Stadtgeschichte Bitterfeld

Bitterfeld ist ein Ortsteil der Stadt Bitterfeld-Wolfen im Landkreis Anhalt-Bitterfeld in Sachsen-Anhalt und ein Zentrum der chemischen Industrie. Bis zum 30. Juni 2007 war Bitterfeld eine eigenständige Stadt. 

Historie Bitterfeld

1153

Bitterfeld ist 1153 durch die Flamen gegründet wurden.
(Konnte bisher nicht belegt werden.) 

28.6.1224

Urkundliche Ersterwähnung von Bitterfeld.
Die Brüder Otto und Dietrich, Grafen von Brehna, verkaufen mit Zustimmung ihrer Ministerialen (Räte) an den Konvent (Versammlung, Körperschaft) des Klosters Neuwerk bei Halle im Dorfe Hostitz drei Hufen mit drei Hofstellen, mit allen Nutzungen und Einkünften für 10 Mark; die Besitzer dieser Hufen sollen von den Gerichten der Grafen befreit sein, es sei denn, dass sie einen Mord, Diebstahl oder dergleichen verüben. Als Zeugen sind genannt: Hermann Burggraf von Wettin Ulrich (von Pach?), Gebhard von Zörbig, Otto und Ulrich von Ostrau Friedhelm und Conrad von Rogatz (Roitzsch?), Ulrich und Heinrich Spiegel, Bertram von Rode, (Rode ist vielleicht das wüste Dorf zwischen Roitzsch und Renneritz).?

1237

In Sernitzk, einer Ansiedlung um Bitterfeld, befinden sich Kirche und Hospital.
Diese Erwähnung findet sich in einer Übereignungsurkunde vom 24. März 1237, in der dem Zisterzienser-Jungfrauenkloster Marienkammer das Patronatsrecht über die Pfarrkirche in Sernitzk (Serncik) und das dort gelegene Hospital zugestanden wird. 

1237

Graf Dietrich von Brehna schenkt dem Kloster in Brehna eine Hufe Land in Thiemendorf. Diese Urkunde ist in Bitterfeld ausgestellt. Es ist die zweite Erwähnung Bitterfelds in der Schreibweise "Bitterfelt".

12.1.1263

Graf Dietrich zu Brehna übereignet der Kirche in "Bitterfeldt" eine Hufe in Pomelin.
Dies ist die erste urkundliche Erwähnung einer Kirche zu Bitterfeld. 

1276

Wurde Betterfeld von den Landgrafen in Thüringen, Markgrafen zu Meißen Dietrich, nebst Delitsch eingenommen, weil sie auf die Seite Erichs, Bischoff zu Magdeburg, mit welchem er Krieg führte, getreten waren. 

1290

Mit dem Tode Otto III. stirbt das Geschlecht des Brehnaer Grafen aus. Die Grafschaft mit dem Amt Bitterfeld kommt an das Herzogtum und spätere Kurfürstentum Sachsen (Wittenberg), das von den Askaniern beherrscht wird. 

30.11.1298

Herzog Rudolf I. von Sachsen verschreibt seiner Braut das Schloss zu Bitterfeld. König Albrecht bestätigt diese Verschreibung. Bitterfeld erscheint in diesen beiden Originalurkunden in der Schreibweise "Pitervelt" und "Pitterfelt".

20.5.1353

Günter von Horndorp auf Pouch vereinbart mit Herzog Rudolf den Bau der Brücke und Mühle an der Mulde vor "Bitterfelt". Das ist die erste Erwähnung der Muldemühle, der Besitzer wird nicht genannt. Erst 1419 werden Martin und Hans Kune als Lehnsträger erwähnt. Aus der Abschrift geht hervor, dass es sich um eine Schiffsmühle ("borgeschifmole") gehandelt hat.

1423

Die Wettiner als Markgrafen von Meißen werden mit dem Kurfürstentum Sachsen-Wittenberg belehnt
So fällt auch Bitterfeld an die Wettiner

25.6.1471

Das Amt Bitterfeld wird an den Grafen von Mansfeld verkauft.

4.4.1489

Eine Feuersbrunst zerstört 36 Höfe. 

1500

Die Lobermühle wird erbaut, ihre Ersterwähnung findet sich allerdings erst 1539. Ein Teil dieser alten Mühle wird 1973 abgerissen. Die Schneidemühle, der heute noch existierende Teil, wurde ursprünglich als Walkmühle genutzt.

1501

Die "alte Stadt Bitterfeld" brennt vollends ab. Die Einwohner bauen sich eine neue Stadt (das heutige Stadtzentrum).

1508

Das Alte Rathaus wird, nachdem es 1473 abgebrannt ist, nach alten Plänen an gleicher Stelle wieder gebaut.

1536

Bau des Halleschen Turmes Er begrenzt die älteste Straße der Stadt, den Steinweg und späteren Halleschen Straße in Richtung Dessauer Vorstadt.

1547

Kaiser Karl V. feiert das Fronleichnamsfest in Bitterfeld.
Seine spanischen Landsknechte plündern die um Bitterfeld liegenden Dörfer. 

1618
bis
1648

Der Dreißigjährige Krieg
Die schwedischen Truppen plündern am 13. Februar die gesamte Stadt.
Bitterfeld wird geplündert und niedergebrannt.

1815

Nach dem Krieg von 1813 fällt durch Beschluss des Wiener Kongresses die nördliche Hälfte von Sachsen an Preußen.
Einschließlich der Stadt und dem Amt Bitterfeld.

18.40.1816

Bitterfeld ist preußische Kreisstadt.

1839

Mit dem Aufschluß der Grube Auguste begründet Johann David Schmidt das erste Kohlenwerk im Bitterfelder Revier. Abraumbeseitigung und Kohlegewinnung erfolgen per Hand im Tagebaubetrieb. 

1857

Bau der neuen Bahnstrecke Dessau - Bitterfeld 

1863

Bau des neuen Rathauses nach dem Entwurf des Architekten Ritter.

1865

Das alte Rathaus wird abgerissen, nach dem der Neubau fertiggestellt ist.

1890

Beginn der Ansiedlung der chemischen Industrie im Raum Bitterfeld - Wolfen.
Die Bitterfelder Region konnte mit sechs Vorteilen aufweisen:

  • billige Braunkohle
  • billige Elektroenergie
  • billigen Baugrund
  • billige Baustoffe
  • gute und schnelle Verkehrsanbindung

 

1893

Die Elektrochemischen Werke Bitterfeld entstehen. 

1.12.1896

Inbetriebnahme des Wasserwerks in Bitterfeld.

1.10.1897

Die Eisenbahnstrecke Bitterfeld - Zörbig - Stumsdorf wird eingeweiht. 

27.3.1921

Mitteldeutscher Aufstand. 100 Arbeiter stürmen und beschießen das Bitterfelder Rathaus. Noch heute sind die Spuren der Einschüsse beiderseits der Eingangstür sichtbar.

21.12.1929

Der 1927 begonnene Neubau des Krankenhauses wird eröffnet.

16.5.1933

Jubiläum 60 Jahre Bitterfelder Louisengrube

1936

Bitterfeld erhält ein neues Kreissparkassengebäude in der heutigen Lindenstraße.

21.04.1945

Das Ende des Zweiten Weltkrieges für Bitterfeld. Bitterfeld ist kaum zerstört.
Den amerikanischen Besatzern folgen laut Abkommen der Alliierten ab dem 1. Juli 1945 die russischen Besatzer.

22.9.1952

Die erste Kohle wird aus dem Tagebau Goitzsche gefördert.

13.10.1954

Der Kulturpalast wird eingeweiht.

ab 1961

Abrißarbeiten im alten Stadtkern. Die Querstraße, die Rosmarienstraße, die Töpfergasse, eine Vielzahl von Hausern in der Burgstraße, der Mühlstraße und dem Ratswall verschwinden.

11.7.1968

Schwere Explosion im PVC-Betrieb des VEB Elektrochemisches Kombinat Bitterfeld fordert über 40 Tote und mehr als 200 Verletzte.

1999

775-Jahrfeier für die Stadt.

13.8.2002

Jahrhundertflut 18.00 Uhr Katastrophenalarm im Kreis Bitterfeld, die Mulde und ihre Nebenflüsse führen Hochwasser. 23.30 Uhr Dammbruch Pouch Richtung Rösa Evakuierung in Jessnitz und Raguhn

30.07.2007

Eingemeindung Wolfen