arbeit im März bei 14,4 % - in Sachen-Anhalt bei 14,8 %. Rund 46.300 Menschen leben in der seit 1. Juli 2007 fusionierten Stadt. 7.300 Arbeitslose gab es im März. Für Investoren aus dem In- und Ausland ist die Region nach Meinung von Experten wegen der Lage in der Mitte Europas, der Nähe zu Universitäten, Hochschulen und Wissenschaftsinstituten sowie wegen der Fachkräfte attraktiv.
Rund 360 Firmen haben sich seit der Wende im Chemiepark Bitterfeld-Wolfen angesiedelt, wo rund 11.000 Menschen beschäftigt sind. Die Infrastruktur wurde erneuert, die Kreislaufwirtschaft mit den für die Chemie so wichtigen Voraussetzungen, wie dem Chlorverbund unterscheidet den Standort von anderen in der Branche in Deutschland. Der Leverkusener BAYER-Konzern produziert in seiner Bitterfelder Tochterfirma frei verkäufliche Tabletten und in Wolfen-Thalheim gibt es mit der Solarindustrie rund um das börsennotierte Unternehmen Q-Cells eine neue Branche.
„In den Landkreis Anhalt-Bitterfeld flossen von 1991 bis Ende 2008 in 711 industrielle Projekte rund vier Milliarden Euro. Davon kamen 783 Millionen Euro vom Bund, dem Land und der EU, rund 13 000 neue Arbeitsplätze entstanden“, sagt der Sprecher von Sachsen-Anhalts Wirtschaftsministeriums, Rainer Lampe. Dazu flossen 541 Millionen Euro für 84 Infrastrukturprojekte – 362 Millionen Euro gaben Bund, Land und EU.
Nicht anders ist es im Bergbau: Wo bis zur Wende mit gigantischen Geräten 60 Jahre lang pro Tag 32 000 Tonnen Braunkohle aus dem Boden geholt wurden, lockt heute der Goitzsche-See zum Freizeitvergnügen.
Und der zu DDR-Zeiten ironische Spruch: „Sehen wir uns nicht in dieser Welt, dann sehen wir uns in Bitterfeld“ wird Gästen nun als Aufforderung zum Wiederkommen ans Herz gelegt.


Marler Zeitung 06.07.2009
Marler feiern mit beim Hafenfest
Marl. Mit 50 Teilnehmern besuchte der Städtepartnerschaftsverein Marl/Bitterfeld die Partnerstadt in Sachsen-Anhalt. Anlass war das "4. Bitterfelder Hafenfest", das am Ufer des Goitzsche-Sees drei Tage lang mit über 20000 Besuchern gefeiert wurde. -
Auch Gäste aus Dzerzhinsk in Russland und aus der polnischen Stadt Kammienna Gora mit ihren Bürgermeistern waren zum Hafenfest gekommen. Die Stadt Marl wurde von der stellvertretenden Bürgermeisterin Ingrid Heinen vertreten. "Wer vor 20 Jahren, als der Braunkohlentagebau in Bitterfeld noch in vollem Gange war, gesagt hätte, dass man sich später zum  Hafenfest treffen würde, den hätte man damals für verrückt erklärt" stellte der Vorsitzende des Marler Partnerschaftsvereins, Manfred Degen, im Hinblick auf die rasante Entwicklung Bitterfelds von der dreckigsten Stadt Europas zum geschätzten Naherholungsgebiet fest.
Die Marler Gäste bildeten die Fan-Kulisse für das Fußball-Turnier zwischen je zwei Jugendmannschaften aus Bitterfeld-Wolfen und Marl.
Mit ihrem Besuch bei den Marler Gästen im Hotel unterstrich die Oberbürgermeisterin Petra Wust, dass die Städtepartnerschaft mit Marl auch in der neuen Stadt Bitterfeld-Wolfen einen besonderen Stellenwert hat.
Das Rahmenprogramm hatte dieses Mal neben dem Abstecher bei der Rückfahrt zur wunderschönen Fachwerkstadt Quedlinburg vor allem politische Schwerpunkte. So wurde in der Landeshauptstadt Magdeburg der Landtag, in dem der Mitbegründer der Partnerschaft, Wolfgang Schäfer, Finanzminister und Landtagspräsident war, besucht. In Leipzig stand die Visite der ehemaligen Stasi-Zentrale "Runde Ecke" auf dem Programm.


Amtsblatt Bitterfeld-Wolfen vom 07.08.2009
Herzliche Glückwünsche aus Bitterfeld-Wolfen zum
80. Geburtstag von Hans Eilers
Am 4. Juli 2009 reiste eine Delegation der Stadt Bitterfeld-Wolfen und des Förderkreises für Städtepartnerschaften der Stadt Bitterfeld e. V. zur Geburtstagsfeier von Hans Eilers nach Marl. Für die Bitterfeld-Wolfener ist Hans Eilers nicht nur Mitbegründer und Wegbereiter der Städtepartnerschaft, sondern auch ein lieber Freund. Die Verleihung der Bitterfelder Stadtplakette erhielt er am 30.01.2007 gemeinsam mit Willi Wagner. Viele Gäste kamen, um Hans Eilers zu gratulieren und für sein Engagement zum Wohle der Städte Marl und Bitterfeld-Wolfen zu danken. Erinnerungen an die Zeit als stellvertretender Bürgermeister der Stadt Marl und die vielen schönen städtepartnerschaftlichen Austausche, die er in seiner Funktion als Vorsitzender des Marler Städtepartnerschaftsvereins organisiert hatte, wurden ausgetauscht. Immer wieder wurde betont, dass es auch fast zwanzig Jahre nach dem Mauerfall solcher Persönlichkeiten wie Hans Eilers bedarf, die dazu beitragen, die Mauer in den Köpfen niederzureißen. Hans Eilers freute sich sehr über die Ehrungen aus Bitterfeld-Wolfen, das Glückwunsch-Schreiben, die Blumen und Geschenke. Der Aufenthalt in Marl währte nur drei Stunden. „Aber für Freunde nimmt man jeden Weg auf sich“, meinte die Geschäftsführerin des Förderkreises für Städtepartnerschaften, Annelie Hesse.